Viel Beifall für Premiere

Meisterhaftes „Moord-Kumplott“ der Achimer Speeldäl

Achim - Die wirtschaftlichen Verhältnisse von Ingo und Alida Neumann sind zerrüttet. Viele Jahre hat das Ehepaar über seine Verhältnisse und häufig aneinander vorbei gelebt. Als sich auch noch die berufliche Perspektive eintrübt, weil der kleine Betrieb von Ingo pleite geht, ist guter Rat teuer. Was dramatisch klingt, ist Inhalt der neuesten Komödie der Achimer Speeldäl und ziemlich lustig. Am Samstagabend feierte „Dat Moord-Kumplott“ Premiere im Großen Saal des Kulturhauses Alter Schützenhof (Kasch).

Konventionelle Lösungen für die eigene missliche Lage verwirft Ingo schnell. Stattdessen bastelt er an einem Konstrukt, das kriminelle Energie erfordert. Ingo will den Tod seiner Frau vortäuschen, um deren Lebensversicherung zu kassieren. Der Betrag ist beträchtlich - 600.000 Euro. Zuviel für Alida. Sie glaubt, dass ihr Ehemann sie wirklich beseitigen will. Ihr scheint der Freitod das kleinere Übel. Aber wenn gar nichts klappt, misslingt sogar der.

Mörderisches Lustspiel mit unerwarteter Wendung

In dieser vertrackten Situation kommt das Modell Gabi Koch ins Spiel. Sie hat auf ein Inserat geantwortet, das Ingo in die Zeitung gesetzt hatte. Gabi ähnelt Alida. Damit erfüllt sie die Voraussetzung als Doppelgängerin und als Mordopfer. Ingos Plan sieht vor, das Modell in einem Auto einen Anhang hinunterzustürzen. Danach wollen sich die Neumanns ins Ausland absetzen.

Pech nur, dass Ingo sich schon beim ersten Treffen in Gabi verliebt. Gegen die Liebe sind weder Kraut noch Mordpläne gewachsen. Das Leben wird deshalb nicht leichter. Denn bei allem, was auch nur entfernt mit amourösen Abenteuern zu tun hat, dampft die Gerüchteküche. Das garantieren, Freunde, Verwandte und die liebe Nachbarschaft.

Eine unerwartete Wendung nimmt das mörderische Lustspiel, als Alida und Gabi sich zufällig begegnen und sympathisch finden. In solchen Fälle ist es bis zum vertraulichen Gespräch unter Frauen nicht mehr weit. Dabei offenbart Alida, dass Gabi auf Ingos Todesliste steht. Aktuell allerdings steht Alida selber dort.

Als beider Frauen Fassungslosigkeit sich in Rachlust wandelt, ist es genau genommen um Ingo geschehen. Nie wieder wird er in den Akten des Schwankes von Helmut Schmidt auch nur in die Nähe eines Seelenfriedens kommen. Schlimmer noch: Seine letzten Tage scheinen gezählt, denn Denn Alida und Gabi wollen ihn vergiften. Es trifft aber nicht Ingo, sondern Sven, seinen Freund, der einmal zu viel am Schnapsglas nippt.

Die Frage, die sich danach stellt: Wohin mit der Leiche? Unter den Argusaugen von Nachbarin Else Krautwurst, die aus einem „Future-Koffer“ Kommendes deutet, kein leichtes Unterfangen ...

Vom Publikum gab es für die Akteure der Speeldäl viel Beifall. Tim Beinker spielte den hilflos durchtriebenen Ingo, Karin Bohlmann seine lange treuherzige Frau. Anika Bosenius geriet als Modell Gabi in Turbulenzen, Dieter Beinker als Freund Sven. Brigitte Diddens gab Elke Krautwurst. Regie führte Günther Kothe. 

häg

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