Von „In den Ellern“ ins Wohngebiet

Uphuser Ortsausschuss beschäftigt Lkw-Verkehr

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Wolfgang Heckel (WGA), Annameta Rippich (CDU), Protokollantin Silke Deters und 1. Stadtrat Bernd Kettenburg (v.l.) lauschen den Ausführungen des Ausschussvorsitzenden Herfried Meyer (SPD) zum Uphuser Neubaugebiet „Bakenberg“.

Uphusen - Vor mehr als fünf Jahren hat die Stadt Achim in der Straße „In den Ellern“ in Uphusen einen versenkbaren Poller gesetzt, um die Durchfahrt zum Wohngebiet Soorenkamp und Bakenberg zu beschränken. Doch die Begrenzung funktioniert nicht: 350 bis 400 Fahrten pro Tag, inklusive Lkw, zählte die Stadt Achim stichprobenartig.

Nach neuen Lösungswegen für dieses Dauerproblem suchte am Montagabend der Ortsausschuss Uphusen, der in der Grundschule tagte. Zuvor hatten sich die Ausschussmitglieder bei einer Ortsbesichtigung persönlich ein Bild von der Lage verschafft.

Gegen Gebühr ist Anliegern die Zufahrt gestattet: Mithilfe einer Karte können sie den Poller „aufschließen“. Auch ortsansässige Firmen besitzen eine solche Zufahrtsberechtigung. Doch es kommt zu Mehrfachfahrten, Weitergabe der Chipkarten und Sachbeschädigungen. Darüber hinaus wird vor dem Poller auch wild geparkt.

Dies alles führe zu erheblichen Belastungen und auch zu Beschwerden durch Anwohner der – zudem durchaus kinderreichen – Straßen „Am Bakenberg“ und Soorenkamp. Und es wird irgendwann zum Kostenfaktor: „Bei einer Beibehaltung der heutigen Verkehrsbelastung sind Maßnahmen in der Unterhaltung bzw. ein Ausbau in absehbarer Zeit notwendig“, heißt es in der Vorlage.

Ist diese Fahrt berechtigt oder nicht? Demnächst sollen die Chipkarten für Anlieger ausgetauscht werden. Dann sind die alten Poller-Schlüssel ungültig.

Schon bei der vorherigen Sitzung des Gremiums im Sommer 2016 kam der Vorschlag, neue, verbesserte Chips anzuschaffen, deren Anzahl dann auch reduziert werden sollte. Sprich: Pro Betrieb wird die Ausgabe auf jeweils eine Karte beschränkt. Eine Ausnahme werde für die Firma Vitakraft eingeräumt, deren Produktionsstätten sich im Gewerbegebiet Bremer Kreuz und in Bierden befinden. Auch Rettungsdienst, Polizei und landwirtschaftlicher Verkehr haben weiterhin „freie Fahrt“.

Neue Chipkarten seien mittlerweile bestellt, sagte Stefan Schuster von der Abteilung Verkehrsplanung der Stadtverwaltung. Rund 5000 Euro hat der Austausch die Stadt gekostet.

Ein weiteres Problem: Wenn der Poller wegen Sachbeschädigung ausfällt, dauert es oft drei bis vier Wochen, bis er wieder ersetzt werden kann, berichtet Schuster. Denn die Ersatzteile seien bei den Zulieferern meist nicht vorrätig. Bisher sei dies ein bis zweimal im Jahr vorgekommen. Künftig sollen die Ersatzteile entsprechend vorbestellt und beim Bauhof zwischengelagert werden, heißt es im Beschlussvorschlag. Die Kosten belaufen sich auf rund 5500 Euro.

Die dritte Maßnahme: Laut Beschlussvorlage soll die Nutzergebühr für Gewerbetreibende auf 100 Euro, die für Anwohner der Soorenkampsiedlung auf 20 Euro festgesetzt werden. Bisher zahlten alle Nutzer 20 Euro, sodass die neue Regelung auf eine Art „Maut“ für Firmenfahrten hinauslaufen würde.

Ausfälle wegen Sachbeschädigung: Der Poller „In den Ellern“.

Von den Maßnahmen erhofft sich die Verwaltung eine „deutliche Reduzierung der Kfz-Fahrten der Gewerbetreibenden“.

„Erst mal abwarten, was passiert, wenn die Karten ausgetauscht sind“, meinte Bernd Junker (SPD). Schließlich wolle niemand eine komplette Straßensperrung als Ultima Ratio. Eine Videoüberwachung zur Abschreckung brachte Jan Precht (CDU) ins Spiel: „Manche warten gezielt bis jemand durch fährt und hängen sich dann hinten dran.“ Eine Kamerakontrolle sei aus Datenschutzgründen rechtlich nicht möglich, so Verkehrsplaner Schuster.

Mit dem Zusatz, auch gegen das unerlaubte Parken im Bereich des Pollers vorzugehen, nahmen die Mitglieder des Gremiums die Beschlussvorlage einstimmig an. Über eine Differenzierung zwischen Privat- und Firmenfahrten wird der Verwaltungsausschuss am 16. November noch beraten. - ldu

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