„Mosaiksteine“ zeichnen Historie nach 

Geschichtswerkstatt präsentiert Buch und Ausstellung zu „70 Jahre Stadtrecht Achim“

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Die Arbeitsgruppe der Geschichtswerkstatt präsentierte Buch und Ausstellung: Marlies Migowski, Elke Gerbers, Monika Köhler, Edith Bielefeld, Barbara und Hans-Joachim Wuthe, Helmut Köhler, Werner Esdohr und Manfred Brodt (v.l.).

Achim - Von Ingo Schmidt. Die Stadt Achim ist flott, spannend, abwechslungsreich und lebendig – dies zeigt ein nun vorgestelltes Kompendium zum 70. Jahrestag des Achimer Stadtrechts, das die Geschichtswerkstatt am Samstag feierlich im Ratssaal vor geladenen Gästen präsentierte. Unter dem Titel „Mosaiksteine aus Achim – 70 Jahre Stadtrechte“ verfolge das Buch keinesfalls den Anspruch einer umfassenden Chronik: „Die breite Masse sollte bestimmen, was in den vergangenen sieben Jahrzehnten in Achim wichtig gewesen ist“, erläutert Helmut Köhler, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt, die Maxime. „Wir haben die Achimer Bürger um Beiträge gebeten und liefern deshalb kein Gesamtgemälde, sondern Inhalte, welche die Leute interessieren“, ergänzt Manfred Brodt, der das Buchprojekt federführend leitete.

Ausgehend von der historischen Versammlung zur Verleihung der Stadtrechte am 4. Mai 1949 im Hotel Stadt Bremen behandelt das Buch unter anderem die Nachkriegszeit mit der Währungsreform, der Einführung der D-Mark, die Veränderung Achims durch die vielen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, den Abbau der wunderbaren Dünenlandschaft entlang der Weser für Wohnungs- und Straßenbau. Der Wiederaufbau der Ueser Brücke findet genauso Berücksichtigung wie die Pläne einer Satellitenstadt mit 30.000 Einwohnern in Bierden und Uphusen sowie die neue Hochhaussiedlung in Achim-Nord. Auch die Entwicklung des kleinen Achims zum großen Achim durch die Gebietsreform 1972, bei der die bis dahin selbstständigen Gemeinden Uphusen, Bierden, Bollen, Embsen, Uesen und Baden eine Zwangsheirat mit Alt-Achim eingegangen sind, findet sich in dem Buch.

Die Etappen der Stadtsanierung mit dem Kampf um ein neues Rathaus werden ebenso ausführlich behandelt wie untergegangene und noch bestehende Unternehmen von der Molkerei, Runken und Waje bis Simonsbrot, Desma und Getränke Ahlers. Den Sportvereinen, der Landfrauenbewegung, den Imkern bis zu den Achimer Kirchengemeinden und Schulen oder auch der Bundeswehrzeit wird breiter Raum gewidmet. Zusammen mit Beiträgen über das Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) und die Diskothek Mic Mac offenbaren die Kapitel vielfältige Facetten der Weserstadt.

Zahlreich waren die geladenen Gäste zur Buchpräsentation in den Ratssaal gekommen. 

Bereits im Frühjahr 2017 startete die Geschichtswerkstatt ihr ambitioniertes Vorhaben: Eine Arbeitsgruppe habe überlegt, wie man den denkwürdigen Jahrestag würdigen könne. Viele Ideen wurden gesammelt und letztlich sei der Wunsch entstanden, ein Buch herauszugeben. Insgesamt 45 Autoren haben sich an dem Werk beteiligt, das fast 190 Seiten umfasst.

Hausherr Rainer Ditzfeld erschien trotz Urlaubs im Ratssaal, um den Initiatoren zu danken. Sich an die Geschichte zu erinnern, sei eine gute Grundlage, um nach vorne schauen, erklärte Christoph Rippich, der als Bürgermeister und Ehrenbürgermeister fast 50 Jahre die Geschicke der Stadt geprägt und begleitet hat. „Manches kann sich sehen lassen, anderes müsse man verschrotten“, erklärte der bald 81-Jährige, „so ist das in vielen Städten.“ Manche Leute würden Achim als Schlafstadt und Übergangsstation nutzen, aber der Ort biete mehr. Das übermittelte Erbe sei bäuerliches Gemeinwesen und Achim sei vor allem Wohnstadt und Industriestandort mit Gewerbeansiedlung. Der Stadtrat müsse deshalb bei jeder Veränderung die Folgen für die Bevölkerung berücksichtigen. Rippich selbst lieferte einen umfassenden Artikel zur Achimer Sportgeschichte.

Finanziert wurde das Druckwerk mit Sponsorengeldern sowie mit einem Zuschuss der Stadt Achim in Höhe von 2500 Euro. Das Buch ist ab sofort im Achimer Buchhandel bei Hoffmann, Bücherwurm sowie Mildner in Baden für 22,50 Euro erhältlich. Die dazugehörige Ausstellung im Rathausfoyer ist noch bis zum Ende des Monats zu sehen.

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