Kita am Lahof testet an Uni Bremen entwickeltes Sprachförderprogramm

„Lobo-Test“ macht Kindern Spaß

Der Drache „Lobo“, bedient von Erzieherin Ines Blohm, spielt beim von Jessica Melzer mitentwickelten Sprachtraining eine große Rolle. Foto: mix

Achim - VON MICHAEL MIX. Der „Lobo-Test“ macht den Kindern alles andere als Angst und Bange. Die Mädchen und Jungen in der Kindertagesstätte am Lahof sind mit Spaß bei der Sache, wenn sie der kleine grüne Drache mit seinem sympathischen Sprachfehler bittet, Bildkarten zu erläutern. Von der Handpuppe Lobo animiert, beschreiben die Kinder, was sie darauf sehen.

„Sprache fördern im Kindergarten“ heißt das Programm für die Drei- bis Sechsjährigen offiziell. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der von der Lebenshilfe im Landkreis Verden betriebenen Kita am Lahof und der Universität Bremen, Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, das ein halbes Jahr lang, von Januar bis Juni, läuft.

„Ich finde das spannend und wichtig“, sagte Kita-Leiterin Edda Hasselhof-Kuß am Mittwoch beim Pressegespräch. Denn das Land Niedersachsen habe im vergangenen Jahr die sogenannte Sprachstandserhebung von der Grundschule in die Kindergärten verlagert und da sei solch ein Projekt hilfreich.

„Das Förderprogramm haben wir entwickelt, um Wortschatz, Grammatik oder auditive Merkfähigkeit der Kinder im Kita-Alter testen zu können“, informiert Dr. Jessica Melzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bremen. „Aber ist es überhaupt alltagstauglich?“

Um diese Frage zu beantworten, suchten Melzer und ihre Kollegin Lisa Rennecke im vergangenen Jahr nach Kindertagesstätten, die das Programm ausprobieren und anwenden wollten. „Es haben sich ziemlich viele gemeldet“, berichtet Melzer. Die Kita in Achim-Baden zählt zu den sieben ausgewählten Einrichtungen im Großraum Bremen, in denen das wissenschaftlich fundierte Konzept getestet wird.

Am Lahof wird damit gruppenübergreifend an zwei Vormittagen in der Woche gearbeitet. Von einem „heterogenen Publikum“ ist beim Pressegespräch die Rede. „Wir haben hier sprachstarke Kinder und welche mit starkem Förderbedarf“, erläutert Erzieherin Ines Blohm.

Mit Lobo, dem Drachen, machen aber sogar „Präpositionsspiele“ Spaß. „Kinder können sich auf, unter oder neben einen Stuhl setzen“, nennt Melzer ein Beispiel.

Das an der Uni entwickelte Konzept wird nach ihren Angaben fortlaufend überprüft. Während ein Teil der Kinder das Programm in einer „Fördergruppe“ testet, arbeiten die übrigen Mädchen und Jungen in einer „Kontrollgruppe“ damit.

„Es gibt auch ein Evalutionsmodul für die Erzieherinnen“, merkt Jessica Melzer an. „Dabei haben wir gerade bemerkt, dass es zuviel Programm ist.“

Zudem sind die Eltern bei dem Projekt eingebunden. Wer wollte, konnte einen Fragebogen zum Sprachvermögen des Nachwuchses ausfüllen.

Ob und auf welchen Feldern das Programm die Kinder in der Kita am Lahof vorangebracht hat, soll nach Abschluss des Sprachtrainings an der Uni ausgewertet werden. Bis Ende Juni dürfte „Lobo“ den Drei- bis Sechsjährigen noch manch fesselnde Stunde bereiten.

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