Apotheken hadern mit kurzfristiger Bekanntgabe des Bundesgesundheitsministeriums

Maskenausgabe verzögert sich

Hadert mit der kurzfristigen Bekanntgabe der Verordnung: Kay Wolff, Inhaber der Paulsberg-Apotheke am Markt. FOTO: SCHIRMACHER
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Hadert mit der kurzfristigen Bekanntgabe der Verordnung: Kay Wolff, Inhaber der Paulsberg-Apotheke am Markt. FOTO: SCHIRMACHER

Achim – Lange Schlangen, unzufriedene Patienten und Stress für alle Beteiligten befürchten Ines Koopmann, Kay Wolff und Gerhard Giffey, alle Inhaber Achimer Apotheken, aufgrund der anstehenden kostenlosen Maskenausgabe.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am vergangenen Mittwoch verkündet, dass es ab dem heutigen Dienstag in den Apotheken drei kostenlose FFP-2-Masken für Personen ab 60 Jahren und für Risikopatienten geben wird. „Aktuell ist die Verordnung aber noch nicht beschlossen und wir können, Stand jetzt, am Dienstag keine kostenlosen Masken herausgeben“, erklärte Kay Wolff, Inhaber der Paulsberg-Apotheke am Markt, auf Nachfrage.

Grundsätzlich kam die Verkündung dieser Maskenausgabe aus Sicht der Apotheken sehr plötzlich. „Damit hat uns Jens Spahn ganz schön überrascht“, erzählt Kay Wolff. Auch Gerhard Giffey von der Storchen-Apotheke in Uphusen spricht von einem „Schnellschuss“ der Politik. Eine flächendeckende Versorgung für die Anspruchsberechtigten halten die beiden Genannten, und auch Ines Koopmann von der Weser-Apotheke in Baden, für unmöglich. „Wir hoffen, dass wir im Laufe der Woche die bestellten 2 500 Masken bei uns in der Apotheke haben“, sagt sie.

Alle drei Inhaber und auch der Landesapothekerverband (LAV) sind sich einig, dass die Vorlaufzeit für die Maskenausgabe von weniger als einer Woche zu knapp war. „Zwei bis drei Wochen hätten wir schon gebraucht, um die geforderten Masken vorrätig zu haben. Es bestellen ja nicht nur wir, sondern alle knapp 19 000 Apotheken, die es in Deutschland gibt, haufenweise FFP-2-Masken“, erklärt Wolff das Problem. Laut Pressemitteilung des LAV hätte Vorsitzender Berend Groeneveld ebenfalls „gerne einen kleinen Vorlauf gehabt, um den Ablauf für unsere Patienten komplikationslos organisieren zu können“.

Die Maßnahme generell befürworten die Befragten. „Die FFP-2-Maske schützt wesentlich besser als die FFP-1-Maske und bietet einen guten Schutz. Die Verteilung ist gut gemeint, nur die Logistik dahinter ist schwierig“, findet Giffey. „Wir begrüßen den Vorstoß des Bundesgesundheitsministeriums, die Verteilung der Masken über die Vor-Ort-Apotheken vorzunehmen“, sagt dazu LAV-Vorsitzender Berend Groeneveld.

Auch die gewählte Anzahl der Masken, drei pro Person, finden die befragten Apotheker angemessen. Jede Maske dürfe höchstens insgesamt 15 Stunden getragen werden und reiche damit ungefähr für eine Woche, sagt Kay Wolff. „Das entspricht einer täglichen Nutzungsdauer von etwa zwei Stunden und das sollte doch ganz gut hinkommen.“ Auch Ines Koopmann von der Badener Weser-Apotheke findet: „Drei Masken sollten erstmal reichen.“

Alle Apotheker konnten nicht versprechen, rechtzeitig genug Masken auf Lager zu haben. Gerhard Giffey kann schwer beurteilen, ob der Vorrat an Restbeständen zunächst reichen wird: „Der Andrang ist sehr schwer einzuschätzen, da nicht alle Antragsberechtigten im System sind.“

Von Max Schirmacher

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