1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Achim

Meilenstein für die Mobilitätswende

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der erste Abschnitt des Radschnellwegs auf Achimer Gebiet soll Ende dieses Jahres vom Badener Bahnhof aus in Richtung Hassel verwirklicht werden.
Der erste Abschnitt des Radschnellwegs auf Achimer Gebiet soll Ende dieses Jahres vom Badener Bahnhof aus in Richtung Hassel verwirklicht werden. © Bartz

Achim – Der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad erscheint angesichts der massiven Klima- und Umweltprobleme sowie rasant steigender Energiekosten geboten. Die Politik in der Region bereitet der Mobilitätswende unterdessen das Feld. Von Bremen-Farge bis nach Verden soll ein Radschnellweg (Rasch) führen. Elf Kilometer davon werden auf Achimer Gebiet verlaufen, wie die Stadt in einer Presseerklärung erläutert.

Während auf Bremer Terrain die Premium-Radroute D.15 (Bremen-Nord bis -Mahndorf) entwickelt wird, haben in Achim die vorbereitenden Arbeiten begonnen, um den Rasch jenseits der Landesgrenze zu realisieren. Im Bereich Im Glühmoor sollen die beiden Strecken aufeinandertreffen, sodass eine komfortable Verbindung entsteht, die den kürzesten Weg von A(chim) nach B(remen) darstellt.

Im Landkreis Verden ist Achim Vorreiter, hat sich schon frühzeitig Ende 2018 um Fördermittel des Bundes für den Radschnellweg bemüht. Er soll nun etappenweise parallel zur Bahnstrecke gebaut werden. Der Standard ist vom Bund vorgegeben. Die Stadt schafft einen vier Meter breiten, asphaltierten, mit einer „umweltfreundlichen, intelligenten Beleuchtung“ ausgestatteten Schnellweg für Fahrräder.

Er soll die Menschen, etwa Berufspendler, motivieren, ihre Autos stehen zu lassen und aufs Rad umzusteigen, weil etwa auch die Bahnhöfe angebunden sind. Direkt neben dem Rasch wird ein etwa zwei Meter breiter Fußweg verlaufen, sodass Fuß- und Radverkehre unabhängig voneinander laufen können – ohne sich gegenseitig zu behindern oder zu gefährden.

In Achim ist der Radschnellweg von der Landesgrenze zu Bremen bis zum Bahnhof Baden geplant. Die Baukosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Sie sind letztlich auch abhängig von der Entwicklung der Preise, etwa fürs Material, merkt die Stadt an. Die Summe von 10,2 Millionen Euro ist im städtischen Haushalt bis 2026 eingeplant. Gefördert wird das Projekt vom Bund und vom Land Niedersachsen mit 90 Prozent der Baukosten und 75 Prozent der Planungskosten. Die Förderbescheide für die bereits erfolgten Planungen liegen laut der Stadt vor, die für die bauliche Umsetzung sollen jeweils nach dem Baufortschritt gestellt werden.

Den Grundsatzbeschluss, das Projekt umzusetzen, hat der Achimer Stadtrat Ende 2019 mit großer Mehrheit gefasst. Mittlerweile sind die Baurechte geschaffen und die Achimer Stadtverwaltung, bei der Stefan Schuster und Karen Rodel das Vorhaben federführend begleiten, hofft, alle privaten Grundstückseigentümer dafür zu begeistern und resultierend daraus eine Einigung hinsichtlich des Grunderwerbs erzielen zu können.

„Grundstückszuschnitte, Bäume und Infrastruktur machen es erforderlich, dass der Rasch auch mal nicht geradlinig entlang der Bahnstrecke verläuft, sondern den einen oder anderen Schlenker macht“, sagt Karen Rodel. Das sei insbesondere auch deshalb notwendig, weil bestehende Wegeverbindungen ebenfalls genutzt werden sollen. Außerdem will die Stadt besonders schützenwerte Bäume durch Wurzelbrücken absichern.

Zur Vorbereitung des Baus in fünf Abschnitten wurden Anfang dieses Jahres zwischen dem Badener Bahnhof und der Straße Zum Uesener Schafkoven sowie in Uphusen zwischen der Soorenkampsiedlung und der Stadtgrenze zu Bremen bereits Bäume gefällt, um die Trasse für den Rasch freizumachen. Ersatzpflanzungen für die durch die Baumschutzsatzung geschützten Bäume sollen sowohl in Uphusen als auch in Baden erfolgen.

Ende dieses Jahres will die Stadt zunächst den Abschnitt Baden – Hasseler Straße verwirklichen, 2023 dann die Brücke über den Trog Sonnenstraße und den Abschnitt in Uphusen. Parallel werden Schuster und Rodel die Planungen für die übrigen drei Abschnitte auf Achimer Boden vorantreiben.

Zunächst sollen also mit dem ersten (Uphusen) und fünften (Baden) Bauabschnitt der Anfang und das Ende des Achimer Rasch realisiert werden, dann folgen die beiden Abschnitte 3 (Achimer Bruch) und 4 (Achimer Innenstadt) und zum Schluss Abschnitt 2 (Bierden).

Behutsam lief nach Angaben der Stadt Achim die Planung der Route, die auf den Landschafts- und Naturschutz weitgehend Rücksicht nehme. Ebenso gelte es, die Planungen der Deutschen Bahn (DB) zu berücksichtigen und sie mit denen für den Schnellweg abzustimmen, zumal die DB das sogenannte dritte Gleis auf der Strecke zwischen Bremen und Verden plant. Die Unterhaltung und Reinigung des Rasch, auch den Winterdienst, übernimmt der städtische Bauhof.

„Aus der Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg geht hervor, dass ein hohes Nutzerpotenzial zu erwarten ist“, zeigt sich Verkehrsplaner Stefan Schuster zuversichtlich, dass die komfortable Verbindung bei den Bürgerinnen und Bürgern gut ankommen wird. Obendrein wird der Rasch laut Studie den nördlichen Kreis Verden verkehrlich entlasten, weshalb der Landkreis die Realisierung unterstützt. Ebenso wird die Strecke ins das überregionale Radroutennetz über den Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen eingebunden.

Der Rasch wird nicht nur die Bahnhöfe und einwohnerstarken Stadtbezirke verbinden, sondern auch die Gewerbestandorte in Bremen (zum Beispiel Mercedes) wie in Achim (etwa Amazon). Somit kommt dem Projekt eine wichtige Bedeutung zu. Es kann, wie die Stadt feststellt, durchaus als Meilenstein für die Mobilitätswende angesehen werden.

Auch interessant

Kommentare