Nach dem Diebstahl nehmen Barfuß&Co. die zweite Krähenklappe in Betrieb

Die Vögel verweigern am Oertel ihren Fernsehauftritt

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„Klappe Nr.2“ ist eine Ankündigung bei Filmaufnahmen. Klaus Barfuß führt den Fernseh- und Zeitungsleuten seine Krähenklappeh Nr.2 vor.

Achim - Nun wird im Wäldchen am Oertel mit der Barfußschen Krähenklappe wieder geklatscht, damit die krächzenden und kotenden schwarzen Vögel hier nicht heimisch werden.

Wie berichtet, hatte Klaus Barfuß die achtjährige juristische Auseinandersetzung mit dem Kreis Verden schließlich vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg gewonnen und im Februar seine Krähenklappe in Betrieb genommen, bei der zwei mit einem Scharnier verbundene Holzbretter gegeneinander geknallt werden.

Doch dann war sie zwei Tage später von Unbekannten nachts gestohlen worden. Hinweise auf die Täter gibt es bis jetzt nicht. Man kann nur spekulieren, wer es war. Waren es fanatische Tierschützer, Menschen aus benachbarten Wohngebieten, die die vertriebenen Vögel nicht wollen oder sogar selbst diese Krähenklatsche einsetzen wollen, oder war es nur ein dummer Streich?

Barfuß hatte es mit Humor genommen, dass seine Krähenklappe wohl gefragt sei und dass er nun über eine Serienproduktion nachdenke. Die hat er nicht im Sinn, aber er hatte noch eine zweite Krähenklappe, die gestern Morgen installiert wurde.

In der Zwischenzeit hatten Barfuß und seine Nachbarn am Oertel die Krähen mit Schüssen von Schreckschusspistolen von ihren Grundstücken aus verjagt. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte nämlich im krassen Widerspruch zum Verwaltungsgericht Stade, das die Krähenkolonie am Waldrand für zumutbar hielt, die akustische Vergrämung der Saatkrähen bis zur Brut- und Setzzeit Anfang April erlaubt. Für das Oberverwaltungsgericht und die Menschen im Oertel ist wichtig, dass die Krähen nicht verletzt, nicht getötet und ihre Nester nicht zerstört werden, sondern, dass sie nur durch den Lärm der Klatsche davon abgehalten werden, sich hier einzunisten.

„250 Nester sind

einfach zu viel“

Barfuß: „Wir wollen die Anzahl reduzieren denn die 250 Nester sind einfach zu viel“. Unterstützung bekommt er von Nachbar Wolfgang Kaminski: „Wir sind auch Naturschützer und wollen ein erträgliches Maß“ und „Das Verschrecken muss vor dem Nestbau beginnen“, stellt er klar.

Zur Inbetriebnahme der zweiten Krähenklappe waren gestern auch zwei Fernsehteams angerückt von „Buten un binnen“ und dem NDR.

Etwas erstaunt reagierten die Fernsehleute allerdings, als sie keine Saatkrähe zu Gesicht und vor die Kamera bekamen. „Die haben schon eine gewisse Intelligenz und merken, wenn wir zum Knallen da sind“, klärte Barfuß auf.

Die akustische Vergrämung hat aber auch an anderen Tagen im Oertel schon ihre Wirkung erzielt. Nun hoffen Barfuß und Co., dass die neue Krähenklappe nicht gleich wieder entwendet wird. Leicht wird es nicht sein, denn sie haben sich im Oertel technische und menschliche Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen einfallen lassen.

mb/hem

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