„Achim-Box“ wohl schon durchgefallen

Der Müll und die Stadt

Nicht gerade ein Blickfang die Müllbatterie, die in der Stadtmitte auch Fahrradständer verdrängt hat. - Foto: Brodt

Achim - Die Stadt hofft, dass das fürs Frühjahr angekündigte Restaurant „Alte Feuerwache“ im umgebauten ehemaligen Bibkiotheksgebäude nun im Herbst eröffnet wird. Der neue Eigentümer verspricht das. Die Stadt tut jedenfalls alles, um das möglich zu machen.

So muss der Eigentümer 23 Autostellplätze einchließlich zweier barrierefreier und 13 Fahrradstellplätze auf dem Grundstück nachweisen. Da das auf der Fläche nicht möglich ist, kann er und muss er 21 Plätze mit vierstelligen Beträgen im oberen Bereich finanziell ablösen, sich also freikaufen.

Das Geld sollte von der Stadt auch für Parkraum verwendet werden, und der WGA-Ratsherr Wolfgang Heckel regte im Stadtplanungsausschuss an, doch auf dem nahegelegenen Parkplatz Achimer Brückenstraße ein Parkdeck zu schaffen. Fachbereichsleiter Martin Balkausky will jetzt darüber immerhin nachdenken.

Parkfläche in der Fußgängerzone 

Die zwei barrierefreien Stellplätze und die Radständer lassen sich allerddings nicht ablösen. Deshalb entzieht die Stadt 102 Quadratmeter der Fußgängerzone in der Achimer Brückenstraße und am Bibliotheksplatz sowie der Straße Am Marktplatz dem so genannten öffentlichen Raum und stellt sie dem Gastronomiebetrieb zur Verfügung, damit er dort die geforderten Plätze schaffen kann.

Auch wenn die Alte Feuerwache eine neue Attraktion in der Fußgängerzone werden könnte, müssen dafür die zum Verweilen geeigneten Stufen vor der Bibliothek und der Lesegarten geopfert werden.. Die Stadt bemüht sich so auch, neue konsumfreie Räume zu schaffen. Das ersteigerte traditionelle Textiöhaus spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Die Stadtoberen haben aber noch ein ganz anderes Problem. Wie Stadtplanerin Angelika Steinbach vortrug, fallen beim Rathaus, Atrium und der künftigen Alten Feuerwache Unmengen an Müll an in hunderten gelben Säcken und sortiert in diversen verschiedenfarbigen Müllcontainern. Trafos der Energieversorger und Fahrradständer sind ebenfalls in der Stadtmitte unterzubringen. Planungschefin Dr. Monika Nadrowska, die zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung erkrankt war, hatte deshalb ein vom Bremer Büro für Architektur, Stadt-, Freiraum-, Lichtplanung entwickeltes Konzept mit einer „Achim Box“ vorgeschlagen. Müllcontainer, Fahrradständer, Trafos und anderes werden von mehr oder weniger transparenten Wänden unbekannten Materials umgeben. Auf den Wänden der so entstehenden Box könnte einheitlich für Achim und seine verschiedenen Attraktionen geworben werden.

Hinweisschilder und Identitätsststiftung in der Stadt zugleich, lauten die Begründungen. .Konkreters und angaben zu den Kosten fehlen noch.

Doch das Urteil im Stadtplanungsauschuss fiel schnell vernichtend aus. Hans-Jürgen Wächter (SPD) gefielen diese „Schuhkartons“ nicht. Petra Geisler (SPD) meinte. Müllcontainer gehörten nicht mitten in die Fußgängerzone, und auch Karlheinz Lichter (CDU) will keine Müllboxen in der Nähe eines Biergartens sehen.

Joachim Schweers (Grüne) regte den Standort Baumplatz an. An der Rückfront des Rathauses lassen sich die Mülltonen nicht mehr verstecken, nachdem dort der gläserne Bibliotheksanbau geschaffen worden ist.

Einfach unterirdisch dieser Vorschlag

Wolfang Heckel (WGA) will, die Müllcontaier in der Erde versenken. Stadtplanerin Angelika Steinbach wunderte sich, denn gerade für diesen Vorschlag der unterirdischen Müllentsorgung sei die Stadtverwaltung doch vor einigen Monaten von Ratsmitgliedern „verhauen“ worden. Da fielen Parkplätze weg und was ein solches Pilotprojekt in Achim solle, sei geschimpft worden.

Problem also erkannt, aber nicht gebannt. - mb

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