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Ausgleich für Baumaßnahmen: Stadt Achim pflanzt hunderte Bäume in der City und umzu

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Von: Marvin Wennhold

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Nach drei Jahren kommen die Stützpfähle weg: Britta Draeger kontrolliert, ob die neuen Eichen hinter Amazon auch richtig wachsen.
Nach drei Jahren kommen die Stützpfähle weg: Britta Draeger kontrolliert, ob die neuen Eichen hinter Amazon auch richtig wachsen. © WENNHOLD

Achim – „Wenn alles gut läuft, haben die Bäume in drei Jahren etwa einen Umfang von 28 bis 30 Zentimetern und eine Höhe von fünf Metern“, sagt Britta Draeger vom Bereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt Achim. Die Rede ist von den neugepflanzten Eichen am kürzlich eingeweihten Radweg hinter dem Amazon-Logistikzentrum. Insgesamt 26 Bäume sind dort neu dazugekommen.

Die jungen Eichen gehören zu den Ausgleichspflanzungen, die entfernte Bäume aufgrund von städtischen Baumaßnahmen im Zeitraum zwischen 2020 und dem Herbst 2021 im Achimer Gebiet ersetzen. So schreibt es die Baumschutzsatzung, unter anderem auch für Privatleute, vor. Sie werden in Zukunft den Radfahrern an besonders heißen Tagen sicherlicht etwas Schatten bieten und Tieren als Unterschlupf dienen.

Doch dafür müssen sie erst einmal vernünftig wachsen – sozusagen groß und starkwerden. Dafür sorgt in den ersten drei Jahren eine von insgesamt zwei Firmen, die durch eine Ausschreibung den Auftrag erhalten hat. „Eine Firma übernimmt dabei die Räume an den Landes- und Kreisstraßen, die andere Firma ist mehr für den Stadtkern zuständig“, sagt ein Sprecher der Stadt Achim. Die jeweilige Firma ist neben dem Aufstellen der Bäume, in den ersten drei Jahren, auch für den Erhalt der Eichen verantwortlich.

„Bei der Pflege der Bäume sind drei Dinge besonders essenziell: das regelmäßige Bewässern der Pflanzen, das Krauten (die Beseitigung von Unkraut) sowie der Erziehungsschnitt (eine Schnittmaßnahme bei Jungbäumen zur Vermeidung von Fehlentwicklungen)“, sagt Draeger. Zudem werde durch den Schnitt sichergestellt, dass die im Vorfeld vorgesehene Baumkrone entstehe. „Hier wollen wir erreichen, dass der Baum in die Höhe wächst – auch, um das gesetzlich vorgeschriebene Lichtraumprofil (der Verkehrsraum über Straßen) zu erreichen.“ Dieses Profil sei in diesem Fall bei mindestens 4,50 Metern, da neben Radfahrern auch die Landwirte, die die angrenzenden Felder bewirtschaften, mit ihren Landmaschinen den Weg nutzen und dadurch dann nicht in Kontakt mit Ästen kommen können.

Laut Britta Draeger seien vor allem die ersten drei Jahre dafür entscheidend, wie gut der Baum sich entwickelt. Dann würden in der Regel auch die Dreiböcke, also die Stützen für den Baum, entfernt werden. „Deshalb muss sich die Firma, die den Auftrag erhalten hat, in den Jahren auch um alles kümmern“, macht Draeger deutlich. Das sei vertraglich festgelegt. „Alle Bäume müssen jedenfalls 2024 stehen. Die Firma muss das einhalten und im Notfall für Ersatz sorgen.“ Doch sie sei zuversichtlich, es handele sich schließlich auch um Eichen. Trotzdem macht sie keinen Hehl daraus, dass auch in diesem Fall der Klimawandel ein Faktor ist, der ein solches Baumpflanz-Vorhaben immer schwieriger mache: „Durch das veränderte Klima, wird es immer schwerer, die Bäume hochzukriegen“, sagt Draeger. „Wir müssen mindestens zehn Mal bewässern – und ich glaube, damit kommen wir am Ende nicht mal hin.“

Wenn sie aber erst mal groß sind, seien die Eichen generell sehr stabil und eben auch eine heimische Baumart. Daher perfekt für das Gebiet. „Sie sollen, wenn sie erst einmal ausgewachsen sind, auch den heimischen Vogelarten Lebensraum bieten.“

Doch nicht nur hinter Amazon ist die Stadt aktiv geworden. Durch Baumaßnahmen der Stadt Achim an Kitas und Schulen wurden insgesamt 94 Bäume an verschiedenen Stellen gepflanzt. Dazu kommen 76 Bäume, die durch den städtischen Baumhof an mehreren Stellen im Stadtgebiet eingepflanzt wurden, das geht aus der Mitteilung der Stadt hervor.

Ergänzt werden sie durch die insgesamt 235 neuen Bäume (143 an Kreis- und Landstraßen, 92 im weiteren Umfeld der Baumaßnahme nahe der Feldmark), die aufgrund des Bauvorhabens von Amazon neu dazukommen – inklusive der 26 besagten Eichen am neuen Radweg. Dazwischen wurden zudem auch rund 100 Heckensträucher gepflanzt, damit am Ende eine dichte Wand aus Grün entstehen kann.

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