Vortrag begeistert Eltern und Lehrer

Lernen ohne Krampf und Kampf

Rektorin Meike Wernwag (l.) und Schulelternratsvorsitzende Katharina Schierstedt begrüßten den Referenten Jens Kühn. - Foto: is

Uesen - Lernen kann Spaß machen. Und wie. Das erlebten rund 100 Eltern und Lehrer am Donnerstagabend in der Uesener Grundschule. Im gut zweistündigen Vortrag „Das Lernen lernen“, den Jens Kühn vom Berliner Verein LVB Lernen hielt. Der Pädagoge bot keinen Frontalunterricht, sondern bezog sein Publikum von Anfang an mit ein und demonstrierte trefflich, wie Lernen ohne Krampf und Kampf geht. So hallte die Aula vom Lachen der Besucher wider.

Rektorin Meike Wernwag und die Vorsitzende des Schulelternrats, Katharina Schierstedt, die Eltern und Lehrer der Grundschule Uesen und der Astrid-Lindgren-Schule eingeladen hatten, freuten sich über die große Resonanz. Die Aula war voll.

„Wir haben uns der Förderung der Bildung verschrieben und setzen uns für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit ein. Dabei wollen wir Eltern unterstützen, den Lernalltag mit ihren Kindern zu meistern und ihnen die richtigen Lernmethoden an die Hand zu geben“, stellte Kühn „seinen“ Verein kurz vor.

Dann ging es richtig los. Eltern und Lehrer ballten die Fäuste. „Das ist die Größe Ihres Gehirns“, sagte Kühn schmunzelnd. „Was, mehr nicht?“, rief eine Mutter enttäuscht. – „Mehr braucht man nicht“, antwortete der Referent belustigt und fügte hinzu: „Wir nutzen sowieso nur einen Teil der Kapazität des Gehirns.“ Die Arbeitsweise des Denkapparats – die linke Gehirnhälfte ist für logische Gedankengänge und die rechte für den bildlichen, kreativen und emotionalen Teil zuständig – war den meisten Besuchern bekannt.

Kleine Beispiele demonstrierten, wie das Lernen Spaß macht. Wie die kurzen Zahlenreihen, die sich die beiden Freiwilligen merken konnten. Bei langen Reihen gaben die „Versuchskaninchen“ aber auf. „Das ist vollkommen normal“, beruhigte Kühn. Erklärung: „Das Ultrakurzzeitgedächtnis kann maximal sieben Informationen auf einmal aufnehmen, dann sagt es Stopp“, erläuterte der Referent den Weg allen Lernstoffs. 20 Minuten dauert es, bis der beim Kurzzeitgedächtnis angekommen ist. Das bedeutet für Eltern und Kinder: kein Fernsehen, keine Computerspiele. Warum? „Die Reizüberflutung verhindert, dass das Gelernte ankommt“, erläuterte der Pädagoge. Sein Rat: Sport treiben, ein Buch lesen.

Der Weg der Informationen führt weiter ins Langzeitgedächtnis. „Das ist mit einer riesigen Lagerhalle zu vergleichen“, beschrieb es Kühn. Doch es sei wichtig, „immer wieder die Gänge abzugehen und Inventur zu machen“, also den Stoff zu wiederholen. Geschehe das nicht, sei das Wissen nach spätestens einem halben Jahr weg. Kühns Tipp: „Ein paar knackige Minuten am Tag reichen, um das am Vortag Gelernte zu wiederholen.“ Verpackt beispielsweise als Quiz.

Ein Beispiel für gut strukturiertes Lernen sind die 20 Wörter, die sich, aufgeteilt in Kategorien, leichter auswendig lernen ließen als die bunt durcheinandergewürfelten. Heißt: „Strukturierte Begriffe merkt man sich leichter.“ Kühns Rat dazu: auf gute Heftführung achten, Überschriften unterstreichen, Karteikarten anlegen, Reimsprüche. Je nachdem, welchem Lerntyp die Kinder entsprechen.

Davon gibt es vier: den logisch-abstrakten, den sicherheitsliebenden, den emotionalen und den kreativ-chaotischen. „Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Jedes Kind hat alle Typen in sich“, stellte Kühn klar und beschrieb die Typen „aus der eigenen Praxis“ so pointiert, dass das Publikum aus dem Lachen nicht herauskam.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lvb-lernen.de. - is

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