Neddermann stellt Empfehlungen von Bürgern zur Innenstadtentwicklung vor / Politik vermisst „klare Richtschnur“

„Die Entscheidungen nimmt uns keiner ab“

Simone Neddermann bei der Präsentation der Ergebnisse.
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Simone Neddermann bei der Präsentation der Ergebnisse.

Achim - Keiner habe etwas gegen Einzelhandel in der Achimer Innenstadt, es gebe jedoch die Sorge, ob Neubauten für Läden funktionieren würden, womöglich weiterer Leerstand die Folge wäre. Deshalb hielten es viele Bürgerinnen und Bürger für besser, in der Fußgängerzone und umzu „vielfältige Kultur und Gastronomie“, Treffpunkte und Angebote für alle Generationen zu schaffen. Diese Ergebnisse aus der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Innenstadtentwicklung nannte Simone Neddermann vor einer großen Zuhörerkulisse im Ratssaal.

Wohl annähernd 100 Bürgerinnen und Bürger hatten sich zu der Sitzung des Ratsausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr eingefunden. Neddermann, von der Stadt mit der „Moderation und Prozessgestaltung“ in Achims „Herzensangelegenheit“ für ein Jahr beauftragt, präsentierte am Dienstag ihren mit Spannung erwarteten Abschlussbericht.

In zwei Innenstadtkonferenzen und sieben Sitzungen der Steuerungsgruppe seien viele Fragen diskutiert und auch geklärt worden, sagte die Diplom-Ingenieurin. 170 Personen hätten sich daran beteiligt.

Dem Stadtrat legte sie nahe, bei seinen Entscheidungen „langfristige Optionen“ zu berücksichtigen. Etwa im Hinblick auf die jetzt allerdings noch dem Land gehörenden Flächen am Amtsgericht, auf denen irgendwann eventuell Läden und Häuser entstehen könnten.

Simone Neddermann gab eine „klare Empfehlung“: „Wenn die Politik auf den Belebungsfaktor Einkaufen setzt, dann sollte ein Geschäftshaus als neuer Magnet auf dem Baumplatz errichtet werden.“ Dagegen gelte es, den Bibliotheksplatz als „zentralen Stadtplatz“ in seiner Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Deutlich emotionaler als in Sachen Baumplatz setzten sich viele für den Erhalt des Bibliotheksgebäudes oder zumindest von dessen Fassade ein. Interessierte Investoren hätten jedoch schon bekundet, dass nur ein Neubau rentabel wäre, ergänzte Neddermann, und in Verbindung mit dem benachbarten Wohn- und Geschäftshaus am Glockenspiel biete sich an dieser Stelle eine „Gestaltungs-chance für Einzelhandel“.

Die Moderatorin rief die Ratsmitglieder dazu auf, die auf 23 Seiten dargelegten Empfehlungen intensiv zu diskutieren und dann klare Entscheidungen zu treffen. Und diese ebenso klar zu begründen und der Bevölkerung zu vermitteln.

„Die geforderte Transparenz ist erreicht worden“, bilanzierte Hans-Jürgen Wächter (SPD) die Arbeit Neddermanns. „Allerdings konnten wir nicht die Bürgerschaft in der gewünschten Breite einbeziehen.“

Alle Fraktionen befürworteten den Antrag Wächters, mit den Ergebnissen weiterzuarbeiten. „Die Entwicklung unserer Innenstadt wird dabei nicht auf die Funktion als Einkaufen verengt werden.“

, betonte Karl-Heinz Lichter (CDU). Auf Anregung von Axel Eggers (Grüne) soll eine AG den Ratsmitgliedern hilfreich zur Seite stehen. „Leider haben uns die Bürger mit den Handlungsem-pfehlungen keine klare Richtschnur gegeben.“

Bürgermeister Rainer Ditzfeld dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. „Es zeigt, dass vielen die Innenstadt am Herzen liegt.“

Ein Bürger beurteilte Neddermanns Moderation als „sehr gelungen, die Bürgerbeteiligung aber nicht“. So hätten dabei zum Beispiel junge Menschen und Familien gefehlt. Er forderte die Ratsmitglieder auf, „mutig weiter zu machen. Nicht so laberig und ausufernd wie heute Abend“.

mm

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