Auch „Vater unser“ intoniert

Lettischer Jugendchor zu Gast in Achimer Laurentiuskirche

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Bot ein großartiges Konzert mit geistlicher und folkloristischer Musik in der Laurentiuskirche: Der lettische Jugendchor „De Cantare“ aus der Stadt Aizkraukle. 

Der Lettische Jugendchor „De Cantare“ hat am Freitag in der Achimer Laurentiukirche gastiert. Auch das „Vater unser“ haben sie intoniert.

Achim - Von Ilse Walther. Wer den lettischen Jugendchor „De Cantare“ aus der Stadt Aizkraukle an der Dadava schon erlebt hat, wusste, dass ein großartiger Abend mit lettischer geistlicher und folkloristischer Musik und von anderen Komponisten auf hohem Niveau zu erwarten ist. Und so war es auch am Freitag in der Achimer St-Laurentius-Kirche.

Unter seinem äußerst temperamentvollen und fröhlichen Dirigenten Eduards Gravitis bot dieser Chor wunderbar homogen, in reiner Intonation und hoch konzentriert ausnehmend schöne lettische Lieder und Tänze sowie intensiv-klangvolle geistliche Kompositionen.

Organistin und Konzertmeisterin Aija Zingite erlebte man sowohl an der renovierten Orgel wie auch am E-Piano. Ein Schüler erwies sich als perfekt agierender Schlagwerker an der Trommel, der mit diffizilen Rhythmen Pianistin und Chor unterstützte. Aija Zingite eröffnete mit einem lettischen Orgelpräludium, das zum Teil Werken des großen Charles Widor, aber auch in der Bassstimme dem Basso continuo eines Johann Sebastian Bach ähnelte.

Virtuos-farbig registriert musizierte sie und demonstrierte die hohe Kunst des Orgelspieles auch in diversen Begleitungen des Chores. Die Fantasie G-Dur von Bach interpretierte sie transparent, filigran, wie ein Glockenspiel mit Echo im feierlichen Plenum. Würdig und bewusst gestaltete sie auch dessen Choralvorspiel zu „Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ“.

Temperamentvoll-fröhlicher Dirigent: Eduards Gravitis.

Schon der Einzug des Chores in ausnehmend hübscher Kleidung gefiel, die Disziplin ebenso. All seine Intentionen konnte Eduards Gravitis auf seine kompetenten Sängerinnen und Sänger übertragen. Im Chor strahlte der Sopran in den oft großen Höhen wunderbar. Auch die beiden Solistinnen sangen intensiv und ohne Brüche in den Registern. Warm und klangschön waren die Alt-Stimmen, die Tenöre und Bässe füllig und klar im Singen.

Der Dirigent erklärte humorvoll zu jedem Werk die Inhalte. Da wurde nicht nur die Sonne besungen. Die Morgenstimmung und ein Dank an alle Mütter waren ebenso stimmlich ergreifend umgesetzt wie die junge Liebe.

Diese Lieder sprechen unmittelbar an, gehen in ihrer Klangfülle und der klanglich abgestuften Weise regelrecht unter die Haut. Auch in den geistlichen Kompositionen wurde diese Ausdruckskraft und Intensivität spürbar.

Einfach köstlich war die Wiedergabe des lettischen Volksliedes, in dem der junge Mann durch die Felder reitet, um sowohl ein reiches wie ein armes Mädchen zu besuchen. Dazu hörte man das rhythmische Reiten des Pferdes in der synkopischen Begleitung, und die Juchzer des jungen Mannes.

Sehr gefiel auch die Komposition von Henry Purcell mit Orgelbegleitung. Die Gesangslehrerin des Chores intonierte ein schönes geistliches Lied, und das lettische „Vater unser“ war wie ein Glaubensmanifest in seiner Intensität. Das zeitgenössische „Soli Deo Gloria“ mit seinem feierlichen Orgelvorspiel und den ebenso feierlich klingenden Chorstimmen sprach ebenfalls stark an.

Viel herzlicher Beifall und Pastor Wilkes Dank für dieses Konzert beendeten das vielseitige Programm. Weil der Beifall gar nicht enden wollte, gab es noch einmal das zupackende Lied mit Juchhu und Pferdegetrappel als Zugabe. Hoffentlich kommen die jungen Menschen in absehbarer Zeit mal wieder nach Achim.

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