Informationsveranstaltung bringt sie noch nicht

Neue Ideen braucht die Stadt

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Das Haus soll auf mittlere Sicht abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Bereich dahinter soll neu entwickelt werden.

Achim - Von Manfred Brodt. Das Haus des ehemaligen Textilhauses am Bibliotheksplatz muss abgerissen werden. „Nicht heute, nicht morgen“, sagt Investor Gerhard Bremermann, dessen Firma das Haus ersteigert hat. Das war am Montagabend im Rathaus bei der Informationsveranstaltung zum Ideenwettbewerb „Achimer Brückenstraße/Herbergstraße/Obernstraße“ eine der wenigen konkreten Aussagen.

Der 78-jährige Seniorchef der Firma, die auch in Bremen am Wall und an der Sögestraße Immobilien sowie ein Hotel besitzt, berichtete, dass das Haus am Bibliotheksplatz in einem schlimmen baulichen Zustand sich befinde, nachdem über Jahrzehnte dort nur Flickschusterei betrieben worden sei, Räume und Stockwerke verschiedene Höhen hätten und wahrscheinlich auch schon länger der Brandschutz nicht gewährleistet gewesen sei.

Abreißen kann man das Haus jedoch nur, wenn auch das Nachbarhaus fällt, denn die zwei Häuser sind unweigerlich miteinander verbunden. Für den Doppelabriss müsste aber erst einmal die Bereitschaft des benachbarten Eigentümers beziehungsweise der Eigentümerin vorhanden sein.

Bremermann kündigte so eine Zwischenlösung an, indem zum Beispiel im Erdgeschoss ein gastronomisches Angebot geschaffen werde.

Der Zusammenhang mit Nachbarhäusern und auch der Antrag auf eine Spielothek in der Obernstraße hatten die Stadt veranlasst, eine Veränderungssperre zu verhängen und das Quartier zwischen Achimer Brückenstraße, „halber“ Herbergstraße und Obernstraße im Rahmen eines Ideenwettbewerbs neu planen zu lassen.

Kein Zwang für Eigentümer

Die Veränderungssperre bindet zwar den Eigentümern die Hände, aber niemand von ihnen soll zur Aufgabe seines Hauses, seines Geschäftes oder etwas anderem gezwungen werden, wie Bürgermeister Rainer Ditzfeld und die städtische Planungschefin Dr. Monika Nadrowska versicherten. Dazu fehlen der Stadt auch Instrumente und Geld. Erarbeitete Vorschläge könnten auch in mehreren Zeitetappen umgesetzt werden, hieß es.

Die Reaktionen der Eigentümer schwanken zwischen Aufgeschlossenheit und totaler Ablehnung. Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs sollen der Stadt und den Eigentümern Denkanstöße und Angebote liefern, unterstrichen Nadrowska und Lothar Tabery, der Vizepräsident der Architektenkammer Niedersachsen ist und dem Achimer Preisgericht angehört. Durch die Konkurrenz innerhalb solcher Wettbewerbe werde die Qualität der Stadtplanung verbessert. Zum Wettbewerb aufgerufen sind das Achimer Architektenbüro GME, das Architektenbüro RKW aus Düsseldorf, das auch die neue Sparkasse am Schmiedeberg-Kreisel plant, und das Rotenburger Architektenbüro Lohmann.

Gesprächsrunde mit Gerhard Bremermann, Lothar Tabery, Katrin Preuß, Dr. Monika Nadrowska und Rainer Ditzfeld. 

Während Bürgermeister Rainer Ditzfeld sich von dem Wettbewerb den Verlust von Scheuklappen verspricht, findet auch Preisrichterin Katrin Preuß, dass man in Achim zu sehr im eigenen Saft schmore. Sie ist Nachbarin und Vertreterin des „DialogForums“, in dem Eigentümer, Interessenvertreter und Nutzer rund um den Bibliotheksplatz beteiligt werden. Sie hofft, dass sie am Ende des Ideenwettbewerbs im Januar nächsten Jahres mit den anderen Juroren die Qual der Wahl haben wird.

Am Montagabend im Ratssaal wurden die Besucher erst einmal mit langatmigen allgemeinen Ausführungen statt konkreter Ideen konfrontiert. Zu erfahren war immerhin, dass kleine, barrierefreie Wohnungen für Singles und Senioren angestrebt werden. Auch über Wohnungen im Erdgeschoss, die bis jetzt verboten sind, wird nachgedacht. Damit Innenstädte und ihre Geschäfte nicht verödeten, müssten auch Menschen in ihnen leben, lautet jetzt die herrschende Lehrmeinung.

Auch Parken ist ein Thema, weshalb auch der Parkplatz an der Achimer Brückenstraße/Asmusstraße einbezogen wird, der künftig E-Mobil-Angebote bereithalten soll.

Die neuen Ideen, die Grundlage eines neuen Bebauungsplanes werden müssten, sollen auch helfen, größere Geschäftsflächen in dem Quartier zu ermöglichen.

Um die müsse man sich nämlich in Achim bemühen und nicht weiter nicht existenzfähigen kleinen Lädchen nachtrauern, appellierte Rudolf Knapp von der Unternehmergemeinschaft Achim.

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