Das unterrepräsentierte Geschlecht fördern

Gleichstellungsplan der Stadt: Männer sollen mehr Teilzeitarbeit übernehmen

Die Achimer Gleichstellungsbeauftragte Dr. Angelika Saupe.

Achim - Es gibt wie gehabt wenig Frauen etwa im Baubereich und wenig Männer im Sozial- und Erziehungssektor. Diesem andauernden Trend zur „geschlechtsrollenspezifischen Berufswahl“ möchte die Achimer Gleichstellungsbeauftragte Dr. Angelika Saupe innerhalb der Verwaltung entgegenwirken – schon bei der Werbung um Auszubildende. Sie setzt sich auch dafür ein, dass mehr Männer als bisher Teilzeitstellen wahrnehmen.

Insgesamt gehe es darum, das im jeweiligen Berufsfeld unterrepräsentierte Geschlecht unter anderem durch gezielte Ansprache zu stärken, um eine ausgeglichenere Besetzung zu erreichen.

Dies ist als wichtigstes Ziel im Gleichstellungsplan für die Jahre 2018 bis 2020 enthalten, über den der Stadtrat auf seiner ersten Sitzung nach den Sommerferien beschließen wird. Schon per Gesetz festgelegt ist in Niedersachsen, dass im Bewerbungs-Auswahlverfahren bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung das unterrepräsentierte Geschlecht bevorzugt einzustellen sei.

Sehr krass sind in Achim die Unterschiede bei der Teilzeitbeschäftigung. 76 Prozent der insgesamt bei der Stadt Beschäftigten haben eine Teilzeitstelle. Unter den 188 Ganztagskräften sind 91 Frauen, während von den 261 Teilzeitkräften 246 dem weiblichen Geschlecht angehören.

Raumpflege wird nahezu ausschließlich von Frauen erledigt

Daher heißt es in der Schlussbetrachtung zum Gleichstellungsplan: „Im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (zum Beispiel partnerschaftliche Teilung von Hausarbeit, Erziehung und Pflege) ist es weiterhin wünschenswert, wenn auch männliche Beschäftigte mehr Teilzeitarbeit anstreben würden“. Dazu solle die Stadt jeweils durch Beratungsangebote die Männer animieren.

Diese sind besonders unterrepräsentiert im Aufgabenfeld „Reinigung“, wird festgestellt. Der Raumpflegebereich sei fast ausschließlich mit weiblichen Teilzeitkräften besetzt, davon ein großer Teil mit Migrationshintergrund. Daher versuche die Stadt nun, bei Ausschreibungen explizit Männer anzusprechen.

Das gleiche gelte für Berufe des sozialen Gebiets und dort speziell für Erzieherinnen. Mit 86 Prozent Frauenanteil liege Achim hier sogar über dem bundesweiten Schnitt von 83,7 Prozent.

Auch Auszubildende sollen sensibilisiert werden

Im Bausektor, auch wegen körperlicher Beanspruchungen klare Männerdomäne, werde geschlechtsneutral ausgeschrieben und auch bei der Wahl der Auszubildenden darauf geachtet, die „geschlechtsrollenspezifische Ausrichtung der Berufsfelder“ zu durchbrechen. „Insbesondere sind im gärtnerischen Bereich erste positive Erfolge zu verzeichnen“, heißt es im Gleichstellungsbericht.

Nimmt man alle Beschäftigten der Stadt zusammen, ergibt sich allerdings eine stattliche Frauenmehrheit von 75 Prozent. Unter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fällt auch das weitestgehend schon verwirklichte Ziel, Termine von Kommissionen und Arbeitsgruppen auf familienfreundliche Zeiten zu legen.

An der Spitze der Verwaltung stehen zwei Männer und eine Frau

Freiwerdende Stellen möglichst durch Angehörige des jeweils unterrepräsentierten Geschlechts neu zu besetzen, gehört mit zu den Empfehlungen des Gleichstellungsplans. Ganz an der Verwaltungsspitze gibt es im Höheren Dienst neben Bürgermeister und Erstem Stadtrat erstmals eine Rechtsberaterin. An dieser Konstellation wird sich bis 2020 voraussichtlich nichts ändern.

Auf den elf Stellen des gehobenen Dienstes gibt es in etwa bereits Parität, so dass im Gleichstellungsplan vorgeschlagen wird, eine Stelle erneut mit einem Mann zu besetze, wenn im kommenden Jahr einer der jetzigen Amtsinhaber altersbedingt aufhört. - la

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