50 Teilnehmer bei Forum der Kita-Fachberater

Lernwerkstätten sollen Schule machen

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Das Orga-Team (v.l.) Denise Drewes, Anke Bolte, Gudrun Schütte, Susanne Lührmann, Kathrin Hormann und Mirela Schmidt (Netzwerk-Managerin beim NIFBE).

Achim - Nicht erst seit dem desolaten Ergebnis des bundesweiten IQB-Bildungstests an Grundschulen ist klar: Es wird immer wichtiger, Kleinkinder mit Lernangeboten auf die Schule vorzubereiten.

In Form von Lernwerkstätten verfolgen einige Kindertagesstätten schon seit einigen Jahren dieses Ziel, manchmal auch in Kooperation mit Grundschulen. Lernwerkstätten standen auch im Mittelpunkt einer Fachveranstaltung mit Vortrag und Workshops, zu der sich Donnerstag rund 50 Erzieher und Grundschullehrer, nicht nur aus dem Landkreis Verden, im Achimer Rathaussaal trafen.

In Achim besteht bisher nur ein entsprechendes Projekt, im Bürgerzentrum (Büz) an der Magdeburger Straße, berichet Gudrun Schütte, Kita-Fachberaterin für Achim, Ottersberg, Thedinghausen und Oyten. In den KiWi-Forscherräumen des Büz tasten sich Kita-Kinder der „Himmelsstürmer“ und „Schlaumäuse“ an wissenschaftliche Experimente heran. Auch in Oyten und Ottersberg gibt es Kitas mit Lernwerkstätten. „Das wollen wir im Landkreis unter anderem mit dieser Fachtagung noch mehr aktivieren“, betont Schütte. Federführend bei der Planung war das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (NIFBE), das einmal im Jahr ein Fachforum mit den Kita-Fachberatungen im Landkreis Verden organisiert und vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanziell unterstützt wird.

Im Vordergrund steht nicht das Endprodukt

„Die Idee der Lernwerkstatt ist nicht neu, sie stammt aus der Reformpädagogik“, erläutert Kathrin Hormann, Referentin aus Hildesheim. Ziel sei es, die Kinder handwerklich-kreativ und unter Anwendung ihrer eigenen Ideen zu fördern. Grundlage sind so genannte „bedeutungsoffene Materialien“ – von bunten Knöpfen bis hin zu Wollfäden verschiedener Länge und Farbe. „Das Material lädt ein und fordert heraus“, erklärt Kathrin Hormann. Neue Dinge entstünden in Auseinandersetzung mit den in der Lernwerkstatt verwendeten Gegenständen. Im Vordergrund stehe nicht das Endprodukt, sondern der Lernprozess.

Um die Idee der Lernwerkstätten anschaulich zu vermitteln, gab es bei dem Fachforum eine kleine Sammlung von Materialien, die in einer Lernwerkstatt verwendet werden können. Gudrun Schütte zeigte, wie man Papierschnipsel von Teebeuteln aneinanderketten, nach Farben und Formen sortieren oder zu Mustern legen kann. Interessant werde es, wenn die Kinder sich in ihrer Kreativität zusammentun. „Dann fangen sie auch an zu reden“, sagt Denise Drewes, Kita-Fachberaterin mit Schwerpunkt Sprache. Insofern deckten Lernwerkstätten die Bereiche Bildung und Sprachförderung gleichermaßen ab.

Susanne Lührmann, Erzieherin an der Kita St. Johann und Anke Bolte, Lehrerin an der Grundschule Riemsloh aus Melle (Landkreis Osnabrück) kooperieren schon seit einigen Jahren mit einer Lernwerkstatt. Um den Erkenntnisgewinn ein wenig zu steuern, werde jedes Jahr ein Oberthema bestimmt, etwa „Die vier Elemente“, „Es rollt, dreht und bewegt sich“ oder aktuell das Thema Müll und Nachhaltigkeit. In Planung sei auch eine ästhetische Lernwerkstatt „Malen nach Arno Stern“. 

ldu

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