Eventuell Neubau auf Lieken-Gelände

Zig Krippen- und Kita-Plätze fehlen in Achim

Achim - Mehr als 100 neue Plätze für die Drei- bis Sechsjährigen und 60 neue Krippenplätze hat die Stadt Achim zuletzt mit dem Neubau der Kindertagesstätten Achimer Himmelsstürmer und am Badener Lahof geschaffen. Doch das deckt den Bedarf bei weitem noch nicht. In der von der Verwaltung aktualisierten Kindertagesstättenbedarfsplanung für die Stadt bis 2030 heißt es, „dass weiterhin im Kita- und Krippenbereich Defizite bestehen“. Danach fehlen für Hunderte Kinder Plätze.

Einstimmig erteilte deshalb der Sozialausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Ratsaal der Verwaltung den Auftrag, von ihr selbst vorgeschlagene Standorte auf die Machbarkeit und Finanzierung zu prüfen. Dabei handelt es sich um die Erweiterung der Kita am Stadtwald und der Kita Achimer Schlaumäuse um jeweils eine Gruppe, die Nutzung des bald frei werdenden Badener Feuerwehrhauses für zwei bis drei Gruppen sowie die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts an der neuen Kita Bierden auf dem Schulgrundstück. Zudem soll die Verwaltung bis zur übernächsten Sitzung des Sozialausschusses im Januar feststellen, ob für diesen Zweck auch Gebäude im Stadtgebiet angemietet werden könnten.

„Der Prüfauftrag ist aber eigentlich zu gering angesetzt“, bemängelte Michael Pahl. Denn bei einem genauen Blick auf die vom Sozialfachbereich erhobenen Zahlen müsse eher von 14 statt der von der Verwaltung aufgelisteten 10 oder 11 zusätzlich benötigten Krippen- und Kita-Gruppen ausgegangen werden, erläuterte der Sozialdemokrat.

„Flexible Alternativen zu Neubauten zu prüfen“

Erster Stadtrat Bernd Kettenburg verwies auf die hohen Kosten auf diesem Sektor. Beispielhaft müssten für einen Anbau einer weiteren Krippengruppe an einer städtischen Einrichtung samt Ausstattung etwa 320.000 Euro investiert werden. Darüber hinaus entstünden für jede Gruppe Betriebskosten in Höhe von etwa 130.000 Euro pro Jahr. Da stelle sich die Frage, ob die Stadt das finanziell verkraften könne, zumal der Landkreis Achim gemahnt habe, stärkere Sparanstrengungen zu unternehmen. Vize-Verwaltungschef Kettenburg gab zudem zu bedenken, dass laut dem Kramer-Gutachten in rund fünf Jahren der Bedarf an Kita- und Krippen-Plätzen in der Stadt sinken werde.

Vor diesem Hintergrund regte Dr. Petra Gölz (CDU-Fraktion) an, „flexible Alternativen zu Neubauten zu prüfen“. Nach dem Vorbild des Waldkindergartens in Baden könnten eventuell ja für weitere Gruppen kostengünstig Bauwagen im Uesener Stadtwald oder in der Achimer Marsch aufgestellt werden.

Stadt muss Personal finden

„Wir hecheln der Entwicklung hinterher“, kritisierte Gölz zum wiederholten Mal. Wolfgang Heckel (WGA) sah das genauso, die Stadt müsse „endlich früher in die Puschen kommen“.

Über eine neue Kindertagesstätte im Sanierungsgebiet „nördliche Innenstadt“, also auf oder neben dem Lieken-Gelände, nachzudenken, schlug Silke Thomas (Grüne) vor. Denn dort seien ja 120 Wohnungen geplant und die Vogelsiedlung liege auch gleich um die Ecke.

Allerdings könne die Stadt nicht nur „Höhlen“ bauen, sondern müsse auch Personal dafür finden, machte die Ausschuss-Vorsitzende Thomas auf ein aktuelles, bundesweites Problem aufmerksam. Und traf damit den Nerv des Bürgermeisters. Rainer Ditzfeld appellierte an die Parteienvertreter im Ausschuss, auf Landesebene Druck zu machen, damit angehende Erzieherinnen und Erzieher ihre Ausbildung nicht länger selbst bezahlen müssen. „Das muss doch endlich ein attraktiver Beruf werden, sonst wird das mit dem Nachwuchs ganz schwierig.“ mm

Rubriklistenbild: © dpa

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