Moritz Schierenbeck und Fabian Nolte sind im Internet sehr kreativ unterwegs

Preisgekrönte Videos und eigener youtube-Kanal

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Zwei pfiffige Jugendliche aus Achim und Oyten: Moritz Schierenbeck (links) und Fabian Nolte.

Achim - Von Inka Sommerfeld. Ihre Arbeit entstand wortwörtlich über Nacht. Und wurde am Tag darauf umgesetzt. Das Ergebnis: der erste Platz. Moritz Schierenbeck aus Achim und Fabian Nolte aus Oyten haben den bundesweiten Kreativwettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung gewonnen.

Das rund dreiminütige Video behandelt Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus und beleuchtet, wie es dazu kommt. Sachlich und nüchtern, mit sorgfältig ausgearbeiteten Details beschreiben Schierenbeck und Nolte ein Streitgespräch, in dem ein frustrierter Internetnutzer von extremistischen Ideen überzeugt werden soll. „Der Inhalt steht im Mittelpunkt“, sagt Nolte. Das hat die Jury überzeugt - und sicher auch die gute Filmqualität (www.kas.de/wf/de/33.40787).

Dabei ist das Video auf den letzten Drücker entstanden. „Eine ehemalige Mitschülerin, die ihr freiwilliges politisches Jahr bei der Stiftung absolviert, machte uns Anfang des Jahres auf den Wettbewerb aufmerksam“, erzählt Nolte.

Der 18-Jährige und sein 19-Jähriger Freund bestanden im vorigen Jahr ihr Abitur am Achimer Gymnasium am Markt. Das Thema klingt interessant, fanden beide und machten sich Gedanken darüber. Doch die guten Ideen blieben lange aus - und der Abgabetermin rückte unerbittlich näher. Der war Ende Februar.

„Am längsten dauerte es, die richtige Idee zu haben“, blickt Nolte zurück. Sie wollten ein Video über ein Gespräch drehen, waren sich beide einig. Dann der richtige Einfall um Mitternacht. Das Skript schrieb der Oytener in gerade mal einer Stunde - um 1 Uhr war es fertig. „Wenn ich dabei bin, geht es ganz schnell. Ich habe den Text so runtergeschrieben“, sagt er. Sein Trick: Er begann den Text in der Mitte und fügte später den Einstieg an.

Schierenbeck war damit zufrieden. Bis 8 Uhr hatte er Vorstellungen im Kopf, wie das Skript filmisch umgesetzt werden sollte. „Das war sehr spontan, hat aber geklappt.“

Die beiden bauten das Set auf: Erst wurde Noltes Schreibtisch aufgeräumt und ins rechte Licht gerückt. „Gegen 11 Uhr haben wir mit dem Drehen angefangen, und am Abend, noch vor der Dunkelheit, war alles fertig“, sagt der Achimer.

Fabian Nolte legte vor fünf Jahren seinen You-Tube-Kanal an; als Hobby. Er drehte Videos, die er dort zeigte - und mit manch einem Film gewann er Wettbewerbe. Wie mit seinem Wahlwerbespot. „Ich habe einen solchen für mich selbst gedreht“, erzählt er grinsend.

Doch mit dem Hauptgewinn, einer „ordentlichen“ Spiegelreflexkamera, konnte er so recht nichts anfangen. „Mit der kann man fotografieren und filmen, und ich konnte damit nicht umgehen“, berichtet er. Doch er wusste: „Moritz würde damit sicher gern spielen.“ Stimmt. Schierenbeck war vom Gerät angetan - und wagte den Schritt vom Hobbyfotografen zum Hobby-Kameramann. Übrigens: Mit der Kamera produzierten die beiden seitdem alle Videos.

Das erste gemeinsame Video der beiden ist auf Noltes You-Tube-Kanal zu sehen: eine Wahlwerbeparodie im Rahmen der Bundestagswahl 2013

(www.youtube.com/watch?v=OETnQW6pWsM) - bewusst schlecht produziert. „Da hat sich gezeigt, dass unsere Zusammenarbeit gut funktioniert“, sagen beide. Sie hoffen, dass das so bleibt.

Auf welchem Platz das Duo beim Wettbewerb von Radio FFN im vorigen Jahr landete, kurz vor dem Abi, wissen sie bis heute nicht. Genauer gesagt: Die ganze Klasse nahm teil - und Schierenbeck und Nolte drehten ihr Video. Thema: ein Musikvideo zum Lieblings-80er-Song.

Fabian Nolte betreibt nicht nur seinen You-Tube-Kanal, sondern ist auch freier Mitarbeiter bei Radio Bremen. Zudem moderiert er die Wochen-Web-Schau auf Tagesschau 24 und hat auf Radio Bremen 4 seine Kolumne. Titel: „Fabian hat da mal 'ne Frage“. Die wird jeden Samstagvormittag gesendet, irgendwann zwischen 10 und 12 Uhr. Am vergangenen Samstag schwadronierte Nolte über den Urlaub der Kanzlerin.

Moritz Schierenbeck will vom Wintersemester an Mediendesign studieren: „Bremerhaven wäre interessant, Bremen ist am praktischsten und Hamburg wäre eine Option.“

Ideen für ein weiteres Projekt haben die beiden bereits. Eine kleine Serie soll es werden, mit Kriminalfällen. Thema: Productplacement, die gezielte Darstellung von Markenprodukten in Medien. „Wir wollen auf den Missstand auf You Tube hinweisen“, erläutert Nolte. Die Filme sind von Mai an zu sehen.

www.youtube.com/dailyknoedel

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