Neue Leiterin will Ganztagsbetrieb aufnehmen

Miriam Kruse löst Rektor Nils Reineke an Spitze der Grundschule in Achim-Uesen ab

Die Grundschule Uesen hat mit Miriam Kruse (links) eine neue Chefin mit gewissem „Stallgeruch“. Die heute 48-Jährige wurde dort 1979 als kleines Mädchen eingeschult. In der Leitungsfunktion wird Kruse von der kommissarischen Konrektorin Gesine Schulz unterstützt.
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Die Grundschule Uesen hat mit Miriam Kruse (links) eine neue Chefin mit gewissem „Stallgeruch“. Die heute 48-Jährige wurde dort 1979 als kleines Mädchen eingeschult. In der Leitungsfunktion wird Kruse von der kommissarischen Konrektorin Gesine Schulz unterstützt.

Achim – Die Grundschule Uesen bekommt eine neue Rektorin. Miriam Kruse folgt auf den bisherigen Leiter Nils Reineke, der in die Elternzeit gegangen ist und nicht wieder auf seinen Posten zurückkehren wird. „Er hat sich auf eine andere Stelle beworben“, teilte Kruse am Dienstag bei einem Pressegespräch im Innenhof der Schule auf Nachfrage kurz und knapp mit.

Seit dem 1. Mai fungiere sie als kommissarische Schulleiterin. Wenn der Schulvorstand zustimmt, wird die bisher an der Grundschule Bierden beschäftigte Miriam Kruse ab dem 1. August Rektorin in Uesen und kehrt damit gewissermaßen zu den Anfängen ihrer Schulzeit zurück.

„Ich bin hier 1979 eingeschult worden“, erzählt die 48-jährige gebürtige Bochumerin, die jedoch in Bremen und Achim aufwuchs. Mit dem Abitur in der Tasche, entschied sich Kruse, Grundschullehrerin zu werden. „Nach dem Studium arbeitete ich aber zur Überbrückung noch eine Saison als Flugbegleiterin.“ Anschließend, von 1998 bis 2000, absolvierte die angehende Pädagogin ihr Referendariat an der Paulsbergschule in Achim. Ihre erste Stelle als fertig ausgebildete Lehrerin bekam Miriam Kruse an der Grundschule Worpswede, wo sie schon kurze Zeit später Konrektorin wurde. „Zwischenzeitlich war ich auch an der Uni Bremen tätig, wo ich meine Praxiserfahrungen an Lehramtsstudenten im ersten Semester weitergegeben habe.“

Nach einer doppelten Elternzeit fing die Mutter einer heute 15-jährigen Tochter und eines 13-jährigen Sohnes 2011 an der Grundschule Bierden zunächst als Teilzeitkraft an und stieg dort schon bald zur Stellvertreterin von Schulleiterin Anke Reinhold auf. Als die ambitionierte Lehrerin vor Kurzem von der frei werdenden Stelle in Uesen erfuhr, bewarb sie sich dafür und hatte Erfolg.

„Schulentwicklung reizt mich“, erklärt Miriam Kruse, warum sie den Chefposten angestrebt hat. Auch kenne sie die Schulsituation in Achim gut. „Außerdem wohne ich mit meiner Familie im Bauernviertel und komme mit dem Fahrrad hierher.“

Sie sei auf ein „sehr freundliches, offenes Kollegium“ gestoßen, freut sich die erstmal kommissarische Leiterin. Wenn es die Corona-Pandemie zulasse, werde nach den Sommerferien an der Grundschule Uesen der Ganztagsbetrieb beginnen, kündigte Kruse an. Die Kinder könnten dann, müssten es aber nicht, montags, dienstags und mittwochs nach dem Ende des Unterrichts in der neuen Mensa essen, Hilfe bei den Hausaufgaben bekommen und an Arbeitsgemeinschaften teilnehmen. Für die sogenannte offene Ganztagsschule, die an den genannten Tagen bis 15.30 Uhr läuft, sollen in den kommenden Wochen Verträge mit Sportvereinen, Musikschulen und anderen Akteuren, die zum Nachmittagsangebot für die Grundschüler beitragen wollen, unter Dach und Fach gebracht werden.

Kruse zeigt sich angesichts dieser Aufgabe und weiterer Herausforderungen froh darüber, dass sie an ihrer neuen Wirkungsstätte mit Gesine Schulz eine kommissarische Konrektorin an ihrer Seite hat, die schon seit sechs Jahren an dieser Schule ist und sich mit den Strukturen und Leuten vor Ort gut auskennt. Ob die 30-Jährige diesen Posten bald auch regulär bekleiden wird, soll sich ihr zufolge in den nächsten Monaten entscheiden.

Mit rund 320 Schülerinnen und Schülern in 15 Klassen zählt die Uesener Lernstätte zu den größten Grundschulen im Stadtgebiet. Das dafür erforderliche Personal habe sie in den vergangenen Tagen kennengelernt, sagt Kruse. Das Kollegium bestehe aus 23 Lehrkräften, darunter sechs Männer. Dazu kämen acht pädagogische Fachkräfte, eine Schulsozialarbeiterin, Sekretärin und Hausmeister.

Die Schulleiterin ist natürlich in erster Linie als Managerin gefragt, aber sie will in ihrer neuen Funktion keineswegs nur Büroarbeit leisten. „Ich unterrichte sehr gerne Mathematik“, verrät Kruse. Auch Religion habe sie als Fach. „Beziehungsarbeit zum Kind ist mir als Grundschullehrerin sehr wichtig.“

Als einen weiteren Schwerpunkt, auf den sie in ihrer neuen Position ihr Augenmerk richten will, nennt Miriam Kruse die Digitalisierung, „gerade jetzt in Corona-Zeiten. Ich würde mir wünschen, dass wir da schnell auf den Weg kommen.“

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