Neue Werbekampagne der Stadtwerke Achim AG / Simple Illustrationen ersetzen Logo

Männchen grüßen in Gelb-Blau

Illustrationen wie das fröhliche Kundenpärchen auf dem Hubwagen sollen für ein freundliches Bild in der Öffentlichkeit sorgen. Vorstandsmitglied Werner Meinken, Stefan Miebach, Bereichsleiter Handel, Vorstandssprecher Sven Feht und Vanessa Angelin, Projektleiterin und Beraterin bei der Werbeagentur Red Pepper (v.l.), stellten die neue Aufmachung des Unternehmens in einer Pressekonferenz vor. - Foto: Duncan

Achim - Von Lisa Duncan. Kein Logo – was einst als Kritik an unfairen Produktionsbedingungen global agierender Unternehmen formuliert wurde, dient nun als neues, selbstbewusstes Werbekonzept. Ohne Logo, aber dafür mit dem Slogan „Das, worauf es ankommt“ gehen die Achimer Stadtwerke mit neuem Markenauftritt an die Öffentlichkeit. Entwickelt wurde das Konzept mithilfe der Bremer Werbeagentur Red Pepper.

Zeitgleich, wenn auch nicht direkt mit der Werbekampagne verknüpft, laufen in der Unternehmenszentrale an der Gaswerkstraße seit Mai Umbauarbeiten. Bis Ende 2016 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein, in diesem Zeitraum finden Kunden Zugang über den Seiteneingang. Sven Feht, Vorstandssprecher der Stadtwerke Achim AG, nennt Verschleiß als Grund für die Renovierung. Mit dem neuen Markenkonzept erhält der Kundenbereich auch gleich einen neuen Anstrich – und präsentiert sich in leuchtendem Gelb-Blau. Simple Illustrationen – wahlweise ein männliches oder weibliches Piktogramm, das zusammen ein Kundenpärchen darstellen soll, oder ein durch den Helm erkennbarer Monteur – ergänzen das neue Design.

Halboffene Arbeitsplätze – eine der bereits erfolgten Umbauten im Vertriebsbereich.

„Unsere Marke hat sich in etwa 17 Jahren nicht stark geändert“, sagt Vorstandssprecher Sven Feht. 2014 habe man das Thema angepackt. Eine Notwendigkeit, die sich auch durch die Liberalisierung des Strommarktes und den daraus entstandenen Konkurrenzdruck mehr und mehr verdeutlicht habe, sagt Vorstandsmitglied Werner Meinken: „Die Wechselbereitschaft der Kunden erhöht sich.“ Zudem habe das alte Logo mit Welle, Blitz und Flamme nicht mehr das aktuelle Produktangebot der Stadtwerke Achim abgebildet. Bis zum Jahr 2000 lieferten die Stadtwerke auch Trinkwasser an wenige Haushalte. „Dann haben wir die Trinkwasser-Enklave rund um den Bürgerpark an den Trinkwasserverband verkauft“, erklärt Sven Feht.

Bei der Auswahl der Werbeagentur habe laut Sven Feht ein Kriterium im Vordergrund gestanden: Die Kampagne sollte abbilden, „wie die Mitarbeiter sich fühlen“. Zudem solle der Kunde schneller erkennen, „was er an den Stadtwerken hat“. Feht zählt auf: „Wir sind ein günstiger Energieversorger.“ Auch bei der Kundenzufriedenheit habe man im Vergleich zu Mitbewerbern bestanden: In einer Umfrage von „Focus Money“ hätten die hiesigen Stadtwerke Bestwerte erreicht. Ein Unterscheidungsmerkmal zeichne die Stadtwerke Achim aus: „Sie schleppen keinen Ballast mit sich herum“, ergänzt Red-Pepper-Geschäftsführer Jan Weller. Statt nebenbei Freibäder oder Parkhäuser zu betreiben, könne man ganz aufs Kerngeschäft setzen.

Doch von außen sei für die Kunden zunächst ein anderer Eindruck entstanden. Als eine der ersten Maßnahmen entrümpelte das Unternehmen darum seinen Vorgarten. Auch die Kundenschlangen in den Büros gehörten nun der Vergangenheit an, so Feht: Ein zentraler Empfang leitet die Laufkundschaft an vier Service-Mitarbeiter weiter, die nicht in abgetrennten Büros, sondern an halboffenen Arbeitsplätzen ansprechbar sind.

Ein wichtiger Punkt für die Generalüberholung war zudem, den Internetauftritt etwas moderner wirken zu lassen. Schon jetzt schließen 30 Prozent (etwa 10  000) der Kunden ihre Energieverträge über das Internet ab. Inhalte der alten Website – laut Feht „unübersichtlich, historisch gewachsen“ – habe man daher auf das Wesentliche reduziert. „Was will der Kunde? Energie kaufen“, so Feht. Ein Vergleichsrechner ermögliche es, die genaue Beitragssumme für den eigenen Haushalt zu errechnen. Auch setze das Unternehmen im Netz verstärkt auf Mitarbeiterakquise in der Region. Potentielle Bewerber können sich etwa per Mausklick auf eine virtuelle Reise durch das Unternehmen begeben.

Der Prozess zum neuen Geschäftsauftritt werde noch etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen, sagt Jan Weller. Erste Schritte dorthin sind aber bereits erfolgt: Anzeigen in der Tageszeitung und auf Plakaten sind im Netzgebiet, das sich in der Gasversorgung von Oyten über Ottersberg, Achim und Langwedel erstreckt, geschaltet. Kunden erhielten eine entsprechend gestaltete Einladungskarte zur Achimer Fachausstellung (afa), die vom 21. bis 22. Mai auf den Bierdener Mehren über die Bühne geht. Der Hubwagen für Arbeiten an Straßenlaternen fährt bereits im neuen Design umher. Und die Mitarbeiter konnten sich im Rahmen eines „Markentages“ auch künstlerisch mit der neuen Außenwirkung ihres Arbeitgebers auseinandersetzen. Die in Graffititechnik gestalteten Bilder zieren nun die Geschäftsräume.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kriegsszenen in Rio: Militär besetzt Favela

Kriegsszenen in Rio: Militär besetzt Favela

Werder zu fahrlässig im Abschluss

Werder zu fahrlässig im Abschluss

Mallorca: Groß-Demonstration gegen "Sauftourismus"

Mallorca: Groß-Demonstration gegen "Sauftourismus"

Schwerer Unfall auf der B75

Schwerer Unfall auf der B75

Meistgelesene Artikel

Lutz Spendig mit „KletterLetter“ in „Die Höhle der Löwen“

Lutz Spendig mit „KletterLetter“ in „Die Höhle der Löwen“

Thänhuser Markt verlief insgesamt friedlich

Thänhuser Markt verlief insgesamt friedlich

Thänhuser Markt: Drei Tage Ausnahmezustand

Thänhuser Markt: Drei Tage Ausnahmezustand

Die Rente mit 70... will keiner der Bewerber

Die Rente mit 70... will keiner der Bewerber

Kommentare