Landrat weist Gerüchte zurück / Schüler hätten nichts gegen Zweckentfremdung

Cato-Sporthalle als Quartier für Flüchtlinge „nicht geplant“

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Die Sporthalle am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium.

Achim - Die Sporthalle am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium werde demnächst mit Flüchtlingen belegt, verbreiten Lehrer, Schüler und Eltern in Achim. „Nein, das ist nicht geplant“, trat Landrat Peter Bohlmann diesem Gerücht gestern auf Nachfrage dieser Zeitung entgegen.

„Angesichts ansteigender Flüchtlingszahlen kann man mittelfristig allerdings nichts ausschließen“, relativierte der Sozialdemokrat. Konkrete Planungen, die Cato-Sporthalle als Unterkunft herzurichten, liefen zurzeit jedoch nicht.

Der Landkreis als für die Flüchtlingsunterbringung zuständige kommunale Ebene suche natürlich nach geeigneten Quartieren, leider werde Wohnraum zunehmend knapper. „Wir gucken uns deshalb kreisweit auch nach freien Hallen in Gewerbegebieten oder nach leeren Supermärkten um“, erläuterte Bohlmann.

Konkrete Einzelheiten zur Flüchtlingsunterbringung im Landkreis in naher Zukunft will der Landrat heute bei einer Pressekonferenz im Kreishaus mitteilen. Auch für Achim stehe die „Anmietung eines größeren Objekts“ auf dem Plan, verriet er schon mal.

Im Sozialausschuss des Stadtrats hatten sich zuletzt Kommunalpolitiker gegen eine Zweckentfremdung von Sporthallen in Achim gewandt. Vorher müssten alle Möglichkeiten, private und gewerbliche Räume im Stadtgebiet zu nutzen, ausgeschöpft werden, hieß es.

Die monatelang wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossene Cato-Halle sollte jetzt wieder den Schülern zur Verfügung stehen, unterstrich Achims Vize-Verwaltungschef Bernd Kettenburg gestern auf Nachfrage. „Gerade, weil das Hallenbad wegen des neuen Schadens weiterhin nicht genutzt werden kann.“

Zwei Zehntklässler des Cato-Gymnasiums, die seit gestern ein Praktikum beim Achimer Kreisblatt machen, haben eine klare Haltung bei dem Thema. „Ich fände es nicht so schlimm, wenn Flüchtlinge vorübergehend in die Halle kämen“, sagt Laura Salzmann aus der Klasse 10a. Während der Sanierung seien die Schüler ja auch in die Sportstätte der Realschule ausgewichen.

„Die Flüchtlinge gehen deutlich vor“, vertritt auch Finn Schulz aus der 10b einen Standpunkt, den vermutlich nicht jeder teilt. Sport könne ausfallen oder woanders stattfinden. „Auf Dauer müssten die Flüchtlinge aber Wohnungen bekommen.“

mm

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