Lernprozess mit Abstrichen

Achim: Test-Kits für Corona-Selbsttests an Schulen liegen bislang nicht vor

Corona-Schnelltests sollen Schüler nach dem Willen der Niedersächsischen Landesregierung bald selbst durchführen. Noch lassen die dafür notwendigen Test-Kits aber auf sich warten.
+
Corona-Schnelltests sollen Schüler nach dem Willen der Niedersächsischen Landesregierung bald selbst durchführen. Noch lassen die dafür notwendigen Test-Kits aber auf sich warten.

Achim – Freiwillige Corona-Selbsttests an Schulen sieht die Teststrategie der Niedersächsischen Landesregierung seit Neuestem vor. Sehr strategisch findet Dr. Stefan Krolle, Schulleiter des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums Achim, diese Vorgehensweise nicht. Zumal die versprochenen Test-Kits der Schule noch gar nicht vorliegen. Wann die Lieferung kommen soll, sei ebenfalls unklar.

Ab dem 19. März sollen unabhängig vom regionalen Inzidenzwert Reihentestungen an Schulen stattfinden, heißt es einem Schreiben der Schulbehörde Lüneburg vom 16. März an die Schulen der Region. „Ich wäre dafür, dass, bevor es solche Zusagen gibt, die Logistik erst einmal funktionieren müsste“, so Krolle. Bei der logistischen Organisation der Selbsttests wähnt er sich in einem Déjà-vu. „Ähnlich war es bei der Maskenpflicht. Es hat viel zu lange gedauert, bevor wir Masken bekommen haben. Da sind wir auch vertröstet worden.“ Über den Landkreis Verden und das Bundesamt für Katastrophenschutz habe das Cato-Gymnasium die Versorgung schließlich selbst organisiert.

Auch Anke Kastenschmidt, Leiterin der Erich-Kästner-Schule Achim, wartet auf das Paket mit den Schnelltests zur Selbstanwendung. „Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Tagen geliefert wird.“ Die umfangreichen Schreiben der Schulbehörde hätten viele Hinweise auf Datenschutz enthalten. Die Erklärung über den praktischen Ablauf eines Tests sei dabei „ein bisschen zu kurz gekommen“, kritisiert sie.

Konkreter wurde das Kultusministerium in einem Schreiben vom 22. März: Voraussichtlich – je nachdem, welche Test-Kits dann geliefert würden – reiche ein Abstrich im vorderen Nasenbereich. „Die Schüler sollen die Tests selbst unter Anleitung der Lehrer durchführen“, erklärt Kastenschmidt. Klasse 1 bis 4 sollen zu Hause testen.

Bei der Frage, wo die Tests durchgeführt werden sollen, ist Krolle unabhängig vom Alter für das Testen zu Hause. Der Abstrich in der Schule bedeute ein zusätzliches Infektionsrisiko: „Aerosole verbreiten sich schon beim Schneuzen vor Testbeginn im Klassenzimmer“, sagt Krolle, der auch kritisiert, dass positive Antigen-Schnelltests im Hausmüll entsorgt werden sollen. Nach Angaben des Kultusministeriums vom 22. März sei in der Testflüssigkeit ein Inaktivator enthalten. Dadurch seien auch positive Test-Kits „nicht infektiös“.

„Ich finde es notwendig, den Testvorgang pädagogisch zu begleiten“, spricht sich Förderschulleiterin Kastenschmidt für Testungen in der Schule (ab Klasse 5) aus. Auch den Schülern sei wichtig, dass sie den Umgang mit den Tests lernen. Um später wieder ins Fitnessstudio oder Schwimmbad gehen zu können, müssten sie wahrscheinlich auch einen Selbsttest vornehmen.

Krolle hat kein Verständnis dafür, dass die Teilnahme an den Tests freiwillig ist: „Das müsste man verpflichtend organisieren wie in Österreich.“ Aktuell seien die Eltern aufgefordert, ihr Einverständnis zur Selbsttestung der Kinder in der Schule zu geben. Bei „sehr vielen Anmeldungen“ hätten sich einige auch dagegen ausgesprochen, so Krolle. Kastenschmidt begreift die Selbsttests an Schulen als Lernprozess: „Da muss man sicher noch nachschärfen und nachjustieren.“ Anfangs werde ein Teil der Eltern noch zögern. „Aber besser, uns liegt von 10 Schülern ein Testergebnis vor als von 15 gar keins. Wenn wir warten, bis alles safe ist, werden wir dieses Spiel nicht gewinnen.“

Schnelltests für das Schulpersonal bieten das Cato-Gymnasium, das Gymnasium am Markt und die Erich-Kästner-Schule übrigens schon seit fünf Wochen an. Getestet wird einmal wöchentlich in der Schule durch den Achimer Arzt Dr. Tammo Kunst. Die Testkosten für die Lehrer trägt das Land Niedersachsen, für Hausmeister und andere Schulangestellte der Landkreis Verden. Laut Anke Kastenschmidt seien Letztere in der Teststrategie des Landes nicht bedacht worden, die umfassende Testung des Personals geschah auf Initiative der Schulleiter: „Das hat sich sehr bewährt und wird mittlerweile deutlich mehr in Anspruch genommen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Perfekt für den Frühling: Weinpaket „Grün, Grüner, Veltliner“

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Trotz großem Kampf gegen Man City: Aus für den BVB

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Meistgelesene Artikel

Kreis Verden: Polizei sagt Sündern Kampf an

Kreis Verden: Polizei sagt Sündern Kampf an

Kreis Verden: Polizei sagt Sündern Kampf an
Dörverdener Seniorenheim: Haus 2 wird komplett geräumt

Dörverdener Seniorenheim: Haus 2 wird komplett geräumt

Dörverdener Seniorenheim: Haus 2 wird komplett geräumt
Energieunternehmen Benas aus Ottersberg stellt aus Abfallprodukten Kartons und Papier her

Energieunternehmen Benas aus Ottersberg stellt aus Abfallprodukten Kartons und Papier her

Energieunternehmen Benas aus Ottersberg stellt aus Abfallprodukten Kartons und Papier her

Kommentare