Männern wird im aktuellen Gleichstellungsplan der Stadt mehr Teilzeitarbeit angeraten

„Es muss eine Frau Rechtsrat werden“

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Nur drei Prozent der Männer auf Teilzeitstellen bei der Stadt, aber 54 Prozent der hier beschäftigten Frauen – das macht diese Statistik-“Torte“ unter anderem deutlich.

Achim - „Da Frauen in Führungspositionen zurzeit unterrepräsentiert sind, wäre bei einer möglichen Wiederbesetzung diese Position vorrangig mit einer Frau zu besetzen“. Die Empfehlung im jetzt vorliegenden „Gleichstellungsplan für die Jahre 2015 bis 2017“ der Stadt Achim bezieht sich auf den seit Ausscheiden von Heinrich Föllenbach vakanten Posten des „Städtischen Rechtrats“. Dieser zählt zum „Höheren Dienst“ in der Beamtenhierarchie.

Auf der anderen Seite wird in der Schlussbetrachtung des Gleichstellungsplans auf „eine eklatante Umverteilung bei der Inanspruchnahme von Teilzeit“ hingewiesen. Teilzeitarbeit werde jetzt fast ausschließlich von Frauen ausgeführt. Daher die Empfehlung: „Im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Familie wäre es wünschenswert, wenn auch männliche Beschäftigte mehr Teilzeitarbeit anstreben (z. B. partnerschaftliche Teilung von Hausarbeit, Erziehung und Pflege).“Die Stadt Achim werde männliche Beschäftigte „durch ein entsprechendes Beratungsangebot dazu motivieren“, wird angekündigt.

Der Gleichstellungsplan trägt natürlich die Handschrift der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Angelika Saupe. Während in Führungspositionen der Verwaltung Frauen unterrepräsentiert seien, gebe es in Sozial- und Erziehungsberufen einen zu niedrigen Männeranteil, wird zusammenfassend festgestellt.

Es bedürfe zukünftig einiger Anstrengungen, um solche Ungleichheiten abzubauen. Auch auf der mittleren Führungsebene seien vier von fünf Fachbereichs- und Projektleitungsstellen von Männern besetzt.

Kaum zu entdecken sind diese hingegen im „Aufgabenfeld Reinigung“. Der Raumpflegebereich sei fast ausschließlich das Feld weiblicher Teilzeitkräfte. Bundesweit liege der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Reinigungsgewerbe bei 88,5 Prozent.

„Auch hier versucht die Stadt Achim, durch explizite Ansprache von Männern bei Ausschreibungen diesem Trend gegenzusteuern“, heißt es im Gleichstellungsplan. Dieser wird dem Stadtrat vorgelegt und zunächst auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Organisation, Finanzen und Personal stehen. Er tagt am Dienstag, 16. Juni, ab 17 Uhr öffentlich im Ratssaal.

Insgesamt überwiegt übrigens mit 74,03 Prozent der Anteil der weiblichen Beschäftigten in der Stadtverwaltung deutlich den der Männer. Der beträgt logischerweise 25,97 Prozent. 164 Ganztagskräfte und 221 Teilzeitkräfte sind bei der Stadt beschäftigt.

la

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