CDU bringt „große Lösung“ ins Spiel

Kühne Idee: Hochstraße über Ueser Kreuzung hinweg

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Ein „Fly-over“, der von der Uesener Feldstraße über den Knotenpunkt der beiden Landesstraßen 156 und 158 hinweg bis zur Weserbrücke reichen soll, könnte nach Ansicht der CDU das Verkehrsproblem an der viel befahrenen Kreuzung beseitigen.

Achim - Von Michael Mix. Der spätestens durch die geplante Ansiedlung eines Logistikzentrums von Amazon im Gewerbegebiet Uesener Feld drohende Verkehrsinfarkt auf der Ueser Kreuzung kann nach Ansicht der CDU Achim nur durch einen „großen Wurf“ abgewendet werden.

„Eine Überquerung bis zur Ueser Brücke ist die einzige wirkliche Lösung des Problems“, heißt es etwas nebulös in einer Pressemitteilung. Die Christdemokraten, ist auf Nachfrage zu erfahren, erwägen tatsächlich den Bau einer Hochstraße, die auf der Uesener Feldstraße beginnt, die große Kreuzung und die Brückenstraße überspannt und weiter bis zur Weser führt.

„Die CDU steht hier für eine große Lösung, die zukunftsorientiert ist und nicht kleine, unwesentliche, teure Veränderungen beinhaltet“, merkt dazu der kommissarische Pressewart, Uwe Sprenger, an. Nur ein „Fly-over“ könne eine echte Entlastung des Knotenpunkts bringen.

Die am vorigen Dienstag im Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtplanung, Umwelt und Verkehr vom Verkehrsgutachter Heinz Mazur vorgestellte Variante, die Ampelschaltung und die Abbiegespuren an der Kreuzung zu verändern, reiche längst nicht aus, sagt Sprenger. Allerdings wurde der Plan im Gremium von fast allen Fraktionen, auch von Vertretern der CDU, befürwortet.

Zum Vorteil mehrerer Kommunen

Die Hochstraße, führt Uwe Sprenger weiter aus, wäre „zum Vorteil aller umliegenden Kommunen und auch der Stadt Verden und muss deshalb finanziell auch von allen geschultert werden“. Da sogar Pendler aus Hoya, Nienburg oder Bremen von einem „Fly-over“ in Achim profitierten, sollten auch diese Städte und weitere Gemeinden mit ins Boot geholt werden.

Ob die aber bereit wären, für den Bau einer weit entfernten Entlastungsstrecke, die vermutlich einigen ihrer Einwohner den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause erleichtern würde, zu zahlen, ist mehr als fraglich. Dabei dürfte es auch um mehr als kleine Beträge gehen. Summen kann und will Sprenger nicht nennen. 

Etwa in Höhe des großen Ampelmasts würde die Hochstraße die Brückenstraße überspannen und auch direkt an der Grundschule Uesen vorbeiführen.

Klar ist jedoch: Der angedachte Bau einer rund einen Kilometer langen Hochstraße dicht entlang an vielen Häusern, Arztpraxen, Gewerbebetrieben und einer Schule würde einschließlich erforderlicher Lärmschutzwände zig Millionen Euro kosten und wäre von der Stadt Achim alleine überhaupt nicht zu stemmen.

Achims CDU-Vorsitzender Rüdiger Dürr spricht von einem „Diskussionsbeitrag“ zur Lösung des Verkehrsdilemmas, von einer „Zukunftsvision“, die auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld schon mal ins Spiel gebracht habe. Ohne Hilfe des Landes Niedersachsen, das allerdings bereits, ebenso wie Bremen, das Vorhaben „Achim-West“ mitfinanzieren soll, ließe sich in der Richtung nichts bewerkstelligen, räumt er ein. Und auch, dass nicht jeder Parteifreund dieser Alternative etwas abgewinnen könne.

Lösung realistisch?

„Man muss über jede Idee für eine mögliche Verkehrsentlastung nachdenken“, äußerte der CDU-Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Adrian Mohr auf Nachfrage. Aber dann auch darüber, „was der Bau einer Hochstraße bedeuten würde: optisch, lärmtechnisch, finanziell“, merkt der langjährige Landtagsabgeordnete an. Sein Fazit: „Der Vorschlag erscheint mir nicht realistisch.“

Und was halten Anwohner davon? „Völliger Wahnsinn“, entfährt es Sabrina Kernhoff, als sie von dem Ansinnen der Achimer CDU hört. „Eine Hochstraße wäre für die Anwohner nicht hinnehmbar.“ Kernhoff, die an der Brückenstraße zu Hause ist, nennt eine Alternative, durch die Lärm und Abgase von der in den vergangenen Jahren immer stärker frequentierten L 156 verschwinden würden, die allerdings völlig unbezahlbar erscheint: „Ein Tunnel von der Ueser Brücke bis hin zur Autobahn-Anschlussstelle Achim-Ost wäre die bessere Lösung.“

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