Aus dem Altenaer Pop-up-Modell ist hier bisher nichts geworden

Ist Leerstand von Läden in Achim kein Thema mehr?

Ob Obernstraße, Herbergstraße, Alter Markt oder Bahnhofstraße - Leerstand ist in Achim noch kein Fremdwort. Neue Modelle könnten helfen. - Foto: Brodt

Achim - Von Manfred Brodt. Leerstand von Geschäftsflächen ist in diesem Jahrtausend ein Dauerthema in kleinen, mittleren und großen Städten, auch in Achim. Hier hat sich die Situation zwar gebessert, aber ist es deshalb kein Thema mehr?

Als der neue Bürgermeister Rainer Ditzfeld im November 2014 sein Amt antrat und zahlreiche Läden in der Achimer City leer standen, drückten ihm und Fachbereichsleiter Wirtschaft, Martin Balkausky, engagierte Achimer ein Furore machendes Konzept in die Hand, das den neudeutschen Namen „Pop up“ trägt, im nordrhein-westfälischen Altena praktiziert wird und von Rudolf Knapp und Katrin Preuß aus dem Vorstand der Unternehmergemeinschaft Achim entdeckt worden war. .

Danach werden in leeren Ladenlokalen Pop-up-Stores eröffnet. Das sind Geschäfte, die nur für einen beschränkten Zeitraum geöffnet werden. Durch ausgefallene Verkaufsideen, besonderes Ladendesign, ungewöhnliche Waren oder Marketing-Aktionen soll damit – auch überregionales – Interesse für die Innenstadt geweckt werden. Die Selbständigen können bei ermäßigter Pacht testen, ob ihre Geschäftsidee trägt. Die City wird belebt, dauerhafte Firmengründungen könnten entspringen.

Mehrere dieser Geschäfte könnten zum gleichen Zeitpunkt eröffenen, etwa in einer Shopping-Nacht mit viel spektakulärem Beiwerk.

Geworden ist aus der Idee in Achim bisher nichts, wofür es, so der Wirtschaftsförderer der Stadt, Martin Balkausky, gute Gründe gibt.

Die Leerstände in Achim seien nämlich zum Beispiel in der Obernstraße und der Marktpassage spürbar zurückgegangen, seitdem die Bewältigung des Problems nicht mehr bei der Cima ausgesourct ist, sondern das Rathaus sich selbst um das Problem kümmert, auch durch Gesprächsrunden mit den Hauseigentüpmern und den Geschäftsleuten.

Statt Pop- up-Stores seien eben auf längere Sicht angelegte neue Geschäfte gekommen, meint Balkausky. „Wir sind von links überholt worden.“

Ob das Altenaer Modell deshalb in Achim zu den Akten gelegt ist, will der Fachbereichsleiter Wirtschaft noch nicht endgültig beantworten.

Rudolf Knapp, früherer Inhaber r eines Textilgeschäftes in der Fußgängerzone und weiter für die Selbständigen und die Innenstadt rührig, sieht das nicht ganz so. In der Obernstraße, Herbergstraße, am Alten Markt oder in der Bahnhofstraße gebe es nach wie vor Geschäftsflächen, wo sich das Modell anbiete, meint er. In Altena wurde das Pop-up-Projekt zunächst auch nur in fünf Geschäftshäusern gestartet.

Und wenn in Achim in früheren Schuhgeschäften terre des hommes seine Kleiderbörse hat, ein Achimer Maler seine Bilder zeigt oder die Modelleisenbahn von Schülern zu sehen ist, dann sind damit die geschäftlichen Probleme der Innenstadt sicher nicht dauerhaft gelöst.

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