Kurzfristig und sehr flexibel

Lagebericht zweier Achimer Reisebüros zum Buchungsverhalten der Kunden

Hat sich kürzlich bei einer Reise von Hamburg nach Norwegen erst noch selbst einen Eindruck von den Verhältnissen auf Kreuzfahrtschiffen gemacht: Benjamin Wendeln, Geschäftsführer von „Go! Reisen“ (DER).
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Hat sich kürzlich bei einer Reise von Hamburg nach Norwegen erst noch selbst einen Eindruck von den Verhältnissen auf Kreuzfahrtschiffen gemacht: Benjamin Wendeln, Geschäftsführer von „Go! Reisen“ (DER).

Achim – Als sich vor zwei Jahren das Coronavirus seinen Weg um die gesamte Welt bahnte, dauerte es nicht lange, bis die Reisebranche zum Erliegen kam. Touristen stornierten ihre Trips, weil sie erst einmal abwarten wollten, wie sich die Pandemie entwickelt, und Veranstalter sagten ihrerseits ab, weil internationale Beschränkungen Touren unmöglich machten.

Doch wie steht es in diesen Tagen um das Buchungsverhalten der Kunden und Kundinnen von Reisebüros? Unsere Zeitung hat bei zwei Büros nachgefragt.

„Die Leute beschäftigen sich schon mit Urlaub, die Anfragen kommen rein“, sagt Benjamin Wendeln, Geschäftsführer von „Go! Reisen“ (DER). Er bezeichnet die Lage generell als eine „ganze Ecke besser als 2020. Bis es auf Vor-Corona-Niveau ist, wird es aber noch eine ganze Weile dauern“.

Kunden fragten aktuell bereits Reisen für das Frühjahr, den Sommer und Herbst an. Kreuzfahrer hätten sogar schon Interesse an Touren, die 2023 ablegen. Und: „Die Herbstferien sind auch sehr, sehr gut gelaufen“, sagt Benjamin Wendeln. Weil die Zahlen der Corona-Infektionen nicht so hoch gewesen seien, hätten viele Kunden kurzfristig gebucht, erzählt der Geschäftsführer des Reisebüros an der Bremer Straße. Sieben bis zehn Tage vor Reiseantritt hätten sich viele erst entschieden.

Veranstalter böten mittlerweile auch sogenannte Flexpakete an, erzählt der 38-Jährige. Kunden könnten damit bis kurz vor Antritt des Trips kostenlos stornieren, wenn ihnen die Lage im Urlaubsland Sorge bereitet. „Das ist eine Flexibilität, wie wir sie bei Pauschalreisen noch nie hatten“, sagt Wendeln.

„Wenn ich so eine Flexoption habe, kann ich doch nichts verlieren. Also: buchen“, rät Marion Bartusch. Schließlich sagten Veranstalter Touren bei zu wenigen Buchungen ab, so die Büroleiterin des Reisebüros Menke an der Obernstraße. Sie erzählt von einem aktuell minimalen Geschäft. „Anfragen gibt es kaum und wenn, dann für den nächsten Sommer – oder sehr kurzfristig.“ Aber nicht aus allen Anfragen ergeben sich Buchungen. „Wer an Ferien gebunden ist, bucht schon, aber ansonsten wird abgewartet“, hat die Langwedelerin beobachtet. Für sie nicht immer ganz nachzuvollziehen. „Gerade wenn man geimpft oder genesen ist, kann man munter drauf los reisen. Man kann überall hin“, sagt sie. Sicherlich sei es wichtig, sich zu schützen, aber zu reisen ist aus Marion Bartuschs Sicht durchaus möglich. Und wenn ein Land zum Virusvariantengebiet ausgerufen wird, cancelt ihr zufolge der Veranstalter eine Tour sowieso.

Reisen, die sie verkauft, führen aktuell oft nach Spanien, während die in Benjamin Wendelns Geschäft sowohl dorthin – vor allem auf die Kanaren und Balearen – als auch weiter in den Osten gehen. „Griechenland ist ein klarer Gewinner“, sagt der 38-Jährige. Das „Warmwasser-Gebiet“ sei gut aufgestellt in puncto Hygienemaßnahmen. In beiden Reisebüros fragen viele Kunden Ferienwohnungen und -häuser an. Orte, an denen sie sich selbst verpflegen und nicht anderen Touristen am Büfett auf den Füßen stehen.

Während das Fernreise-Geschäft beim Reisebüro Menke derzeit noch brach liegt, startet es bei DER langsam wieder. Wenn, dann geht es hier um Reisen nach Dubai, auf die Malediven oder seit Kurzem auch wieder in die USA. „Ein bisschen was passiert im Fernreise-Bereich schon, aber viel mehr im Nahbereich“, so Benjamin Wendeln. Er berichtet, dass die Veranstalter von Kreuzfahrten teils sogar 1 G-Plus-Touren anböten. Dort dürfe nur mitfahren, wer geimpft ist und sich vor Antritt der Fahrt einem Antigen- sowie einem PCR-Test unterzieht. Wendeln blickt positiv in die Zukunft – wenn die Coronazahlen nicht wieder durch die Decke gehen. „Die Leute wollen auch los, das merkt man ja.“

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