Heinz Bartsch †

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Heinz Bartsch.

Baden/Posthausen - Heinz Bartsch, der frühere Generalbevollmächtigte des Kaufhauses Dodenhof, ist vor einer Woche im Alter von 89 Jahren gestorben. Als „rechte Hand“ der das Unternehmen führenden Familienmitglieder hat er ein Vierteljahrhundert lang das Jahr für Jahr vom Kaufhaus im Moor zum Einkaufszentrum gewachsene Unternehmen und die regionale Wirtschaft geprägt.

Als er vom Kaufhauskonzern Horten 1967 zu Dodenhof kam, hatte er bald seine Lebensaufgabe gefunden. Zitat Heinz Bartsch: „Als ich hierher kam und das Wollen der Menschen spürte, da konnte ich nicht mehr weg.“ Er meinte damit die Mitarbeiter. Ihn reizten die persönliche Atmosphäre und die Möglichkeit, anders als bei großen unbeweglichen Unternehmen schnell zu entscheiden, neue Organisationsstrukturen und Ideen zu entwickeln.

„Er war ein Visionär, der große Fußstapfen hinterlassen hat“, sagt der heutige Dodenhof-Geschäftsführer Berndt Chylla.

Heinz Bartsch arbeitete sehr eng an der Seite von Alfred Dodenhof, der ihn auch eingestellt hatte. Sie einte aber nicht nur die Arbeit im Unternehmen, sondern auch die Jagdleidenschaft. Ungezählte Stunden verbrachten sie gemeinsam auf den Hochsitzen im Hellweger Moor

Unter dem in Achim-Baden wohnenden Heinz Bartsch und Alfred Dodenhof, ab 1976 mit Hermann Dodenhof, ging es im Kaufhaus mit atemberaubender Geschwindigkeit aufwärts: 1975 Eröffnung des Einrichtungshauses auf 10 000 Quadratmetern, 1976 Eröffnung des Warenhauses auf fünf Etagen, 1978 Eröffnung des Zentrallagers und des Abhollagers und 1983 Start im Supermarkt-Bau. Neuer Getränkemarkt, Gartencenter sowie ein Spezialhaus für Pelze und Leder folgen. 1988 startet die Tankstelle mit 17 Zapfsäulen, Waschstraße und Reifencenter in Posthausen.

Heinz Bartsch hatte zusammen mit der Inhaberfamilie viele entscheidende Weichen richtig gestellt. Auch den späteren Stabwechsel an die Söhne Ralph und Kai bereitete er hilfreich mit vor.

1985 wurde der Badener Ehrenmitglied der Vollversammlung der IHK Stade und trieb besonders die Fortbildung und Lehrlingsausbildung voran, die damals noch in den Kinderschuhen steckten.

Dabei war Heinz Bartsch kein Mann, der in den Vordergrund und ins Rampenlicht trat. Er war bescheiden, zurückhaltend, nett und witzig, aber natürlich auch entscheidungsfreudig und resolut, wie es eine solche Führungsposition gebietet. „Ein feiner Mensch“, sagen viele, die ihn näher kannten.

Manfred Brodt

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