Gelassene Diskussion vor Landtagswahl

Ruf nach mehr Lehrern – Hauptschulen ade

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Blick ins politisch sehr interessierte Publikum im großen Saal des Kasch.

Achim - Niemand trauert offenbar dem langsamen Verschwinden der Hauptschulen im Landkreis Verden nach. Sogar CDU-Landtagsabgeordneter Adrian Mohr zeigte sich „ganz froh darüber“. Jetzt gelte es, erstmal mit den neuen Oberschulen – kombinierten Haupt- und Realschulen – und auch mit neuen Integrierten Gesamtschulen (IGS) zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln, meinte der Christdemokrat.

Dazu gab es keinen Widerspruch bei der „Achimer Argumente“-Podiumsdiskussion vor der Landtagswahl im Kasch.

Die rotgrüne Landesregierung in Niedersachsen habe durch verstärkte Einstellung von Schulsozialarbeitern auch einen wichtigen Beitrag geleistet, um das Lernklima zu verbessern, fügte SPD-Landtagskandidatin Dörte Liebetruth an. Corinna Rosander (FDP) mahnte, die weiter zur Schullandschaft gehörenden Gymnasien jetzt nicht zu benachteiligen.

Dörte Liebetruth (SPD)

Ein eindeutiges Ja zur Gesamtschule gab es auch von Doris Gerken (Grüne) und Rainer Andrzejewski (Linke).

Sie wisse aus eigenen Erfahrungen, wie schwer es für Kinder sei, sich schon nach vier Schuljahren für den weiteren Weg dort zu entscheiden, führte die Grüne an.

Rainer Andrzejewski plädierte ebenfalls für möglichst viele Jahre im Klassenverband, in dem der Einzelne nachweislich auch besser lerne.

Adrian Mohr (CDU)

Einstimmig ertönte der Ruf nach Einstellung von mehr neuen, gut ausgebildeten Lehrern. Angesichts der derzeitigen Unterrichtsausfälle forderte Doris Gerken sogar, sich auch um Lehrkräfte aus anderen Bundesländern zu bemühen, Pensionäre stundenweise einzusetzen und „Quereinsteiger“ nachzuqualifizieren. Mohr wies kritisch darauf hin, dass Rot-Grün in Niedersachsen in den vergangenen Jahren rund 2000 Bewerbungen ablehnend beschieden habe.

Wie es eigentlich möglich sei, dass sich die zuständigen Ämter bei der Ermittlung des Lehrerbedarfs so stark verrechnen, fragte Moderator Manfred Brodt nach.

Corinna Rosander (FDP)

Zuzug von Flüchtlingen, Gerichtsentscheidung gegen mehr Stunden für Gymnasiallehrer und beispielsweise in Achim steigende Einwohnerzahl wegen neuer Baugebiete wurden als Stichworte von Mohr und Liebetruth aufgezählt. Auch Erzieherinnen würden aus solchen Gründen knapp.

Rainer Andrzejewski (Linke)

Zur Gestaltung des Nachmittags an Ganztagsschulen gab es klar unterschiedliche Standpunkte. Gerade wegen des Lehrermangels müssten diese zuallererst in ihrem Kernbereich eingesetzt werden, also im Vormittags-Fachunterricht, forderte die Liberale Corinna Rosander. Es sei auch ein Unding, hochqualifizierte Gymnasiallehrer zwangsweise an Grundschulen oder zur Nachmittagsaufsicht an Ganztagsschulen abzuordnen.

Das Nachmittags-Schulangebot dürfe aber nicht zu einer „Mischung aus Bespaßung und Aufbewahrung“ verkommen, meinte Doris Gerken. Es solle sich an schulische Inhalte anschließen, und daneben Möglichkeiten zur Entspannung – etwa im sportlichen Bereich – bereithalten.

Kreisblatt-Redaktionsleiter Manfred Brodt moderierte die Podiumsrunde mit hiesigen Landtagskandidatinnen und -kandidaten

Auch ausgebildete Lehrer müssten in Nachmittags-AGs eingesetzt werden, betonte Adrian Mohr. Zusätzlich etwa Vereinsvertreter, Handwerker und Künstler bei der Gestaltung des Ganztagsschul-Nachmittags einzubinden, wurde in der Podiumsrunde aber auch nicht völlig abgelehnt und teilweise sogar begrüßt.

la

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