Achimer Hilfsorganisation „Cook & Help“ verabschiedet sich von der Bremer Bürgerweide

Nach 7 500 Essen ist Schluss

Torsten und Yannick Meinecke (Bild rechts) bereiten im Fitness- und Squash-Center in Achim-Baden Speisen zu, die die Helfer von „Cook & Help“ dann in Bremen verteilen. 
Fotos: C & H
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Torsten und Yannick Meinecke (Bild rechts) bereiten im Fitness- und Squash-Center in Achim-Baden Speisen zu, die die Helfer von „Cook & Help“ dann in Bremen verteilen. Fotos: C & H
  • Philipp Köster
    vonPhilipp Köster
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Achim /Bremen – Zum Abschluss gibt es Schweinebraten. Dazu werden Erbsen und Möhren, Rahmsoße und Salzkartoffeln gereicht. Als Nachtisch ist hausgemachter Erdbeerjoghurt vorgesehen. „Wir tranchieren den Braten frisch vor Ort im Zelt, dann ist er noch knackig und saftig“, sagt Koch Torsten Meinecke.

Der Uphuser freut sich schon auf das letzte Ma(h)l, das er am Samstag auf der Bremer Bürgerweide rund 400 Hilfsbedürftigen gemeinsam mit seinem Team von der Achimer Organisation „Cook & Help“ servieren wird. Insgesamt 7 500 Essen sind es an diesem Wochenende, die die Aktiven in den vergangenen 16 Wochen verteilt haben werden. „Das hätte ich nicht für möglich gehalten, maximal 1 000 Mahlzeiten.“

Das zwölfköpfige Team, hinter dem ein Freundeskreis aus 50 Leuten aus Achim und umzu steht, bereitet die Speisen, wie berichtet, im Badener Fitness- und Squash-Center von Peter Berleth (Meinecke: „Der hat keinen Pfennig dafür genommen!“) zu, bringt sie in die Hansestadt, finalisiert und verteilt sie, und zwar samstags, montags und dienstags, in der Woche unterstützt von den Bremer Suppenengeln.

Torsten Meinecke ist normalerweise Küchenchef bei Airbus in Bremen. Doch wegen Corona hat er sein Pensum auf Null runtergefahren, um den „Fulltime-Job“ der Armenspeisung auszuüben. Los geht es frühmorgens mit einem Besuch beim Großmarkt in Bremen, um Obst und Gemüse zu kaufen.

Der Familienvater ist zur Freude der „Gäste“ in Kurzarbeit, wie der Mittfünfziger die Bedürftigen respektvoll nennt. „Die Leute reisen teilweise aus Bremerhaven mit dem Zug an.“ Inzwischen sei eine enge Verbindung zu den Menschen auf der Bürgerweide entstanden. „Man kennt sich mit Namen. Und es ist ein tolles Gefühl, wenn die Gäste nach der Verteilung aufstehen und applaudieren. Das ist dann keine Arbeit mehr, sondern Fun.“

Entsprechend traurig fiel die Reaktion aus, als Meinecke und seine Mitstreiter von „Cook & Help“ vor zwei Wochen verkündeten, dass an diesem Samstag die letzten Essen verteilt werden. „Wir hätten das ewig weitermachen können.“ Aber mittlerweile würde auch das Geld knapp. Rund 25 000 Euro haben die Achimer Ehrenamtlichen für die Aktion ausgegeben. „Und irgendwann muss auch mal Schluss sein.“ Zumal andere Hilfsorganisationen, wie etwa die Suppenengel, in Kürze auch wieder kochen könnten. Gleichwohl wäre „Cook & Help“ bei einer zweiten Corona-Welle sofort wieder am Start, verspricht Meinecke.

Mit einem drei mal einen Meter großen Transparent, gestiftet von der Achimer Firma „Die Schrift“, wollen sich die Freiwilligen von den Gästen verabschieden. So richtig aufhören mag „Cook & Help“ dann doch nicht: Zum einen plant Meinecke ein großes Barbecue-Happening mit vier Grillstationen auf der Bürgerweide für bis zu 700 Personen, möglichst noch im Sommer, wenn die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert würden.

Und zum anderen bleiben die Helfer auch künftig in Kontakt mit den Bedürftigen, wenn sie – wie seit einigen Jahren schon – im Domkapitelsaal an der Domsheide in Bremen eine Weihnachtsfeier für die Armen ausrichten. Dann serviert Torsten Meinecke mit seinem Team vielleicht keinen Schweinebraten, aber mindestens ein Galabüfett.

Von Philipp Köster

Bild links:
Die Helfer bei der Essensausgabe im Zelt auf der Bürgerweide.
Bild unten:

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