Solo im vollen Kasch-Saal

Stefan Stoppok: Ironische Anmerkungen und Kraft seiner Songs reißen mit

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Dieser Mann braucht keine Hits: Stefan Stoppok überzeugt auch live in Achim mit berührenden Liedtexten und brillantem Gitarrenspiel.

Achim - Von Ingo Schmidt. Stefan Stoppok verarbeitet alles, was in der Luft liegt und ihm irgendwie merkwürdig erscheint. Dies führt zu einer beachtlichen musikalischen Vielfalt: Seine Songs sind beeindruckend, es sind eine Menge, und die Aktualität seiner Themen ist faszinierend.

Am Freitagabend präsentierte der 62-Jährige beim Solo-Auftritt nur mit Gitarre im Achimer Kasch mit 22 Stücken nur eine kleine, aber begeisternde Auswahl seiner Stücke in einer besonderen Mixtur aus Folk, Blues-Rock und Country.

Seine Fans lieben den originären ironisch-sarkastischen Stoppok-Stil und seine authentisch-nahbare Bühnen-Performance mit Song-Texten, in denen der Wahlhamburger den Widrigkeiten des Alltags humorvoll begegnet. So schwappte dem Rock-Entertainer eine Welle der Begeisterung entgegen, als er die Bühne betrat und sein Publikum im großen Saal begrüßte.

Es gehe ihm außerordentlich gut, erklärte der Liedermacher. „Manchmal geht es mir so gut, dass ich Depressiva nehmen muss, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren“, erklärte er mit einem Schmunzeln.

Nebenwirkungen seien allerdings inklusive: Das eine oder andere Mal verlasse ihn sein Gedächtnis und Textzeilen gingen verloren – angesichts der kreativen Masse kaum verwunderlich.

Publikum stimmt mit an

Insbesondere dann, wenn er die vorbereitete Playlist verließ, um seinem Publikum einen Gefallen zu tun. Die Gäste unterstützten ihn jedoch und stimmten aus voller Kehle textsicher ein.

Stoppok lieferte den zum Teil weit gereisten Konzertbesuchern im Kasch eine breite Werkschau seiner Schaffenskraft. In „Der Anderen Weg“ muntert er dazu auf, auch ungewöhnliche Pfade einzuschlagen, und im „Schieber Blues“, die Alltagsprobleme auch mal vor sich herzuschieben.

Mit Textzeilen wie „Beweg dein Herz zum Hirn. Schick beide auf die Reise. Tanz, tanz, tanz, aber dreh dich nicht, dreh dich nicht im Kreise“ erreichen seine Lieder geradezu Hymnen-Status. Neben Songs wie „Auf festem Grund“ aus dem Album „Popschutz“ spielte Stoppok auch ältere Blues-Songs wie „La compostela“ oder „Wie schnell ist nichts passiert“.

Der Künstler fasziniert auch in der Besetzung Stoppok solo inzwischen mehrere Generationen. In seinen Liedern verknüpft er grundsätzliche Fragen und gesellschaftliche Probleme mit ganz persönlichen Geschichten und Erlebnissen.

Dabei trifft er stets den richtigen Ton.: Mit perfekter rhythmischer Verbindung von Sprache und Musik zeichnet Stoppok Bilder von ergreifender Kraft.

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