Kupfer macht Klärschlamm wertlos

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Durch den hohen Kupfergehalt im Klärschlamm geht den Landwirten gutes Düngemittel verloren

Achim (rei) - Der Achimer Klärschlamm ist teilweise mit Kupfer belastet. Der belastete Schlamm, der aus den Abwässern der Stadt Achim gewonnen wird, kann nicht mehr als Dünger verwendet werden.

Diese Feststellung war das einzige Ärgernis im ansonsten zufrieden stellenden Gewässerschutzbericht 2007, der jetzt im Ausschuss Abwasserbeseitigung vorgelegt wurde.  Zunächst ging es im Gewässerschutzbericht 2007 aber erst einmal um die Reinigungsleistungen und Effizienz der Achimer Kläranlage. Die Abwässer der Stadt Achim werden in der Kläranlage gereinigt, bevor sie in die Weser geleitet werden. Die Reinigungsleistung der Kläranlage wird im Rahmen der Eigenüberwachung ermittelt. Die Ergebnisse stellte Dipl. Biologin Marion Rusch dem Ausschuss dar. Für die organischen Stoffe beträgt die Reinigungsleistung 99%, für den organisch- und anorganisch gebundenen Stickstoff 95,8%, für Ammonium 99,8% und für Gesamtphosphat mit 97,5%. Damit ist der Wirkungsgrad der Kläranlagenleistung ähnlich wie im Vorjahr. „Im Berichtszeitraum kam es wasserseitig zu keiner genehmigungsrechtlich relevanten Grenzwertüberschreitung“, konnte Rusch den Zuhörern versichern.

Auch die optische Prüfung der Kläranlage während der Begehungen ergab keine Auffälligkeiten. Man will in der Kläranlage Energie sparen: Zusätzlich zum laufenden Betrieb wurden Anstrengungen unternommen, Effizienzsteigerungen zu eruieren und zu testen. Maßnahmen zur Stromeinsparung im Belebungsbecken und zum besseren Betrieb des Faulturmes wurden ergriffen.

Ein frustrierendes Thema auf der Ausschusssitzung war der Klärschlamm – dieser wurde im Berichtszeitraum sowohl der landwirtschaftlichen Nutzung als Dünger – als auch leider der Verbrennung zugeführt, da der Klärschlamm teilweise den Grenzwert für Kupfer erneut nicht einhielt. Die mittlere prozentuale Ausnutzung des Grenzwertes lag bei 90,7% und damit wieder höher als in den vergangenen beiden Jahren. „Wir können nicht mit Sicherheit sagen, woran das liegt“, so der Leiter des Eigenbetriebes Abwasser, Uwe Schmoecker. „Auf jeden Fall geht dadurch gutes Düngemittel verloren.“ Und die Verbrennung des unbrauchbaren Klärschlamms kostet den Betrieb Geld.

Die Experten vermuten, dass die Belastungen aus den Trinkwasserleitungen, die größtenteils kupferbeschichtet sind, stammen. Das Trinkwasser selbst, das aus den Leitungen der Achimer Bürger kommt, ist in Ordnung, erst das ablaufende Wasser bringt die Probleme. „Wir haben Nachforschungen angestellt, Untersuchungen durchgeführt und festgestellt, dass die Belastung in allen Ortsteilen gleich hoch ist“, berichtete Schmoecker. Deswegen sei auszuschließen, dass das Schwermetall dem Wasser von irgendjemandem illegal zugeführt wird. Der Eigenbetrieb will nun nach Lösungen suchen. Ziel muss es sein, dass man zukünftig den gesamten Klärschlamm wieder auf die Felder der Achimer Bauern bringen kann.

Der wirtschaftliche Halbjahresbericht 2009 des Eigenbetriebes wurde ebenfalls vorgestellt. Größere Investitionen in den Schmutzwasserkanal, in das Pumpwerk Langenstraße und einige andere mehr sind Grund, warum der Wirtschaftsplan einen Kreditbedarf von 2,634 Millionen Euro aufweist. Höhere Belastungen hätten die Achimer Bürger dadurch dennoch nicht zu erwarten. Weiterhin bleibt die Achimer die günstigste Gebühr im Landkreis Verden .

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