Bremer Hochschulchor und Kammerensemble begeistern in der Laurentius-Kirche

Mozarts Requiem luftig und transparent

Das Konzert am Sonntagnachmittag lockte viele Besucher in die St.-Laurentius-Kirche. Fotos: Knopp

Achim - Von Hans-ulrich Knopp. Die St.-Laurentius-Kirche in Achim war am Sonntagnachmittag gut besucht. Grund war das Konzert des Bremer Hochschulchors, „Intonation“, und des Bremer Kammerensembles „Konsonanz“, beide unter Leitung von Julio Fernandez.

Auf dem Programm stand das Requiem in D-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart sowie das Trisagion für Streichorchester von Arvo Pärt. Solch eine Kombination ist eher ungewöhnlich, besonders dann, wenn das erwähnte Trisagion mitten in das Requiem integriert wird.

Nachdem Kreiskantorin Regine Popp das Publikum und die Künstler begrüßt hatte, legte der Chor der Hochschule Bremen mit dem Requiem gleich richtig los. Die mehr als 50 Sängerinnen und Sänger von „Intonation“ zauberten ein homogenes Klangbild, einfühlsam begleitet durch das Bremer Kammerensemble „Konsonanz“. Obwohl das Werk ja in der geistlichen Musik beheimatet ist und mitunter durchaus stimmgewaltig und tonal imposant daherkommt, klang die Vorstellung des Chors selbst in der verstärkenden Akustik der Kirche niemals erdrückend, sondern eher luftig und transparent, was schon ein wenig überraschte. Die Freude am Musizieren war jederzeit spürbar, was durch das gute Zusammenspiel mit den Solisten noch gefördert wurde. Anna Terterjan (Sopran), Anna Maria Torkel (Mezzosopran), Mikolaj Kapala (Tenor) und Christian Wagner (Bariton) überzeugten mit ihren Soloparts nachhaltig. Intonationssicher und vor allem stimmlich präsent im Zusammenwirken mit Chor und Ensemble setzten sie die tonalen Glanzlichter im Stimmenverbund aller Künstler.

Dann kam die Zäsur: Da Mozart während der Komposition seines Requiems verstarb, ist nicht alles durch seine Handschrift belegt, sondern wurde nach seinem Tod ergänzt. Um das das Ende der Handschrift Mozarts deutlich werden zu lassen, wurde nach dem achten Takt im Lacrimosa (einer Sequenz des Requiem) das Trisagion von Arvo Pärt eingeschoben.

Das Trisagion des zeitgenössischen estländischen Komponisten ist ein Werk für Streichorchester in der geistlichen Musik, und ähnlich getragen kam es auch daher. Musik vermittelt auch ohne Text Stimmungen und Emotionen, und die waren im Trisagion eben andere als beim Requiem.

Nach Beendigung des Trisagion wurde das Requiem ab dem Lacrimosa weiter mit instrumentaler und stimmlicher Brillanz fortgesetzt.

Der Chor, das Kammerensemble und die Solisten verzauberten das Publikum im weiten Oval des Achimer Kirchenschiffes nachhaltig und ernteten für ihre überragende künstlerische Darbietung lang anhaltenden, tosenden Applaus. Ein überaus gelungenes Konzert an einem stürmischen frühen Sonntagabend.

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