Über Verbrechen und ihrer Bekämpfung

Achims Polizeichef stellt Kriminalitätsbericht vor 

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Ein Schock, wenn Fremde in die Wohnung kommen.

Achim - Früher war alles sicherer, ist eine weitverbreitete Einstellung, doch die gefühlte Kriminalität ist viel höher als die tatsächliche. Das ist jedenfalls dem Kurzbericht zu entnehmen, den der Achimer Polizeichef Thorsten Strier dem Achimer Stadtrat am Donnerstagabend gab.

Danach sind die Straftaten im Bereich seines Polizeireviers von 2400 in 2005 auf 1885 zurückgegangen, die Diebstahlsquote ist von 1332 auf 802, auf 42 Prozent gesunken. Auch Raub und Freiheitsdelikte (242) sind zurückgegangen. Natürlich handelt es sich immer nur um Delikte, die bekannt geworden sind. 47 Prozent der Täter kamen aus Achim.

Geradezu explodiert ist allerdings die Zahl der Wohnungseinbrüche, was wohl auch zum Gefühl der Unsicherheit hier beiträgt.

Strier sieht hier die Nähe Achims zu den Autobahnen, Bremen und Hamburg als Ursache, weshalb das Weserstädtchen zum Ziel von Banden aus diesen Bereichen und Osteuropa werde. Immerhin scheitern heute viel mehr Einbrüche als früher, nämlich 44 Prozent.

Chef sieht gute Präventionsarbeit

Das führt der Polizeichef auch auf die gute Präventionsarbeit seiner Leute durch Hausbesuche und Öffentlichkeitsarbeit zurück. Hinweise von aufmerksamen Bürgern und gut gesicherte Häuser legen den Einbrechern, die schnell wieder verschwinden wollen, das Handwerk.

Probleme bereiten der Polizei kriminelle aus dem Ausland stammende Familienclans, die jüngst erst mit einem Großaufgebot der Polizei auch aus Bremen in Achim-Nord von bewaffneten Auseinandersetzungen abzuhalten waren. Ganz anders dagegen die Kriminalität der neuen Flüchtlinge, die nach den Worten des obersten Achimer Polizisten fast zu vernachlässigen ist. Von all den Befürchtungen, dass sie stehlen, rauben, Körperverletzung begehen und vergewaltigen, ist hier so gut wie nichts wahr geworden. Die meisten Probleme entstanden in der Enge der Sammelunterkünfte für die verschiedensten Landsleute

Neue Herausforderungen für Polizei

Neben der herkömmlichen Kriminalität beschäftigen die Polizei auch ganz neue Erscheinungen wie Internet-, Cyber-Kriminalität und Terrorismus. Hier arbeiten die Ordnungshüter mit den Kommunen bei der Sicherung von Volksfesten zum Beispiel gut zusammen. Sie üben die Beherrschung solcher Gefahrensituationen weiter, können sich aber nicht auf jede denkbare terroristische Variante einstellen.

Der Polizeichef, der weit davon entfernt ist, selbstzufrieden zu sein, bekam für die Arbeit seiner für Recht und Ordnung sorgenden Beamten viel Applaus vom Stadtrat.

 mb

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