Kulturhaus Alter Schützenhof feiert Jubiläum / Frische Kraft verstärkt das Team

Musen im Kasch finden seit 25 Jahren viele Liebhaber

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Das Kasch zeigt sich heute bunt – und mit frischer Kraft: Franziska Faust steht hier an der Seite von Andreas Hein-Köcher, dahinter: Dennis Meinken, Susanne Groll, Silke Thomas.

Achim - Von Michael Mix. Das Kulturhaus Alter Schützenhof ist ein Aushängeschild der Stadt Achim. Konzerte, Kabarett, Kino, Kinderprogramm, Kunstausstellungen, Theater und andere Veranstaltungen mehr locken jedes Jahr nahezu 70000 Besucher an. Darüber hinaus bietet der sozio-kulturelle Treffpunkt an der Bergstraße 2 Raum für zahlreiche Gruppen und Vereine. Zudem beherbergt das Haus, wie schon nach dem Bau 1873, eine Gaststätte. Das Kasch, wie die Achimer Institution heute kurz, knapp und kultig genannt wird, öffnete am 28. April 1990 seine Türen, in diesem Jahr wird also das 25. Jubiläum gefeiert.

„Ein Feuerwerk werden wir deshalb nicht veranstalten“, sagte Andreas Hein-Köcher, der von Anfang an dem Team der Geschäftsführung angehört, gestern beim Pressegespräch im Kasch. „25 Jahre kontinuierliche Kulturarbeit“ sollen vielmehr mit „besonderen Aktionen“ gewürdigt und gefeiert werden.

Aber wie kam es überhaupt zum Kasch? Hein-Köcher hat die wechselvolle Geschichte des Hauses aufgezeichnet. Hier die Kurzversion: Zu Beginn der 1970er Jahre kaufte die Stadt den Schützenhof, um für Achim den großen Saal im Zentrum zu erhalten. 1984 gab es eine Bürgerinitiative, die sich dafür einsetzte, in dem Gebäude ein Kulturhaus zu schaffen. Trotzdem wurde der Schützenhof 1985 „an eine Privatperson verkauft, oberflächlich saniert und schließlich nach wirtschaftlichem Misserfolg“ zwei Jahre später von der Stadt zurückerworben. Eine Arbeitsgruppe aus interessierten Bürgern und Vereinen machte sich daraufhin daran, inhaltliche Ziele für ein Kulturhaus zu entwickeln, während ein Architekt Pläne für einen Umbau entwarf. 1989 gründete sich der Trägerverein „Alter Schützenhof“, der die inhaltliche und organisatorische Leitung des Kulturhauses übernehmen und eine „große Bürger- und Nutzerbeteiligung“ erreichen sollte. Die Stadt sicherte die Übernahme der Betriebskosten zu. Seit der Eröffnung des Kulturhauses „Alter Schützenhof“ Ende April 1990 läuft das so.

„Wir haben fast geschafft, da zu landen, wo wir hinwollten“, stellte Andreas Hein-Köcher gestern fest. „Das Leben soll wieder pulsieren, zum Treffpunkt aller Achimer Bürger soll sich das Haus entwickeln“, hatte es vor einem Vierteljahrhundert geheißen. „Theater, Film, Musik und Tanz sowie Bildungs- und Informationsveranstaltungen“ waren 1990 als „Standbeine des neuen Konzepts“ be- nannt worden.

Der 60-Jährige erinnert sich aber auch an kuriose Geschichten. „Eine Frau wollte hier ihre Hundesteuer bezahlen“, „und Leute wollten im Kasch sogar schon übernachten“, ergänzt Susanne Groll (56), die seit 1993 in der Geschäftsführung mitwirkt. Genauso lange prägt Silke Thomas (58) das Gesicht des Kulturhauses.

Zum insgesamt zehnköpfigen Personal, allesamt Teilzeitkräfte, zählt seit Mitte März auch Franziska Faust. Die 27-Jährige, die zuletzt am Bremer Moks-Theater tätig war, hat eine auf drei Jahre befristete Projektstelle, die von der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur gefördert wird, im Kasch angetreten. Sie soll frischen Wind in das Kulturhaus bringen. „Ich will insbesondere gucken, was für Angebote junge Menschen haben wollen“, informierte Faust gestern und kündigte für die Sommerferien schon mal einen Theater-Workshop für Jugendliche ab 14 Jahren an.

Aber wie sehen überhaupt die Besucher das Kasch jetzt und in Zukunft? Dazu läuft noch bis zum 10. Mai die Aktion „Mach mir ein Bild“. Großartig gefeiert wird dann am Wochenende vom 19. bis 21. Juni. „Instant Impro“ steuert eine „Geburtstags-Improshow“ bei, es gibt einen Festakt, Unterhaltung mit Werner Momsen, eine Tanznacht. Silke Thomas freut sich schon auf das Jubiläums-Schmankerl am dritten Juni-Sonntag: „Ein Picknick auf der Wiese am alten Knast“.

Einzelheiten gefällig?

www.kasch-achim.de

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