Mehr Sauberkeit

Achimer Bahnhof: Stadt verspricht kurzfristig Abhilfe bei Toilettenproblem

Schmuddelig: die Toiletten am Achimer Bahnhof. Foto: pk
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Schmuddelig: die Toiletten am Achimer Bahnhof.

Achim - Die Zustände am Achimer Bahnhof sind vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Sie beklagen Verschmutzung und Vermüllung, und zwar nicht nur der Toiletten, sondern auch des Tunnels und des Aufzugs. „Überall Dreck, Zigarettenkippen und Urinpfützen in der Unterführung. So einen Eindruck hinterlässt die Stadt an ihrem Eingangstor“, konstatiert das Ehepaar Kosicki aus Achim.

Dabei sollte eine Bahnhofsanlage die Reisenden doch willkommen heißen. Und Ulrich Ringe ärgert sich: „Ich als Achimer Bürger schäme mich über diesen lange bestehenden Zustand.“ Er habe nochmals Bauhof und Ratsmitglieder auf die Verhältnisse hingewiesen.

Steffen Zorn, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt, verschließt die Augen nicht vor dem „Riesenproblem“. Doch was heißt eigentlich zuständig? Denn die Stadt ist nicht Eigentümerin des Bahnhofs. Das Gebäude mitsamt Toiletten gehört einem Hamburger Geschäftsmann, der Aufzug und die Gleisanlagen der Bahn. Gleichwohl gibt es eine Vereinbarung, dass die Stadt ihr „Eingangstor“ sauber hält. „Wir geben dafür mehrere Zehntausend Euro Steuergelder aus.“ Zorn betont, dass sich die Stadt kümmert. Aber sie könne nicht Verantwortung dafür übernehmen, dass Mitbürger sich nicht zu benehmen wüssten und Straftaten begingen, wenn sie in den Bahnhofstunnel urinierten (und nicht nur das) und dort sowie auf der Toilette Müll entsorgten und sich als Vandalen betätigten. „Das ist ein gesellschaftliches Problem.“ Er habe für das Verhalten dieser Leute kein Verständnis. Auf der anderen Seite müsse sich die Stadt aber für die Zustände am Bahnhof rechtfertigen, obwohl sie dafür nicht verantwortlich sei.

Wegen des Vandalismus-Problems möchte Zorn die Toiletten auch nicht 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr geöffnet wissen. „Dann müssten wir sie alle drei Wochen sanieren.“ Es sei anders als etwa am Bremer Bahnhof zu wenig los in Achim, auch wenn es dort ein Fotostudio und einen kleinen Bäckerladen gebe. Eine Videoüberwachung wie in anderen Kommunen ist für Zorn keine Lösung. Dafür müsste ebenso ein größerer Betrag investiert werden. Es müsste jemand das aufgezeichnete Material sichten. Zudem gebe es datenschutzrechtliche Schwierigkeiten. „Und auf der Toilette darf sowieso nicht gefilmt werden.“

Zurzeit sind noch zwei der drei WCs zugänglich, eine Behindertentoilette und ein Unisex-Klo. Der Vermieter hatte die Nutzung gekündigt, die Stadt daraufhin laut Zorn wenigstens noch die beiden Anlagen für die Allgemeinheit „retten“ können. Doch die Öffnungszeiten sind gebunden an diejenigen des Fotostudios nebenan, das montags bis freitags sowie am Samstagvormittag seine Kunden begrüßt. Aber nicht mittwochs und am Sonntag.

Steffen Zorn, den die Situation „persönlich“ wurmt, hat eine kurzfristige Lösung ausgearbeitet und hofft auf die möglichst rasche Umsetzung einer mittel- bis langfristigen. Kurzfristig: „Wir werden den Reinigungsturnus der Toiletten verdreifachen“, verspricht der Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung. Bislang wird an zwei Tagen geputzt. Folglich soll jemand an jedem Werktag kommen. Zudem soll in Kürze ein elektronisches Schließsystem installiert werden, das bis auf nachts ohne Weiteres den Zugang zum WC ermöglicht. Damit wäre auch dem Problem abgeholfen, dass die Fahrerinnen und Fahrer der Bürgerbusse vor verschlossenen Toilettentüren stehen. Für die Ehrenamtlichen bastelt Zorn darüber hinaus an einer anderen kurzfristigen Lösung.

Mittelfristig: In etwa zweieinhalb Jahren könnte es, wie soeben von der SPD beantragt, eine WC-Anlage in einer Mobilitätsstation geben. Spätestens, wenn die Arbeiten im Sanierungsgebiet nördliche Innenstadt vorangekommen sind, gebe es auf städtischem Grund auch noch andere Möglichkeiten.

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