Axel Burmeister feiert 80. Geburtstag / Multitalent engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich

Macher der Stadttombola hat viele Verdienste

Der begeisterte Segler, Kaufmann und Organisator Axel Burmeister hat fast die ganze Welt bereist.
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Der begeisterte Segler, Kaufmann und Organisator Axel Burmeister hat fast die ganze Welt bereist.

Achim – „Everybody"s Darling“ ist Axel Burmeister mit seiner direkten, mitunter barschen Art nicht. Aber kaum ein Achimer hat in seiner Freizeit mehr für seine Stadt getan als der unternehmungslustige Seemann, der außer der Antarktis jeden Erdteil von eigener Anschauung kennt. Burmeister ist ein Tausendsassa, ein Multiorganisator. Er hat in Achim verschiedene Feste auf die Beine gestellt, das Glockenspiel in die Stadt geholt und 2007 die Rotary-Stadttombola gegründet. Axel Burmeister, der wegen seiner Verdienste um das Gemeinwohl mehrfach ausgezeichnet wurde, feiert heute seinen 80. Geburtstag.

Was fast ein Wunder ist. „Ich hatte fünf Schlaganfälle und fünf Herzinfarkte“, berichtet das „Stehaufmännchen“ munter Gespräch mit dem Achimer Kreisblatt. Burmeisters Leben ist derart prallgefüllt, dass man meinen könnte, er hat mindestens drei parallel geführt.

Das in Hannover geborene und an der Weser in Bremen aufgewachsene Kriegskind entwickelte schon früh seine Leidenschaft für das maritime Element und begann nach der Schulzeit eine Ausbildung zum Seemann auf dem „Schulschiff Deutschland“. 1961 erwarb der junge Mann das Kapitänspatent. Noch im selben Jahr heiratete er Gerda, die ihm bis heute bei vielen seiner Aktivitäten zur Seite steht. Aus der Ehe gingen die Söhne Thomas und Jörn hervor sowie Tochter Kirsten, die schon mit einem halben Jahr starb. 1966 zog die Familie ins neugebaute Haus an der Bruchstraße in Achim, in dem das Ehepaar nach wie vor wohnt.

Als Mitarbeiter von Hapag-Lloyd, wo er auch Personalchef war, landete Burmeister in Ägypten und brachte dort die ersten Airbusse in die Luft. In der Heimat hob er die „Clipper“ aus der Taufe und schipperte mit Jugendlichen übers Wasser. „Dabei ging es neben dem Erlebnis auf See darum, soziales Verhalten an Bord zu üben“, erklärt der „Lehrmeister“.

In den 80er-Jahren startete Axel Burmeister in Achim durch. An der Bremer Straße eröffnete er ein Reisebüro. Nebenher mischte der Kaufmann in der Vereinigung der Selbstständigen mit und machte mit einer bahnbrechenden Idee Furore: „Ich habe 1982 das erste Stadtfest in Achim organisiert, mit 120 Ständen.“ In der Folge zog Burmeister an seinem Wohnort auch bis heute legendäre Weihnachtsmärkte, Kunsttage, die Badener Pfingstwiese und das Hafenfest in Uesen auf. Darüber hinaus zählt er zu den Mitbegründern des Achimer Golfclubs und der Handball-Spielgemeinschaft Achim/Baden. 1997 ließ der vielseitig Interessierte, der zwei Jahre zuvor sein Reisebüro verkauft hatte, auf dem Bibliotheksplatz ein Glockenspiel errichten. 2002 gründete er den Fremdenverkehrsverein Altkreis Achim, der später in der Stadtmarketing-Gesellschaft aufging.

Zwischenzeitlich engagierte sich Burmeister im Nahen Osten. „Eines Tages rief mich Außenminister Genscher, der von meinen Kontakten nach Ägypten wusste, zu Hause an und fragte mich, ob ich ein Hilfsprojekt in Palästina leiten könnte.“ Nachdem seine Ehefrau zugestimmt hatte, machte sich der weithin anerkannte Achimer ans Werk. Von 1997 bis 2005 habe er den Wiederaufbau der Innenstadt von Bethlehem organisiert und den Tourismus in der Region angeschoben, erläutert Burmeister.

Zurück in der Heimat, mochte er sich auch mit 65 Jahren nicht zur Ruhe setzen. Axel Burmeister, der seit 1984 dem Rotary-Club angehört, wollte in Achim eine große Wohltätigkeitsveranstaltung aufziehen. „Mein Vorschlag, eine Stadttombola auszurichten, ist nur mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme angenommen worden“, erinnert er sich. Aber gerade mit dieser Aktion hat der 80-Jährige wohl am meisten für die Allgemeinheit bewirkt. Denn die Erlöse der bis heute laufenden Tombola, bei der Burmeister zehn Jahre lang der Macher und Motor war, fließen zum Großteil der Achimer Tafel zu und unterstützen die Berufsfindung der örtlichen Hauptschulabgänger, die auf dem „Schulschiff Deutschland“ ein Bewerbungstraining durchlaufen.

Ein Herzensanliegen für den Jubilar, der seit 50 Jahren mit seiner Frau Segeltörns unternimmt, sich aber auch über sieben Enkelkinder und einen Urenkel freut. Axel Burmeister, der sechs Mal von den Rotariern die Paul-Harris-Medaille sowie Ehrenpreise der Stadt Achim und des Landes Niedersachsen verliehen bekommen hat, auch im hohen Alter und mit angegriffener Gesundheit Mitglied des Senioren- und Behindertenbeirats der Stadt ist, kann sich ein Leben ohne ehrenamtliches Engagement nicht vorstellen. „Ich hatte immer das Begehren, etwas zu tun, mit dem ich kein Geld verdiene. Du hast Handlungsfreiheit, wenn du nicht abhängig von jemandem bist.“

Von Michael Mix

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