Musik-Revue „Die Betty Wolff Klinik – heute keine Therapie“: Vorverkauf läuft

Satire auf Sensationspresse

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Noch machen es sich Marco Nola und Kerstin Lask im Zuschauerraum bequem. Kasch-Premiere ist der 20. Juni.

Achim - Von Lisa Duncan. Eine sensationsgeile Klatschkolumnistin auf der Jagd nach Skandalgeschichten über Alt-Promis und eine kontrollsüchtige Suchttherapeutin, die ihre Drogenklinik um jeden Preis vor dem Bankrott retten will.

Das ist das Setting der neuen komödiantischen Revue „Die Betty Wolff Klinik – heute keine Therapie“, die am 20. Juni um 20 Uhr im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) Uraufführung feiert. Der Vorverkauf läuft.

Für das Kasch ist die Zusammenarbeit ebenfalls neu, denn es ist die erste Inszenierung mit mehreren Spielterminen (weitere am 22. Juni, 19 Uhr; 18. und 19. Juli, jeweils 20 Uhr und 20. Juli, 19 Uhr).

Ausgedacht hat sich das Ganze der Komponist und Komödiant Marco Nola, der die Geschichte inklusive Gesangseinlagen mit der „Seven Rays Musical Company“ inszeniert. Zu einiger Berühmtheit gelangte Nola bereits in frühen Jahren. Bereits als Elfjähriger trat er in TV-Sketchen mit Rudi Carrell und Diether Krebs auf. Heute betreibt er ein eigenes Tonstudio in Bremen, wo er, neben eigener Musik, schon Hörspiele mit Johanna von Koczian und anderen Schauspiel-Größen produzierte.

Teil des Ensembles ist auch Kerstin Lask, die seit fast zehn Jahren musikalisch mit Nola zusammenarbeitet. „Marco Nola habe ich als Chorleiter 2005 auf dem Thedinghauser Erbhoffest kennengelernt. Seitdem singe ich in seinem Chor und fahre zweimal die Woche nach Bremen um zu proben. Man könnte sagen, ich bin hier für den lokalen Anstrich zuständig, weil ich in Thedinghausen aufgewachsen und in Achim zur Schule gegangen bin“, sagt Kerstin Lask und lacht.

Zwar schrieb Marco Nola für das Stück das Manuskript. „Aber Erfinder sind wir eigentlich alle zusammen“, insistiert er. Vor einigen Jahren habe man im privaten Rahmen, vor knapp 400 Leuten, mal einen „Testballon“ mit großem Erfolg laufen lassen. „Danach waren wir entschlossen, ein eigenes Stück zu schreiben.“ Verschiedene Schauplätze wurden durchgespielt und wieder verworfen – etwa, das Stück auf einer Beerdigung spielen zu lassen. „Der Ort der Entzugsklinik schien uns schließlich geeignet, um besonders absurde Sachen machen zu können. Wir sind uns dabei der Ernsthaftigkeit des Themas durchaus bewusst, darum stellen wir nichts realistisch dar. Wir machen uns nicht über das Thema Sucht lustig, sondern über die dauerhafte Berichterstattung in der Yellow Press“, betont Nola.

Herzlich Lachen darf das Publikum trotzdem: „Es ist durch und durch eine Komödie – es gibt keine Botschaft, das ist pure Unterhaltung.“ Der Humor, den Nola als „anarchisch“ bezeichnet, sei angelehnt an „Fawlty Towers“, eine etwas weniger bekannte TV-Serie, in der „Monty Python“-Komiker John Cleese den Besitzer eines Hotels spielt, das er durch seine überhebliche Inkompetenz immer wieder ins Chaos stürzt.

Für „Die Betty Wolff Klinik“ ließ Nola die Akteure ihre Rollen selbst weitgehend mitgestalten. Kerstin Lask, die sich auch im wahren Leben als bestimmende Persönlichkeit sieht („Da, wo ich bin, ist vorne“), spielt etwa die Managerin von Schlagerstar „Emil Papst“. Marco Nolas Alter Ego heißt „Johnny Pistol“, ein „abgehalfterter Rocksänger“. Im musikalischen Teil verarbeitete Nola zu Unrecht vergessene Kleinode der Popmusikgeschichte („keine Gassenhauer“).

Es sind die liebevollen Details, die neugierig auf das Stück werden lassen. Beim Pressetermin legt Marco Nola einen Packen unterschiedlich bedruckter Eintrittskarten auf den Tisch. Wie mir der Regisseur erklärt, zeigen einige die stilisierte Frisur von Betty Ford, die Gründerin der berühmte Entzugsklinik für Stars. „Ohne den Mega-Hit ‚Gladiolen im Schnee“‘ steht auf dem dazugehörigen Plakat. Dieser Song, der aus eigener Feder stammt, komme tatsächlich nicht in der „Betty-Wolff“-Revue vor. Es werde aber noch eigens eine CD mit diesem Titel veröffentlicht, so Nola.

Karten können im Kasch gekauft oder telefonisch reserviert werden. Weitere Vorverkaufsstellen: Buchladen Heike von der Pütten, Sottrum, Friseur Ralf Asche, Bremen, sowie bei der „Seven Rays Musical Company“ unter Tel. 0421/3306636 (auch AB möglich).

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