Müll sammeln im Wattenmeer

Achimer Seglerin engagiert sich im Verein Soltwaters

Soltwaters-Schriftführerin Birgit Wegener (l.) und die Vorsitzende Iris Bornhold wollen das Watt schützen. - Foto: Bischoff

Achim - Von Sandra Bischoff. Birgit Wegener ist Naturfreundin. Und Seglerin. „Ich bin auf dem Wasser aufgewachsen“, sagt die Achimerin, die seit ein paar Jahren an der ostfriesischen Nordesseküste im Nationalpark Wattenmeer die Segel hisst. Um dort auch in Zukunft ihrem Hobby nachgehen zu können, sind sie und ihr Mann vor Kurzem dem Verein Soltwaters beigetreten. Er vertritt die Interessen der Wattfahrer.

„Wir kümmern uns nicht nur um Segler, sondern auch um Motorbootfahrer, Angler und Seekajak-Fahrer“, sagen Wegener, die im Verein mittlerweile die Funktion der Schriftführerin übernommen hat, und die Vorsitzende Iris Bornhold.

Soltwaters war nach dem Zweiten Weltkrieg zur Besseren Völkerverständigung mit den Niederländern gegründet worden. 1986 erfolgte eine Neubelebung, um bei der Einrichtung des Nationalparks ein Mitspracherecht zu haben. Immerhin schwingt bei den Wassersportlern permanent die Sorge mit, das Befahren des Wattenmeeres könnte aus Naturschutzgründen bald ganz verboten werden. „Dabei ist es unser Ziel, das Watt unter Berücksichtigung von Naturschutz erlebbar zu machen, Denn nur was man kennt, das schützt man auch“, sind sich Wegener und Bornhold einig.

Die Achimerin zog es irgendwann von der Weser aufs Meer hinaus. „Ich habe mit zwölf mein erstes Boot bekommen, einen kleinen Optimisten“, sagt Birgit Wegener, die seit Jahren auch Schriftführerin beim Bootssportverein Achim/Thedinghausen ist. Ihren Mann lernte sie zwar beim Tanzen kennen, die Leidenschaft fürs Segeln vermittelte sie ihm jedoch schnell. „Irgendwann haben wir uns ein größeres Boot gekauft, das für die Weser zu groß ist. Dann sind wir an die Nordsee ausgewandert.“ Den Großteil der Saison liegt das Boot nun in Hooksiel, von dort aus startet das Ehepaar seine Touren. „Es ist einfach herrlich, die Tiere im Wattenmeer zu beobachten, die Seehunde oder die Vögel.“

Natur und Sport im Einklang: Das ist unter anderem das Ziel des Vereins Soltwaters. 

Laut der Vorsitzenden vertritt der Verein etwa 12. 000 bis 14 .000 Wassersportler, darunter mehr als 300 Einzelmitglieder und rund 30 Vereine. Soltwaters setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass die sogenannte Drei-Stunden-Regelung erhalten bleibt. Die besagt, dass geschützte Bereiche des Wattenmeers drei Stunden vor bis drei Stunden nach Hochwasser befahren werden dürfen. „Das hat sich bei den Wassersportlern durchgesetzt, und auch die Tierwelt wird dadurch nicht gestört“, sagen Bornhold und Wegener.

Störungen im Naturpark entstünden vielmehr durch den Müll, der ins Wasser geleitet werde, sich an Stränden sammle und den die Tiere oftmals verschluckten. Aus diesem Grund initiiert Soltwaters immer wieder Müllsammelaktionen. Die nächste ist für Samstag, 18. August, auf Minsener Oog geplant. Die unbewohnte Insel liegt knapp zwei Kilometer südöstlich von Wangerooge in der einer Strömungsrinne. Deshalb werde dort viel Müll angespült. „Bei unserer letzten Aktion vor zwei Jahren haben wir insgesamt acht Kubikmeter Müll gesammelt, das waren mehr als 18 .000 Teile, von Angelschnüre über BHs und Einweghandschuhe bis zu Farbkanistern war alles dabei.“

www.soltwaters.de

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