Medienethik-Projekt für sechste Klassen des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums

Falsche Freunde im Netz

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Schüler der Klasse 6b notieren auf Plakaten Begriffe, die für sie gedanklich mit dem Thema Freundschaft verknüpft sind. Katja Brammer, Kontaktbeamtin des Polizeikommissariats Achim (links) und Klassenlehrer Ibrahim Özyavas (rechts) schauen zu.

Achim - Von Lisa Duncan. E wie „Ehrlichkeit“, L wie „Lachen“, V wie „Vertrauen“ und Z wie „Zusammenhalt“ – diese Worte fallen Schülern der Klasse 6b am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium zum Thema Freundschaft ein. Eifrig notieren sie ihre Ideen in der Schulbibliothek auf Tapetenrollen. „Freundschaft im Umgang mit Medien“ war das Thema zweier Projekttage für alle 150 Schüler der sechsten Klassen.

Jeweils sechs Klassen beschäftigten sich zwei Schulstunden lang mit der Thematik. Initiatoren des Projekts, das bereits im dritten Jahr läuft, sind Schulsekretärin Heike Fiebelkorn und Kirsten Rosenthal, zuständige Lehrkraft für die Bibliothek. „Es ist die perfekte Thematik für diese Altersgruppe“, sagt Rosenthal, die sonst Englisch, Deutsch und Philosophie unterrichtet. Denn obwohl man Internet-Plattformen wie Facebook und Whatsapp offiziell erst ab 13 Jahren beitreten darf, nutzen auch Zwölfjährige diese Dienste bereits.

„Wir wollen das den Schülern nicht verbieten, sondern ihnen praxisnah etwas beibringen“, erklärt Rosenthal. Denn Kinder dieses Alters könnten vieles noch nicht richtig einordnen und auch Eltern seien oft unsicher, was sie erlauben sollen und was nicht. Das Projekt setze präventiv an, so Rosenthal: „In zwei Jahren wäre es zu spät.“ Denn bereits in der Altersgruppe der Achtklässler treten häufig Probleme auf, etwa mit Mobbing via Internet. „Da wird ziemlich scharf geschossen.“ Man wolle den Schülern daher frühzeitig Medienethik vermitteln. Kontakbeamtin Katja Brammer von der Achimer Polizei war beim Projekt von Anfang an mit im Boot. Eine wichtige Ergänzung, da sie Fragen zum Jugendstrafrecht beantworten kann, findet Rosenthal.

Im Gespräch mit den Schülern wird deutlich, dass sich viele schon erstaunlich gut mit der Thematik auskennen. Der Unterschied zwischen Freunden im Netz und Freunden, die man persönlich kennt: Internet-Freunden könne man weniger vertrauen. Und: „Es gibt auch falsche Freunde. Die verabreden sich mit Kindern und kidnappen sie dann“, meint ein Schüler.

Nach der assoziativen Runde recherchierten die Sechstklässler in Gruppenarbeit Vorteile und Gefahren virtueller Freunde. Dafür verwendeten sie Artikel aus der Jugendausgabe des Magazins „Spiegel“ und aus dem Internet. Die Ergebnisse ihrer Recherchen trugen sie der Klasse vor. Abschließend gab es eine Diskussions- und Fragerunde mit Katja Brammer zu rechtlichen Konsequenzen.

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