Mark Hendrik Schmelzle möchte mit „Weltwärts“ als Assistenzlehrer nach Kolumbien gehen

Mit Bildung gegen historische Bürde

+
Das Ziel ist klar: Mark Hendrik Schmelzle möchte ein Auslandsjahr in Kolumbien machen.

Achim - „Weltwärts“ geht es im wörtlichen Sinn für den Abiturienten Mark Hendrik Schmelzle. Der ehemalige Schüler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums möchte am 29. August nach Kolumbien. Über die Entsendeorganisation AFS – Interkulturelle Begegnungen und das Bundesministerium für Entwicklung wird er dort elf Monate lang als Assistenzlehrer arbeiten.

Doch bevor es so weit ist, sucht er noch einen Unterstützerkreis, der bereit ist, ihm einen Anteil des Aufenthalts zu bezahlen. Im hispanischen Sprachraum kennt sich der 19-Jährige aus: mit der Familie hatte er bereits ein Jahr lang im spanischen Sevilla gelebt. In der zehnten Klasse nahm er dann an einem Schüleraustausch mit Argentinien teil. Dort beteiligte er sich mit seiner Klasse an einem sozialen Projekt. Die Jugendlichen halfen, ein Klassenzimmer in den „Villas“ (der argentinische Ausdruck für Slums) einzurichten. Dafür übernahmen sie den Innenanstrich, spendeten Tische und Stühle und richteten ein Rugby-Feld für die Schüler ein, die zwar über eine Rugby-Mannschaft, jedoch über keinen geeigneten Trainingsplatz verfügten. „Das hat mich so beeindruckt, wie die Menschen sich dort gegenseitig helfen“, sagt Schmelzle, der selbst seit anderthalb Jahren Leichtathletik-Trainer beim TSV Emtinghausen ist. Danach war für ihn klar: Sofern er wieder ins Ausland geht, dann in ein südamerikanisches Land. „Die Leute sind offen, freundlich, herzlich und denken wenig an morgen.“

Schmelzle hat bereits ein aufwändiges Aufnahmeverfahren hinter sich, das im September 2014 mit einer Online-Bewerbung begonnen hatte. Alle geeigneten Kandidaten wurden dann von AFS nach Rotenburg (Wümme) eingeladen, um eingehender begutachtet zu werden.

Seit Dezember weiß der Abiturient, dass er sein Auslandsjahr in Villavicencio, einer 380000-Einwohner-Stadt, 80 Kilometer von der Landeshauptstadt Bogotá entfernt, verbringen wird. Als Assistenzlehrer soll er jungen Kolumbianern in englischer Sprache auch die Kultur seines Landes nahe bringen. Untergebracht ist er in einer Gastfamilie – und hat so seinerseits Anschluss an die dortige Gesellschaft.

Kolumbien war für Schmelzle erste Wahl, denn speziell von dem Andenland hatten ihm die Argentinier immer wieder vorgeschwärmt. „Es ist ein Land der Lebensfreude“, so auch die Einschätzung der zurückgekehrten Freiwilligen von „Weltwärts“. Seine negative Vergangenheit mit blutigen Bandenkriegen und Drogenkartellen habe Kolumbien weitgehend überwunden. In den vergangenen fünf Jahren habe die Regierung eine Offensive gestartet und viel Geld in die Bildungsinfrastruktur gesteckt. „Die Schule, an der ich unterrichten werde, ist relativ neu“, erzählt Hendrik Schmelzle.

Für die Kosten der Reise von rund 10000 Euro kommt zu 75 Prozent das „Weltwärts“-Programm des Bundesministeriums auf. Die Entsendeorganisation AFS zahlt die anderen 25 Prozent. Als Bedingung wird von den Kandidaten aber erwartet, dass sie diese Kosten über Sponsoren akquirieren. Dafür hat der Emtinghauser einen Flyer entworfen, der das Projekt kurz umreißt. Auch ein Blog ist gerade online gegangen, über den er – möglicherweise auch multimedial – von seinem Auslandsaufenthalt berichten möchte (www.helfer.co). „Dann können sich die Unterstützer besser vorstellen, was ich dort mache.“

Potentielle Sponsoren wenden sich bitte per E-Mail an: hendrik.schmelzle@gmail.com

ldu

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israel beschränkt erneut Zutritt zum Tempelberg für Muslime

Israel beschränkt erneut Zutritt zum Tempelberg für Muslime

Weltrekord-Versuch im Dauertennis: die ersten 25 Stunden

Weltrekord-Versuch im Dauertennis: die ersten 25 Stunden

S-Bahn-Unfall in Barcelona

S-Bahn-Unfall in Barcelona

So überleben die Balkonpflanzen Ihren Urlaub

So überleben die Balkonpflanzen Ihren Urlaub

Meistgelesene Artikel

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Autobahnpolizei untersucht Lkw: „Liste des Schreckens“

Autobahnpolizei untersucht Lkw: „Liste des Schreckens“

Absperrungen zur Sicherheit: Die Amtsgericht-Fassade bröckelt

Absperrungen zur Sicherheit: Die Amtsgericht-Fassade bröckelt

Kommentare