Lesung mit Matjes und Köm

Autoren Dora Heldt und Krischan Koch führen in eine bizarre Krimi- und Gedankenwelt

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Gute Unterhaltung: Zwischen ihren Lesebeiträgen gerieten die Autoren Dora Heldt und Krischan Koch immer wieder in einen Disput darüber, ob Amrum oder Sylt die bessere Urlaubsinsel sei.

In Anlehnung an den Titel seines jüngsten Krimis „Mörder mögen keine Matjes“ haben sich Autor Krischan Koch und seine Kollegin Dora Heldt zu Beginn ihrer Lesung am Mittwochabend im Kasch mit den Besuchern und den Gastgebern der Buchhandlung Hoffmann Matjes, Bier und Köm gewidmet. Im Anschluss daran lieferten sich die beiden Gäste aus Hamburg vor rund 90 Zuhörern im Großen Saal einen literarischen Dialog.

Achim - Koch präsentierte vergnügliche Szenen seiner gesammelten Krimiromane, während die Bestsellerautorin Dora Heldt dazu jeweils passende, tiefsinnige Beiträge ihrer Kolumnensammlungen lieferte.

„Wir bieten Unterhaltung, aus der man noch was mitnehmen kann. Krischan Koch steuert den humorvollen literarischen Teil bei und ich bringe etwas Niveau hinzu“, versprach Bestsellerautorin Dora Heldt mit einem Schmunzeln vor dem Matjes-Menü.

Im Mittelpunkt der Küsten-Krimis stehen die Bewohner des Fantasie-Ortes Fredenbüll, deren schnöde Lebenswirklichkeit Krischan Koch regelmäßig durch Mordereignisse aus den Fugen geraten lässt.

Mit Humor und scharfer Beobachtungsgabe zeichnet der Autor Szenen dörflichen Lebens nach, die er während seiner Lesung mit herausragender Stimmenvielfalt und Authentizität in die Besucherränge trug.

Im Roman „Dreimal Tote Tante“ rätseln vier Freundinnen über den Verbleib von Pensionsbetreiberin Renate. Bald wird klar, dass die Frauen im Friseursalon von Alexandra zwischen Trockenhaube und Dauerwelle einen „heißen Draht“ für einsame Männerherzen betreiben. Wurde Renate dabei zum Verhängnis, dass sie das „R“ so schön rollen kann? Beispielhaft haucht Krischan Koch die anzüglichen Telefonmonologe der Damen ins Publikum, als sei er selbst Teil dieser Machenschaften.

Der Hang zum Frivolen tritt mehrfach zutage, etwa in einer Passage im „Backfischalarm“. Darin verortet Krischan Koch die Handlung in eine Saunahütte und beschreibt unverklärt und süffisant „nicht mehr ganz straffe Brüste“ oder „schlaffe Hodensäcke“ seiner Protagonisten, wie sie beim Schwitzerlebnis über Grenzen hinausgehen und dabei über eine Leiche stolpern. Auch aus seinem neuesten Krimi „Mörder mögen keine Matjes“ las Koch Auszüge vor.

Dora Heldt hingegen hielt mit pointierten Überlegungen dagegen und verbreitete Gedanken über „Männer am Telefon“, „weibliche Kommunikation“ oder „Tücken nahtloser Bräune beim Sonnenbaden“.

Nach gut zweieinhalb Stunden kulinarischer und literarischer Kost endete eine begeisternde und sehr unterhaltsame Lesung mit einer Signierstunde der beiden Literaten.

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