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Mit vereinten Kräften „Hilfe für die Ukrainer“

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Von: Michael Mix

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Aldona Stelle und Arnd Seiferth, Lehrkräfte am „Cato“ und Organisatoren der Hilfsaktion, freuen sich, dass viele Schüler dabei mit anpacken.
Aldona Stelle und Arnd Seiferth, Lehrkräfte am „Cato“ und Organisatoren der Hilfsaktion, freuen sich, dass viele Schüler dabei mit anpacken. © Mix

Achim – Im Eingangsbereich des Gemeindehauses von St. Matthias stapeln sich die Kartons bis unter die Decke. Jugendliche errichten ständig neue Türme aus Pappe. Im Saal stehen junge Frauen unterdessen in einem Wust von Kisten und Tüten voll mit ganz unterschiedlichen Sachen, die Leute immer wieder frisch anliefern und die es zunächst zu sichten und sortieren gilt, bevor sie in einem Umzugskarton oder in einem kleineren Versandformat verstaut werden.

Viele packen tatkräftig an für die „Hilfe für die Ukrainer“, die die beiden Achimer Gymnasien, die katholische Kirchengemeinde St. Matthias, der Lions-Club Achim und die örtliche Firma Bedikids am kommenden Wochenende auf den Weg bringen wollen, wie das Organisationsteam um Aldona Stelle und Arnd Seiferth berichtet.

Beschriftung auf Deutsch, Polnisch und Ukrainisch.
Beschriftung auf Deutsch, Polnisch und Ukrainisch. © -

„Schon einen Tag nach dem Ausbruch des Krieges am 24. Februar war uns klar, dass wir was tun müssen“, schildert der Religionspädagoge am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium. Zusammen mit weiteren Lehrkräften habe er einen Brief an die Schulöffentlichkeit geschrieben. „Wir sind erschüttert über den von Russland angezettelten Krieg und wollen gesprächsbereit sein für die Schülerschaft“, gibt Seiferth den Tenor des Schreibens wieder. Keiner müsse mit seinen Sorgen und Nöten wegen des Kriegs an der Ostgrenze der EU alleine bleiben, sei das Anliegen gewesen. „Und natürlich haben wir das Thema auch im Unterricht vielfältig angesprochen.“

Seine Kollegin Stelle, Lehrerin für Englisch und Sport, die in Polen geboren wurde, deshalb auch die Sprache ihres Heimatlandes „noch halbwegs beherrscht“ und gerade in Elternzeit ist, wollte angesichts der schrecklichen Bilder von der Kriegsfront für die leidenden Menschen in der Ukraine etwas tun. „Ich habe Kontakt mit einem Bekannten aufgenommen, Roman Borukh, einem Ukrainer, der in Polen arbeitet“, erzählt die Achimerin. Sie habe ihn gefragt, wie sie helfen könne. „Wir brauchen dringend Kleidung“, habe er ihr gesagt. „Erst wollte ich in Eigeninitiative sammeln“, verrät Aldona Stelle, „aber dann habe ich mir überlegt, das über die St.-Matthias-Gemeinde, in der ich Mitglied bin, laufen zu lassen“. Pfarrsekretärin Christiane Grusche sei sofort Feuer und Flamme für diese Idee gewesen. Das Gemeindehaus, habe sie ihr vorgeschlagen, könne gerne als Sammelstelle für gespendete Hilfsgüter dienen. Borukh habe ihr dann auch noch mitgeteilt, dass das Krankenhaus im westukrainischen Tysmenyzja eine Menge Medikamente, „vor allem gegen Schmerzen und fiebersenkende Mittel“, sowie Verbandsmaterial brauche.

Daraufhin starteten Seiferth und Stelle am „Cato“ über I-Serv einen Aufruf, für die Ukraine-Hilfe Hygieneartikel, Taschenlampen und andere „Alltagsgegenstände“, haltbare Nahrungsmittel, medizinisches Material, aber auch Geld zu spenden. Kleidung werde nicht mehr benötigt. Auch das Gymnasium am Markt beteilige sich inzwischen an der Aktion.

Elftklässlerinnen des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums sichten und sortieren Sachen im Gemeindehaus von St. Matthias.
Elftklässlerinnen des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums sichten und sortieren Sachen im Gemeindehaus von St. Matthias. © -

Im katholischen Gemeindehaus, „unser Logistikzentrum“ (Seiferth), sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 13 des „Cato“ seit Tagen jeden Vormittag abwechselnd im Einsatz, um den Berg der von der Bevölkerung gespendeten Sachgüter zu ordnen, zu verpacken und zu beschriften. „Wir machen das auf Deutsch, Polnisch und Ukrainisch“, merkt Aldona Stelle an. Noch heute von 14 bis 17 Uhr sowie morgen, am Donnerstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr sind Spenden im Gemeindehaus an der Meislahnstraße willkommen.

„Eventuell bringen wir einen Teil davon auch in die Mitte von Polen, weil dort sehr viele Flüchtlinge angekommen sind“, überlegt die Aktivistin. Bedikids habe sich bereit erklärt, beim Verladen der Güter zu helfen.

Für die Finanzierung des Lkw-Transports, für den die Achimer Lions laut Stelle bereits Kontakt mit Clubs in Polen und der Ukraine aufgenommen haben, sind Geldüberweisungen hilfreich. Und zwar auf das Spendenkonto von St. Matthias IBAN DE60 2915 2670 0011 0379 26 bei der Kreissparkasse Verden mit dem Verwendungszweck „Ukraine“.

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