Kasch lädt nach Corona-Pause erstmals wieder Publikum ein / Vorher noch TV-Konzert

„Liebe, Tod und Teufel“ zum Neustart

Mellow Melange ist beim „Wohnzimmer-Konzert“ dabei.
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Mellow Melange ist beim „Wohnzimmer-Konzert“ dabei.
  • Michael Mix
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Achim – Mit einem Konzert via Kasch-TV geht es an diesem Samstag weiter, aber knapp eine Woche später gibt es auch die erste Veranstaltung mit Publikum wieder nach der Corona-Pause im Kulturhaus Alter Schützenhof. „Die neue Verordnung des Landes Niedersachsen erlaubt jetzt mehr“, freute sich Kasch-Mitarbeiterin Silke Thomas am Dienstag bei einem Pressegespräch im Hause und überließ sogleich Benedikt Vermeer das Wort. Der Bremer Schauspieler ist am Freitag, 3. Juli, um 20 Uhr mit dem Programm „Liebe, Tod und Teufel!“ im Achimer Kulturzentrum an der Bergstraße zu Gast.

„Meinen Literaturkeller aus dem Ostertorviertel verlege ich ins Kasch, mit dem ich seit mehr als 20 Jahren verbunden bin und alle Premieren hier gemacht habe“, sagte Vermeer. Er werde im Blauen Saal tiefsinnige Texte von Heine, Tucholsky, Kästner, Ringelnatz oder Busch rezitieren und Bezüge zur heutigen Weltlage herstellen. Der Künstler kündigte romantische Gedichte, spannende Szenen, beseelte Visionen an. Zwei Wochen später, am Freitag, 17. Juli, tritt Benedikt Vermeer mit dem „literarisch-politisch-humanistischen Programm der Extraklasse“ erneut im Kasch auf.

„Das Rezitationsprojekt passt gut hierhier“, merkte Thomas an, die das Programm schon selbst im Bremer Literaturkeller gesehen hat. Vermeer biete alles andere als eine trockene Lesung, sondern verstehe es, die Geistesgrößen auf der Bühne zu neuem Leben zu erwecken. „Von Heinrich Heine bis Wilhelm Busch ist das ein fesselnder Spannungsbogen.“

35 bis 40 Leute könnten den pro Abend im Blauen Saal verfolgen. „Je nachdem, wieviel Leute aus einem Haushalt kommen, denn die Abstandsregeln müssen natürlich eingehalten werden“, erläuterte Thomas.

Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro können über kasch-achim.de reserviert werden. Ansonsten gibt es Tickets nur an der Abendkasse. Die Gastronomie im Kasch öffnet an den beiden Veranstaltungstagen um 18 Uhr.

Silke Thomas wartete noch mit einer weiteren guten Nachricht in der schwierigen Zeit der Pandemie auf. „Ab sofort dürfen sich wieder alle Gruppen im Kasch treffen.“ Da die gewohnten Räume unter den Corona-Bedingungen jedoch meist zu klein seien, stünden auch die beiden Säle als Ausweichquartiere zur Verfügung. „Gruppen, die sich noch vor der Sommerpause hier treffen wollen, sollten sich im Kasch melden“, informierte Thomas. Die Gastronomie bleibe allerdings bis auf die erwähnten Ausnahmen geschlossen.

Vom 18. Juli bis zum 9. August legt das Kulturhaus eine Sommerpause ein. „Außer in diesen drei Wochen fester Schließzeit läuft das Kasch-TV aber weiter“, schaltete sich Dennis Meinken ein. Als Live-Stream sind am kommenden Samstag von 19 Uhr an das Piet Gorecki Trio, Mellow Melange und Michael Gerdes zu erleben. Zudem ist Till Simon als Moderator im Blauen Saal mit dabei.

Gerdes hat sich als Liedermacher einen Namen gemacht. „Mit Gesang und akustischer Gitarre erschafft er eindringliche, gefühlvolle Songs, die das Innerste berühren“, heißt es in einer Pressenotiz. Beim nächsten „Wohnzimmer-Konzert“ mischt auch die Gorecki-Gruppe mit. Melodische Instrumentaltracks, die sich im Spannungsfeld von Blues, Jazz, Soul, Funk und einer Prise 70er-Rock bewegen, sind das Markenzeichen dieser Band, wissen Kenner. Mellow Melange tritt diesmal als Trio auf. Es bringt eine exquisite Mischung aus Kammermusik, Pop und Jazz.

Das Kasch ist, wie andere Kulturinstitutionen, Veranstalter und Künstler, durch die Corona-Krise arg gebeutelt. „Deshalb darf auch kräftig während des Live-Streams und sonst natürlich auch, über unser Spendenticket gespendet werden“, sagt Dennis Meinken.

Doch ganz so düster ist die Lage nicht mehr. „Für Ende August planen wir ein Festival-Wochenende auf der Wiese neben dem alten Gefängnis“, haut Silke Thomas zum Schluss des Pressegesprächs noch einen unerwarteten Kracher raus. Eine Bühne mit einem Kulturprogramm verschiedener Sparten, auch Live-Musik, sei vorgesehen.

Und nach den Sommerferien will auch das Kasch selbst wieder zu einem annähernden „Normalbetrieb“ zurückkehren. Thomas und Meinken versprechen „die volle Bandbreite“ mit Kabarett, Kinderkultur, Kommunalem Kino und Konzerten.

Von Michael Mix

Der Schauspieler Benedikt Vermeer tritt im Juli zwei Mal im Blauen Saal auf. Foto: mix

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