Gäste aus ganz Niedersachsen

Lebensmittelkontrolleure feiern in Bierden Verbandsjubiläum

Bierden - Sie kommen grundsätzlich ohne Anmeldung, im Schnitt etwa zweimal jährlich, in kritischen Fällen auch schon mal täglich. In Supermärkten und kleinen Lebensmittelläden sehen sie sich genau um, überprüfen aber Kosmetik- und Bedarfsartikel wie Kugelschreiber ebenso wie Krankenhaus- und Altenheimküchen: Die Lebensmittelkontrolleure.

Ihr niedersächsischer Berufsverband besteht jetzt 40 Jahre und hat rund 220 Mitglieder. Sein Jubiläum feierte er am Donnerstag auf der alljährlich die Landkreise wechselnden Verbandsversammlung, die dieses Mal im Bierdener Gasthof „Zur Linde“/Meyer abgehalten wurde.

Kein großes Tamtam

NDR-Moderatorin Regine Stünkel hielt die Laudatio.

„Ein großes Tamtam wollten wir davon nicht machen“, betonte Verbandsvorsitzender Rainer Blömer vor der Kollegenschar im großen Meyer-Saal. Immerhin hielt aber NDR-Moderatorin Regine Stünkel die Laudatio, und es gab außer von Landrat Peter Bohlmann und dem Achimer Bürgermeister Rainer Ditzfeld auch Grußworte vom Bundesvorstand des Verbands sowie mit Dr. Jörg Baumgarte einen hochkompetenten Festredner aus dem niedersächsischen Verbraucherschutzministerium.

Außerdem begrüßte Rainer Blömer Gratulanten von sieben Landesverbänden der Lebensmittelkontrollleute aus der gesamten Bundesrepublik in Bierden. Alle hatten auch an Geschenke zum Jubiläum gedacht.

Vormittags waren die Kontrolleure – überwiegend im Beamtenstatus in Diensten von Landkreisen und Städten tätig – im bekannten Ottersberger Großunternehmen Buss zu Gast gewesen und hatten sich beim Rundgang über die dortige Produktion informiert. Der Weg vom Zubereiten des Gemüses und anderer Nahrungsmittel bis zum Verschließen der Dose wurde sozusagen hautnah mitverfolgt.

Mängel in jedem vierten untersuchten Betrieb

Landrat Peter Bohlmann wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Ernährungswirtschaft den Landkreis Verden stark mitpräge – neben der Ottersberger Firma gelte das besonders auch für Vitakraft und Mars. Dazu gehöre auf der anderen Seite die wirksame, beim Landkreis angesiedelte Lebensmittelüberwachungs-Behörde.

Fünfeinhalb Arbeitsstellen gebe es dafür, und etwa 1040 Betriebe gelte es regelmäßig in Augenschein zu nehmen. Die planmäßigen Überprüfungen sind seit 2014 auch gebührenpflichtig. Durch zwei Auszubildende werde die entsprechende Abteilung der Kreisverwaltung derzeit noch verstärkt.

In etwa jedem vierten untersuchten Betrieb werden Mängel entdeckt. Bohlmann hob wie andere Redner die wachsende Bedeutung des Verbraucherschutzes gerade angesichts globalisierten Handels besonders hervor. Die berufliche Anforderungen an Lebenmittelkontrolleure steigen ebenfalls weiter an, weil sich etwa gesetzliche Regelungen ständig verändern und die Digitalisierung neue Möglichkeiten birgt.

Auch ziemlich krasse Zustände aufgespürt

Klaus-Dieter Bischoff, der heute als Administrator im Landesverband der Kontrolleure für den gesamten Technik-Bereich zuständig ist, wies darauf hin, dass es inzwischen ein europaweites Alarmsystem zwecks blitzschneller Unterrichtung über „unsichere Lebensmittel“ gebe.

Moderatorin Stünkel streifte in ihrem Beitrag in lockerer Form durch vier Jahrzehnte des berufsständischen Verbands.

21 Männer hatten diesen im Oktober 1977 in Nienburg an der Weser ins Leben gerufen – im Jahr des RAF-Terrors und des Todes von Elvis Presley. Der Bundesverband der Lebenmittelkontrolleure wurde erst ein Jahr später ins Leben gerufen.

Die niedersächsischen Gründer waren also Pioniere, wobei Regine Stünkel die Verdienste der Mitbegründers und langjährigen Vorsitzenden Heinrich Wichmann besonders würdigte. Dieser war ebenfalls auf dem Jubiläumstreffen in Bierden dabei.

Extrembeispiele sind selten

Natürlich kamen auch krasse Fälle bei Kontrollbesuchen zur Sprache – etwa der von einem Bäckereibetrieb, in dem Mäusekot gefunden wurde und der Besitzer sich zur Mäusejagd auch eine Katze hielt, für die er mitten in der Backstube ein Katzenklo eingerichtet hatte. Das sei aber ein Extrembeispiel, wurde betont.

Der Verband werde durch Fortbildungsangebote sowie Einsatz für andere berufliche Verbesserungen einschließlich Gehaltserhöhungen sich weiter für den Berufsstand der Lebenmittelkontrolleure engagiert einsetzen, bekräftigten der Vorsitzende Blömer und sein Vorgänger Bischoff im Pressegespräch noch. Moderatorin Stünkel wünschte dem Verband weitere 40 gute Jahre.

Für die flotte musikalische Begleitung des Jubiläums-Treffens in Bierden sorgte übrigens die Big-Band-Bläsergruppe des Verdener Domgymnasiums.

la

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