WGA und Anwohner protestieren

15 neue Häuser rund um Windmühle

+
Nebelverhangene Idylle, die es so bald nicht mehr geben wird. Auf dem oberen Teil des Mühlenparkplatzes soll ein Haus gebaut werden.

Achim - Die Idylle an der Windmühle, Achims Wahrzeichen, und dem benachbarten Gelände des Reitvereins „Grabensee“, der an diesem Ort seinen Betrieb einstellt, wird schon bald ein Stück weit schwinden. 15 Häuser sollen dort gebaut werden. SPD, CDU, Grüne und FDP stimmten am Dienstagabend im Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr für das Vorhaben, allein Wolfgang Heckel (WGA) stellte sich dagegen.

Mehrere Bewohner des Viertels hatten zuvor in der Sitzung ihrem Unmut über verschiedene Aspekte der Planung Luft gemacht. „Schade, dass Sie auf keine gestalterischen und ökologischen Einwände eingehen“, sagte Manfred Harms angesäuert. Der B-Plan sei offenbar für den Investor, die Volksbank Oyten, und die Baugesellschaft Ernst und Ernst gemacht. Ein Teil der Platanenallee oberhalb der Mühle werde leichtfertig zerstört. Harms formulierte markig: „Es ist üblich in der Stadt Achim, Investoren das Feld zwecks Gewinnmaximierung zu überlassen.“

Kritik, die der Vizechef im Rathaus umgehend zurückwies. „Die Stadt führt keine Gefälligkeitsplanung durch“, sagte Bernd Kettenburg. Rat und Verwaltung reagierten auf „Bedarfe“ und beauftragten Investoren erst im Laufe eines Verfahrens. Im Übrigen sei doch Innenverdichtung in Zeiten von Umwelt- und Klimaproblemen erwünscht, merkte Kettenburg an. „Das ist doch besser als die Stadt nach außen zu entwickeln.“

Burghard Borm, Anwohner der Langenstraße, befürchtete, „dass wir von Regengüssen überschwemmt werden“. Neue Eigentümer in dem abschüssigen Gelände sollten ans Kanalsystem angeschlossen werden und nicht auf dem Grundstück versickern dürfen, forderte er. Ein anderer Anlieger bemängelte, dass die geplante Erschließungsstraße zu schmal sei.

Die knapp vier Meter breite Fahrbahn reiche für die wenigen Autos dort aus, antwortete Stadtplanerin Christa Meiering. Und sie rechne mit keinen Überschwemmungen von Grundstücken.

Peter Bartram (Grüne) verlangte, dass mehr als neun der 14 Bäume auf dem unbefestigten Parkplatz der Mühle erhalten bleiben. Das dort vorgesehene Haus und die Erschließungsstraße für die Reitplatz-Bauten könnten anders angelegt werden, meinte er. Doch seinen Antrag unterstützte lediglich die SPD.

Wolfgang Heckel wollte sogar noch mehr Grün oberhalb der Mühle unangetastet lassen. „Die WGA möchte keine Bebauung auf dem städtischen Grundstück“, sagte er. Und auch auf die zwei Häuser nahe der Langenstraße sollte „wegen des Entwässerungsproblems“ verzichtet werden.

Der angestrebte Verkauf eines Teils der Parkplatzfläche beschere der Stadt Einnahmen, mit denen an anderer Stelle sozialer Wohnungsbau subventioniert werden könne, entgegnete Petra Geisler (SPD). Karl-Heinz Lichter (CDU) sah das genauso. Und für die wegfallenden Bäume gebe es ja Ersatzpflanzungen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die neuen Autos für 2020

Die neuen Autos für 2020

Unterwegs auf Australiens Wukalina Walk

Unterwegs auf Australiens Wukalina Walk

Wenn der Sog sozialer Medien süchtig macht

Wenn der Sog sozialer Medien süchtig macht

Weihnachtsplätzchen mit Wow-Effekt

Weihnachtsplätzchen mit Wow-Effekt

Meistgelesene Artikel

The Voice Senior: Lutz Hiller bricht Sat.1-Show ab - und hofft nun auf ein Comeback

The Voice Senior: Lutz Hiller bricht Sat.1-Show ab - und hofft nun auf ein Comeback

Schmerzhaft und belastend: Der tägliche Kampf mit Lipödem

Schmerzhaft und belastend: Der tägliche Kampf mit Lipödem

Auszug aus Pflegeheim droht: 96-Jährige kann Kosten nicht mehr aufbringen

Auszug aus Pflegeheim droht: 96-Jährige kann Kosten nicht mehr aufbringen

Verschickungskinder: Die Hölle im Kurheim

Verschickungskinder: Die Hölle im Kurheim

Kommentare