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Mit Leihfahrrad zur Arbeit pendeln

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Von: Michael Mix

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Über eine Mobilitätsapp können Pendler die Leihfahrräder buchen. 100 stehen an den Bahnhöfen Achim und Baden bereit.
Über eine Mobilitätsapp können Pendler die Leihfahrräder buchen. 100 stehen an den Bahnhöfen Achim und Baden bereit. © -

Achim – Wer in Achim, aber auch in Oyten oder Ottersberg jobbt, hat die große Chance, für den Weg von und zur Arbeitsstätte bequem, klimafreundlich und kostengünstig vom Auto auf den Zug und das Fahrrad umzusteigen. „Bikesharing für Pendlerinnen und Pendler“ startet im Nordkreis. Bei dem „intermodalen und ressourcenschonenden“ Angebot der AzweiO, einer von der Stadt Achim, der Gemeinde Oyten und dem Flecken Ottersberg getragenen Gesellschaft des öffentlichen Rechts, sowie von Unternehmen wie Amazon, Zeppelin Power-Systems oder Dodenhof können Beschäftigte für Strecken vom Bahnhof zum Arbeitgeber und zurück über eine Mobilitätsapp Leihfahrräder buchen und nutzen.

„Wir sind am 1. März mit der Friendly-User-Phase gestartet“, informierte Projektmanagerin Stefanie Schleef am Donnerstag bei einem Pressegespräch auf dem Amazon-Gelände im Uesener Feld. Eine Gruppe von 15 Leuten teste in diesem Monat das brandneue Bikesharing, erklärte die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, die für Wirtschafts- und Standortförderung zuständig ist. Ab dem 1. April könnten dann alle Interessierten in den drei Kommunen im Nordkreis auf diesen Zug Richtung Mobilitätswende aufspringen. „100 Leihfahrräder stehen dann an den drei Radstationen mit Schließcode am Achimer und Badener Bahnhof sowie bei Amazon zur Verfügung“, informierte Schleef.

In vier Wochen werde sich auch schon die im Industriegebiet Achim-Ost ansässige Firma Zeppelin Power-Systems am Bikesharing beteiligen. Und im Mai komme dann Dodenhof in Ottersberg-Posthausen dazu. „Diese Unternehmen werden über eigene Fahrrad-Kontingente verfügen.“ Die in Achim bereits vorhandene nötige Infrastruktur für das System solle in den kommenden Monaten auch die Bahnhöfe in Ottersberg und Oyten anschlussfähig machen.

Die hochmoderne, sichere Radstation bei Amazon wird gerade fertiggestellt. „Die Anlage entsteht nahe des Eingangs zum Logistikzentrum, sodass der Fußweg kurz ist“, berichtete Standortleiter Jörn Asmussen. Schon jetzt nutzten 40 Prozent der 1 800 Beschäftigten Bahn und / oder Bus. Und knapp zwei Drittel pendelten von Bremen aus zum Job im Uesener Feld, rund 200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kämen aus Achim und 250 aus dem restlichen Landkreis Verden, teilte Asmussen auf Nachfrage mit.

„Wir wollen das Thema nachhaltige Mobilität nach vorne bringen“, bekräftigte Schleef. Die AzweiO habe vor, alle Unternehmen in der Region anzusprechen, um weitere Kooperationspartner für das umweltfreundliche Angebot zu gewinnen.

Für das Bikesharing gibt es sogar einen „Flottenmanager“. Falk Rossol-Vöge sei „erster Ansprechpartner, wenn an einzelnen Standorten Fahrräder fehlen sollten“, erläuterte Schleef. Denn es sei möglich, die Vehikel flexibel auch nur für eine Strecke in Anspruch zu nehmen, etwa für den Weg vom Achimer Bahnhof zu Amazon. „Denn nach der Schicht will man sich ja vielleicht auch mal direkt mit jemandem treffen und fährt dann mit der Person mit.“ Rossol-Vöge, den viele als Marktmeister auf dem Achimer Wochenmarkt kennen, ist Schleef zufolge auch für die Wartung der Radflotte zuständig.

Das Testteam der AzweiO rollt hier über den neuen Radweg durch die Feldmark in Richtung Amazon.
Das Testteam der AzweiO rollt hier über den neuen Radweg durch die Feldmark in Richtung Amazon. © Mix

In der AzweiO-Mobilapp, mit der Pendelnde „bereits 30 Minuten vor Zielerreichung“ das Gesundheit und Fitness fördernde Folgeverkehrsmittel nach der Zugfahrt reservieren können, und dem ganzen System stecke „eine Menge Technik“, ließ Stefan Schuster, Leiter des Straßen- und Verkehrsmanagements bei der Stadt, wissen. Und es handele sich auch um „gute Fahrräder“ mit Sieben-Gang-Nabenschaltung, niedrigem Einstieg und höhenverstellbarem Sattel, die über die App ab- und aufgeschlossen werden könnten.

Für den Sonntagsausflug seien sie allerdings nicht gedacht, merkte Schleef an. „Die jeweilige Nutzung eines Leihfahrrads des unternehmensgebundenen Bikesharings ist auf 30 Minuten begrenzt.“

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