Kritische Töne bei Cato-Abifeier

Landesverantwortliche sollen ihre Hausaufgaben machen

Die Abifeier in der großen und aufgeheizten Aula war natürlich wieder auch eine große Familienfeier.

Achim - Dr. Stephan Krolle, Oberstudiendirektor am Cato-Gymnasium , mag es stets geschichtlich. Vor 100 Jahren glaubte man nach mörderischen Weltkriegsschlachten ans Ende der Menschheit, heute liege 125 jungen Menschen in Achim die Welt zu Füßen, sagte er gestern Nachmittag bei der dreieinhalbstündigen Abifeier in der Aula.

125 Jugendliche schafften das Abitur, 13 erreichten die Fachhochschulreife, zwei waren vorher zum Abi nicht zugelassen worden, und drei fielen durch. Nicht schlimm diese „Ehrenrunde“ bei einem sich abzeichnenden Arbeitsleben bis 70, meinte der Schulleiter. Unter den jetzigen Abiturienten waren so auch sieben, denen es jetzt im zweiten Anlauf gelang.

Stephan Krolle spart bekanntlich auch nicht mit Kritik. So zeigte er sich arg verwundert, dass unter der Hand, bei der Presse und im Kreisausschuss kolportiert worden sei, dass es dieses Jahr im Cato besonders viele Nachprüfungen und am Abitur gescheiterte Schüler gegeben habe. Er hielt dieser Gerüchteküche nur entgegen, dass sein Gymnasium mit einer Abitur-Durchschnittsnote von 2,53 besser als im Landesdurchschnitt sei, dass 28, also mehr als jeder Vierte, ein 1er- Abitur hat und Karin Jankwerth, Parsa Nilchian, Daniel Hahnenfeld und Sven Kreienhoop sogar eine glatte 1,0 als Schnitt haben. Unter den Abiturienten seien auch elf ehemalige Realschüler sowie alle aufgenommenen ehemaligen Schüler des Mittelstufengymnasiums Ottersberg. Dies beweise die Durchlässigkeit der hiesigen Schulen,

Der Schulleiter kritisierte allerdings das Land, das beim Zentralabitur das Niveau einebne und besonders auch in Mathematik ausgesprochen fehlerhafte Aufgaben gestellt habe. Auch Elternvertreter Wolfgang Derichs fand, dass die Mathematikaufgabe eher einer Textanaylse geglichen habe und einmal Millionen und Milliarden verwechselt worden seien. Die Verantwortlichen im Land hätten ihre Hausaufgaben nicht gemacht, rügte er.

Jahrgangsleiter Dr. Cord Meyer ergänzte, den G8-Gymnasiasten sei in Niedersachsen durch die weitere Verkürzung des Schuljahres wertvolle Zeit zum Lernen genommen worden, so dass in Wahrheit ihre gymasiale Zeit G7-plus betragen habe.

Der Freude an diesem Tag tat das in der von der Übergabe der Reifezeugnisse, kleinen Ansprachen und flotter Musik der Bigband geprägten Feier aber keinen Abbruch.

Der Oberstudiendirektor war nicht nur auf die geprüften Leistungen stolz, sondern auch auf das ehrenamtliche Engagement vieler Gymnasiasten, seien es die Knochenmarkspende eines Schülers für einen Fußballkameraden, die vielen Flüchtlingshelfer, das Engagement als Schülersprecher oder die beim Winterball zusammengekommenen 3000 Euro für die Sprachlernklasse, die jungen Flüchtlingen unsere Muttersprache nahebringt.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld hatte die Jugendlichen ermuntert, sich ruhig auch politisch zu engagieren. Ganz in seinem Sinne hatte so gestern auch tatsächlich ein Gymnasiast an den 17. Juni gestern vor 63 Jahren erinnert, bei dem ein Aufstand in der DDR von russischen Panzern niedergewalzt und niedergeschosen worden war. - mb

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