Viele Bauten, aber Personal fehlt / Digitalplan für Schulen / Projekt für Jugend

Neue Kindergärten Schlag auf Schlag

Die Kindertagesstätte, die am Badener Friedhof im Bau ist, soll Mitte 2021 eröffnet werden.
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Die Kindertagesstätte, die am Badener Friedhof im Bau ist, soll Mitte 2021 eröffnet werden.

Achim – Jedes Jahr wird in Achim mindestens ein neuer Kindergarten eröffnet. Dieser Trend setzt sich 2021, 2022, 2023 fort. Denn Achim mit seinen knapp über 32 000 Einwohnern wächst weiter, und der Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippen- und Kita-Platz für ihren Nachwuchs trägt natürlich ebenfalls dazu bei, dass die Stadt auf diesem Gebiet handeln und viel Geld in die Hand nehmen muss. Mit Blick auf 2021 und die folgenden Jahre spricht Wiltrud Ysker, Leiterin des Fachbereichs für Bildung, Soziales und Kultur im Rathaus, von „großen Herausforderungen auf dem Kita-Sektor, aber auch im schulischen Bereich“.

Mitte 2021 soll der im Bau befindliche Kindergarten am Badener Friedhof fertiggestellt sein. Die Lebenshilfe im Landkreis Verden wird die Einrichtung mit fünf Gruppen betreiben. Ein Jahr später sollen sogar zwei Kindertagesstätten in Achim an den Start gehen, ebenfalls unter der Regie von freien Trägern, wie den Johannitern oder der Arbeiterwohlfahrt. Die Stadt geht davon aus, dass im Sommer 2022 eine Kita für fünf Gruppen im Neubaugebiet Hilgenberg-West an der Uphusener Dorfstraße und eine Kita für vier Gruppen auf dem Gelände des Awo-Seniorenzentrums an der Leipziger Straße betriebsbereit sein werden. 2023 soll eine weitere neue Tagesstätte auf dem Lieken-Gelände Platz für fünf Gruppen bieten.

„Wir sind dabei, alle Rechtsansprüche zu erfüllen“, unterstrich Ysker bei einem Pressegespräch im Rathaus, bei dem sie auch ankündigte, dass die „tiergestützte Pädagogik“ in den Kitas ausgebaut werden soll. Aber was nützen Gebäude sowie Betreuungs- und Förderkonzepte für die Kinder, wenn es an Erziehungspersonal fehlt? „Die Akquirierung von Fachkräften ist eine Riesenherausforderung“, räumte Wiltrud Ysker ein. Derzeit fehlten „sechs bis acht“.

Nicht viel besser sieht es bei der nachschulischen Betreuung aus. „Es ist noch offen, welche Kräfte dafür zur Verfügung stehen“, sagte Ysker. Nach mehrfachen Verzögerungen soll im September des bevorstehenden Jahres der Ganztagsschulbetrieb in Uesen beginnen.

Ein Termin, der auch für zwei Schulbauten gesetzt ist. Nach den Sommerferien will die Astrid-Lindgren-Schule einen von der Stadt für 1,7 Millionen Euro finanzierten Erweiterungsbau mit drei Klassenräumen einweihen. Und auch die Grundschule Baden, bei der ebenfalls die Schülerzahlen steigen, soll sich dann im eigenen Gebäude breit machen können. Denn die bisherigen Untermieter, die Janusz-Korczak-Schule und die Likedeeler-Schule, wollen zum Schuljahresbeginn im September in einen Neubau am Rand des Badener Schulhofs umziehen.

Ob die IGS zu diesem Zeitpunkt schon das neu entstehende Lernhaus an der Liesel-Anspacher-Schule in Beschlag nehmen kann, ist offen. Die Planungen für eine geräumige Mensa samt Küche will die Stadt im kommenden Jahr aufnehmen. Bis 2023 soll zudem das verwinkelte Realschulgebäude für den IGS-Betrieb barrierefreier gestaltet werden. Geplant ist auch, im alten Trakt Räume für die städtische Jugendarbeit zu schaffen. Insgesamt elf Millionen Euro sind für all diese Maßnahmen veranschlagt.

Darüber hinaus kündigte die Fachbereichsleiterin an, den Digitalisierungsprozess an den Schulen verstärkt fortzusetzen. Die Stadt habe die Zusage vom Bund, für moderne Geräte bis 2023 eine Million Euro zu bekommen. In Zusammenarbeit mit den Schulen, informierte Ysker weiter, solle ein pädagogisches Konzept für einen „stadtweiten Digitalplan“ erstellt werden.

Zugleich richtet sich der Blick auf das Superwahljahr 2021, in dem die Achimerinnen und Achimer dazu aufgerufen sind, einen neuen Bürgermeister und Stadtrat zu wählen und auch über die Zusammensetzung des Kreistags und des Bundestags mitzuentscheiden. Vor diesem Hintergrund wolle die Stadt „den Austausch zwischen Politik und Jugend fördern“, teilte Ysker mit. Ein „großes Beteiligungsprojekt“ sei geplant. Die örtlichen Parteien und Wählergruppen, die sich schwertun, jüngere Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen zu gewinnen, dürften das begrüßen. Ysker: „Über eine Online-Plattform will die Stadt den Zugang für Kinder und Jugendliche erleichtern.“

Von Michael Mix

In einer Ecke des Badener Schulhofs entsteht ein Gebäude für die Janusz-Korczak-Schule und die Likedeeler-Schule.

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