Werner Meinken warnt vor Verharmlosen

Landwirt: Gülle-Tourismus voll im Griff

Bierden - Das Ausmaß der auf Bierdener Flächen ausgebrachten Güllemengen müsse besser kontrolliert werden, mahnte Walter Rau (SPD) im Ortsausschuss und wies auf den „Gülle-Tourismus“ von weither in die Bierdener Marsch hin.

Es werde von seiten der Landwirtschaftskammer sogar sehr akribisch geprüft, wieviel und was wo auf Feldern und Grünflächen landet, versicherte hingegen Marco Vagt (CDU), der selber Landwirt ist. Auch die Nähstoffzusammensetzung der Gülle-Mengen werde registriert. Die Landwirte hätten schließlich selbst größtes Interesse daran, die Qualität ihrer Böden wirklich möglichst lange zu erhalten.

Jede Verbringung von Gülle müsse gemeldet werden, ergänzte ein Vertreter der Landwirtschaftskammer-Außenstelle Verden, der die Ortsausschuss-Sitzung als Besucher mit verfolgte. Die jeweiligen genauen Angaben der Anlieferer würden von der Landwirtschaftskammer auf Richtigkeit oder Veränderungen überprüft und nachgerechnet. Rund die Hälfte aller Anzeigen, die in Sachen Gülle eingingen, erwiesen sich in der Regel als grundlos. In der Presse werde leider oft wenig sachkundig über Gefahren und Bodenbelastungen berichtet. So enthalte Gülle zum Beispiel gar keine Nitrate.

Werner Meinken (SPD) warnte jedoch davor, Gefahren der Gülleausbringung zu verharmlosen. Etliche Daten sprächen durchaus für Gefährdungen von Boden und Grundwasser. Es seien ja auch oft Sonderfahrzeuge mit Sondergenehmigungen unterwegs.

Rau wies noch darauf hin, dass es nur mehr einen Landwirt in Bierden gebe, der folglich nur einen Bruchteil der auf örtlichen Flächen verteilten Güllemenge produziere.

Sorgen bereiten in Bierden aber auch Maulwürfe – genauer gesagt die wachsende Zahl von Maulwurfshügeln am langen Deich. Das berichtete der Ortsausschussvorsitzende Michael Pahl. Er hatte dies dem Bürgermeister mitgeteilt und der sich beim zuständigen Deichverbandsvorsteher genauer erkundigt. Ergebnis: Maulwürfe seien keine Gefahr für die Deichsicherheit, weil sie nur relativ kleine Gänge und die auch nicht sehr tief graben. Anders sehe es bei Kaninchen aus. Die würden deshalb auch systematisch und mit allen Mitteln vertrieben, wenn sie sich in oder nahe an Deichen wohnlich einrichten wollen.

Bei Maulwürfen sei Ver- oder Bejagen außerdem schwer umzusetzen, weil diese Tiere unter Naturschutz stehen.

Jürgen Kenning von den Grünen bezweifelte die völlige Gefahrlosigkeit von Maulwurfshügeln für die Deichsicherheit „Das sehen andere Verbände durchaus anders“, wusste er. - la

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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