Sitzung des Bauunterhaltungsausschusses

Mängelliste für Achims Straßen

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Die zwei betagten Linden (rechts) auf dem Bibliotheksplatz zwischen Rathaus und Alte Feuerwache sind krank, könnten kippen, Menschen gefährden und müssen deshalb gefällt werden. Am 15. und 16. Februar soll das hier und auf dem Baumplatz geschehen, der dann nicht als Parkplatz zur Verfügung steht. Junge Bäume werden nicht so schnell nachgepflanzt, da die Stadt erst die Plätze neu planen will. Das könne ja fünf bis sechs Jahre dauern, kritisierten Bürger im Bauunterhaltungsausschuss. Schneller gehen die Ersatzpflanzungen an der Ueser Schule über die Bühne, wo am 23. und 24. Februar Bäume für die Erweiterung der Schule fallen werden.

Achim - Straßen dienen nicht nur der Fortbewegung. Sie bewegen auch viele Menschen, so auch stundenlang am Montag im Bauunterhaltungsausschuss des Stadtrats. Schlließlich gibt’s an Achims Straßen auch viel zu tun.

Schon in der Einwohnerfragestunde hatte Dr. Harald Koch beklagt, dass Achims Straßen trotz eines weitgehend frostfreien Winters in einem beklagenswerten und gefährlichen Zustand seien. Bau-Fachbereichsleiter Steffen Zorn erklärte, für die Straßen sei die hohe Feuchtigkeit in den letzten Monaten verbunden mit Temperaturwechseln noch schädlicher. 

Der so genannte Läufer des Bauhofs wird im Frühjahr Straßen ablaufen und Informationen geben, wo die Ausbesserungen am dringendsten sind. Bis zu 40.000 Euro und vier Bauhofmitarbeiter stehen dafür zur Verfügung.

Auch für die oft im Wasser stehenden Parkmöglichkeiten auf dem Baumplatz und an der Asmusstraße werden Verbesserungen erst in der trockenen Jahreszeit kommen. Bei ihnen gibt es keine geregelte Entwässerung, so dass mit jedem starken Regen ein Teil der Oberfläche wieder weggeschwemmt wird und neue Löcher entstehen.

Jähes Ende des Radwegs an Bremer Straße/Pfarrstraße, Vorfahrt und ein „Schutzschirm“.

Für die schlechtesten Straßen in Achim gibt es Prioritätenlisten der Stadt, laut Zorn gleich vier. Eine für 49 überhaupt noch nicht ausgebaute Straßen. Hier müssen bei einem Ausbau die Grundstückseigentümer 90 Prozent der Kosten tragen. Zweitens sind Straßen nur provisorisch mit Tränkdecken ausgebaut und müssen jährlich teuer unterhalten werden. Drittens haben Straßen nach mehreren Jahrzehnten ihre Belastungsgrenze erreicht und müssen renoviert werden. 

Die finanzielle Beteiligung der Anwohner liegt hier zwischen 40 und 60 Prozent. Und schließlich existieren viertens wichtige Straßen, die die Stadt nur mit Steuermitteln in Schuss halten muss.

Aus den Prioritätenlisten der Stadt hat sich nun ergeben, dass dieses Jahr die völlig unbefestigten Uphuser Straßen Strohstiege und Alte Schlengen ausgebaut werden sollen im Wesentlichen, weil dort für ein kleines neues Baugebiet die Erschließung zwingend vorgeschrieben ist ist und nach dem Wunsch des Fachbereichsleiters dann gleich im größeren Umkreis hergestellt werden sollte. 

Kritik der Alteingesessenen

Alteingesessene dort sehen es allerdings nicht ein, dass sie für die neuen Bauplätze anderer „bluten“ sollen. Sonja Martens beschwerte sich so darüber, dass ihre Eltern dort vor langer Zeit schon gebaut und weitere Baufläche nicht bekommen hätten, weil die grün bleiben sollte. Auch das jetzt geplante neue Baugebiet sei damals fest als Grünfläche gehandelt worden. Über die Einzelheiten wird die Stadt noch mit den Anwohnern sprechen.

Kommt hier keine schnelle Einigung zustande, könnte die Allhornstraße in Achim von 2019 ein Jahr nach vorne rutschen. Sie ist wie früher die Straßen im Achimer Paradiesviertel unausgebaut, je nach Jahreszeit staubig oder matschig und lässt die Regenmassen herunter Richtung Langenstraße fließen.

Kein Platz für gemeinsamen Geh- und Radweg

Die „Wasserstraße“ Laheit in Embsen hat nicht höchste Priorität, was den dortigen Ortsausschussvorsitzenden Paul Brandt (SPD) verwunderte, denn darüber werde doch schon lange diskutiert. Dem „Ortsfürsten“ wurde von Parteifreund Bernd Junker und Fachbereichschef Zorn gesagt, dass dort nichts geschehe, weil wenige Grundstückseigentümer ganz viel bezahlen müssten.

Bleibt noch der Radweg an der Bremer Straße, der aufwärts an der Pfarrstraße jäh endet und Radfahrer auf die Landesstraße verweist. Dort werden sie oft genug von Autofahrern angehupt, die meinen, die Zweiräder hätten da nichts zu suchen, weiß Peter Bartram (Grüne). Dem Wunsch von Werner Wippler, hier einen gemeinsamen Geh- und Radweg anzulegen, kann die Stadt aber nicht nachkommen, da der Straßenraum dafür nicht ausreiche, wie Verkehrsplaner Stefan Schuster erläuterte. 

Der Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn soll nun durch Piktogramme ausgewiesen werden. Den Streifen farblich abzuheben, erlauben die Bestimmungen nicht. Auf Anregung von Larne Sprenger (CDU) will sich die Stadt hier auch für Tempo 30 einsetzen.  - mb

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