Ausstellung in Bremer Villa Ichon

„Moor-Akt and more“ aus fast 30 Jahren

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„Licht hat mich schon immer fasziniert“. Der frühere praktizierende Augenarzt Dr.Günther Kressl hatte sich immer auch der Musik und Kunst verschrieben. Jetzt sind Werke von ihm aus fast drei Jahrzehnten in der Bremer „Villa Ichon“ zu bewundern.

Achim/Bremen - Von Bernd Hägermann. Nicht nur in Achim, sondern auch andernorts gibt es Menschen, die Dr. Günther Kressl eine künstlerische Mehrfachbegabung attestieren. Derzeit können Besucher der Villa Ichon in Bremen sich davon überzeugen. Kressl zeigt dort noch bis Mitte Juli Werke, die unter dem Titel „Moor-Akt - Von Bernd Hägermann. and more“ thematisch gefasst sind und sich über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten erstrecken.

Es sind Radierungen, Zeichnungen, in Mischtechniken gearbeitete Bilder und Künstlerbücher, die einen Blick auf die inwendige Bilderwelt des Künstlers erlauben: „Mir geht es um das kreative Tun“, sagt Kressl und spricht in der Folge von gedanklich-künstlerischen Prozessen, die „nach Fixierung streben“. Für seine Lyrik, der er gerne um Bildhaftes ergänzt, gilt das genauso.

Kressl wollte für die Ausstellung in der Villa Ichon eine klassische Hängung sowie eine ruhige Grundordnung der gesamten Präsentation. Beides ist gelungen. Nähert man sich allerdings einzelnen Bildern, entdeckt man viel mehr Verwerfungen, Erotik und vieldeutige Anspielungen, als sinnhaftes Gleichmaß: „Die Gesellschaft ist bigotter geworden“, sagt Günther Kressl. Soll heißen: Leute nehmen Anstoß an Teilen der Kunst, aber nicht im geringsten an zweifelhaften medialen Formaten oder Schund im Allgemeinen. Kressl ist das einerlei: „Ich muss einfach Kunst machen.“ Nur dem Kunstbetrieb, wo häufig genug die Selbstdarstellung und der Schein alles überstrahlen, verweigert er sich.

In jungen Jahren, Kressl wurde 1934 in Leer geboren, galt sein Interesse vorrangig der Musik. Kreissl wollte Komponist werden. Doch seine frühen Werke gingen unglücklich verloren. Damals reifte der Entschluss, einen Brotberuf zu erlernen. Bis Anfang der 90er Jahre praktizierte er als Augenarzt („Licht hat mich immer schon fasziniert“), um auf Grundlage seiner Profession weitgehend unabhängig die Klaviatur der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten zu spielen. Kressl will dabei nicht perfekt sein, aber originell.

Er arbeitet beispielsweise mit Packpapier, auf dem noch Briefmarken und Adresszettel kleben und fügt alles, mitsamt Knitterfalten und Beschädigungen, zu einer kompositorischen Einheit. Wenn der Künstler sagt: „Ich sammle Sachen und bringe sie zusammen!“, klingt das einfach. Tatsächlich ist es komplex. Und Kressl nie zufrieden mit vordergründigen Lösungen. Kressl lässt sich bannen vom Gegenwärtigen und ist gespannt auf Kommendes.

Derzeit komponiert der Künstler wieder. Dabei geht es Günther Kressl ebenfalls um Metapher, Vision und Imagination. Das Komponieren ist gleichsam eine logische künstlerische Entwicklung, denn: „Bestenfalls klingt Musik auch in meinen

Bildern.“

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